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Schüler blickten hinter die Kulissen des Bayerischen Rundfunks

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Traunstein – Mit der Welt der Medien beschäftigen sich die P-Seminare mit Schwerpunkt »Journalismus« am Chiemgau-Gymnasium. Im Rahmen einer Exkursion blickten die Jugendlichen zuletzt etwa hinter die Kulissen des Bayerischen Rundfunks und bekamen wenige Tage später Besuch von BR-Korrespondent Christian Riedl.


Von Eddie van Beet, Musikchefredakteur von Bayern 3, erfuhren die Jugendlichen in München, dass sich das Radioprogramm zu 75 Prozent aus Musik zusammensetzt, wobei jeder Songtitel maximal dreimal am Tag gespielt werden darf. Das verbliebene Viertel wird gefüllt mit Reportagen, Nachrichten, Werbung und natürlich vor allem den Kommentaren der Moderatoren.

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Durch das Studio des Senders B5 führte die Schüler der BR-Nachrichtenchef Max Stocker. Die Journalisten und Medientechniker des Senders arbeiten auch bei B5 nach einem strengen Zeitplan, von dem nur in Ausnahmefällen abgewichen werden darf. Anders als Bayern 3 ist B5 aktuell aber ein reiner Nachrichtensender mit einem ausgesprochen hohen Wortanteil. Max Stocker nahm sich über eine Stunde Zeit, um die zahlreichen Fragen geduldig und erschöpfend zu beantworten, mit Beispielen aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung und einigen Anekdoten. Einblicke in ihr Berufsleben gaben neben dem Musikredakteur auch eine Tagesreporterin und zwei Auszubildende.

Unter dem Motto »Müssen wir Medien misstrauen« stand wenige Tage später eine Diskussion mit Christian Riedl. Der BR-Korrespondent für die Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting war dafür zu den Schülern ans Chiemgau-Gymnasium gekommen. An der Diskussion über die Medien und den Beruf des Journalisten nahmen Schüler eines Sozialkundekurses sowie der beiden P-Seminare mit Schwerpunkt »Journalismus« teil.

Wie fragwürdig Augenzeugen sein können und was falsche Nachrichten jeglicher Art mit dem Ruf der Presse machen, erklärte der Traunsteiner BR-Korrespondent im direkten Austausch. In seinem Vortrag berichtete er auch von den alltäglichen Herausforderungen als ressortübergreifender Journalist.

Oft sind Art und Umfang der Berichterstattung eine Frage des Gewissens, vor allem im Boulevardbereich hielten sich Zeitungen, Zeitschriften oder Sendungen nicht immer an den sogenannten Pressekodex, so Riedl. Verstöße dagegen rügt der Presserat, wirkliche Strafen gibt es von seiner Seite aber nicht. Da so ein Kodex für Facebook und Co. aber nicht existiert, verwies Riedl auf die sogenannte Netiquette, den rücksichtsvollen Umgang im Internet miteinander.

Anhand von aktuellen Aufnahmen zur Flüchtlingsthematik erläuterte Riedl, wie man die oft manipulative Macht der Bilder richtig einschätzt. fb