weather-image
32°

Schüler befassten sich mit vier Naturschutzprojekten

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Im P-Seminar Biologie richteten die Schüler unter anderem auch ein Insektenhotel ein. Ein Standort dafür wird derzeit noch gesucht.

Traunreut – 14 Schüler des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums befassten sich im Rahmen eines P-Seminars im Fach Biologie mit Naturschutzprojekten in der Region. Zusammen mit ihrem Lehrer Simon Bauer ertüchtigten sie den Schulteich, halfen Kröten über die Straße, arbeiteten im Hochmoor und richteten ein Insektenhotel ein.


Unter dem Oberbegriff »Naturschutzprojekte« waren die Gymnasiasten im vergangenen Schuljahr an mehreren Orten in der Umgebung aktiv. Der am naheliegendste Ort war der Schulteich am Traunreuter Gymnasium, der 1985 erstmals errichtet wurde und seitdem mehrere Bauphasen an der Schule überstanden hat. Der in den letzten Jahren etwas vernachlässigte Teich wurde von den P-Seminaristen intensiv gepflegt, vergrößert und das Umfeld von Wildwuchs befreit.

Anzeige

391 Kröten und drei Bergmolche gerettet

Die Jugendlichen errichteten zusammen mit den externen Partnern vom Bund Naturschutz Ortsgruppe Traunreut und Kreisgruppe Traunstein einen Krötenzaun am Löschteich bei Gigling. Dort werden jedes Frühjahr viele Kröten überfahren, da sie eine Straße überqueren müssen, um zu ihrem Laichplatz zu gelangen. Bis zum Ende der Krötenwanderzeit wurde das Gebiet regelmäßig kontrolliert. In den am Zaun eingegrabenen Eimern sammelten sich mal mehr mal weniger Kröten, die dann von den Schülern und Mitgliedern des Naturschutzbundes sicher über die Straße zum nächsten Teich gebracht wurden. Insgesamt 391 Kröten, drei Bergmolche und ein Grasfrosch wurden gezählt, die so gerettet werden konnten. Später beobachteten die Gymnasiasten auch noch das Ablaichen und Schlüpfen der Kaulquappen im Teich.

Das nächste Projekt der Schüler beschäftigte sich mit Hochmooren. Dr. Ute Künkele führte die Gruppe durch das Harpfetshamer Moor bei Palling und informierte dabei über Aufbau, Funktionsweise, Bedeutung und auch Gefährdung eines Hochmoores. Die Biologin stellte den Jugendlichen einige Pflanzen vor, darunter die sogenannte Rauschbeere, die jedoch entgegen landläufiger Meinung beim Verzehr keine rauschähnlichen Zustände bewirkt. Vielmehr kommt der Name vom alten Wort Rausch, das früher für Strauch verwendet wurde.

Praktische Arbeit war dann im Ödmoos bei Traunstein gefragt. Die Schüler halfen dort, aufkommenden Baum- und Strauchwuchs zu beseitigen. Die Gewächse würden ansonsten dem Moor Wasser entziehen und es bestünde die Gefahr einer Austrocknung. Hermann Eschenbeck und Beate Rutkowski vom Bund Naturschutz leiteten die Gruppe dabei an.

Hermann Eschenbeck war es dann auch, der beim vierten Projekt zusammen mit den Gymnasiasten ein Insektenhotel baute. Das Grundgerüst dafür lieferte die Holzwerkstatt der Chiemgau Lebenshilfe Werkstätten. Befüllt wurde es von den Schülern mit durchlöcherten Baumscheiben, Schilfstängeln oder Hohlziegeln. Ein geeigneter Standort für das Insektenhotel wird derzeit noch gesucht. Bei einer Präsentation vor Mitschülern und Eltern zeigten die P-Seminaristen stolz, was sie in den letzten Monaten geschafft haben. mix