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Preisgekrönte Zeitreise: Die Tagesschau im Jahr 2112

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In dem 30-minütigen Kurzfilm zeigen die Oberstufenschüler ein düsteres Szenario, wie Deutschland im Jahr 2112 aussehen könnte. Im Bild sind einige Ausschnitte aus dem fertigen Werk zu sehen.

Traunstein – Eine fiktive Tagesschau-Sendung aus dem Jahr 2112, produziert von Schülern des Chiemgau-Gymnasiums in Traunstein, bringt das Szenario auf den Punkt: Schlaglichtartig schildert der Kurzfilm, wie es zum Verfall des ehemaligen Exportweltmeisters Deutschland gekommen ist. Die Umsetzung im P-Seminar »Journalismus« ist derart gelungen, dass die Schüler morgen bei der Siegerehrung des bundesweiten Wettbewerbs »Jugend liest 2012« in Frankfurt mit dem 1. Platz ausgezeichnet werden.


1000 Euro Preisgeld für die Klassenkasse

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Der Preis ist verbunden mit 1000 Euro für die Klassenkasse. Die letzten eineinhalb Jahre beschäftigten sich die elf Schüler des P-Seminars unter der Leitung von Stellvertretenden Schulleiter Markus Gnad mit dem Thema »Jugend liest – Mediennutzung im digitalen Zeitalter«. Dazu hatten die Stiftung Lesen und die Frankfurter Allgemeine Zeitung in einem gemeinsamen Projekt aufgerufen. In diesem Zusammenhang standen auch mehrere von den Jugendlichen verfasste Artikel, die im vergangenen Sommer auf einer Jugend-Sonderseite im Traunsteiner Tagblatt abgedruckt wurden.

Zum Abschluss des Projekts waren alle 100 teilnehmenden Klassen aus ganz Deutschland dazu aufgerufen, sich kreativ mit dem Thema Entwicklungspolitik auseinanderzusetzen und für sie wichtige Aspekte auf Deutschland zu übertragen. Neben Facharbeiten konnten auch Videos, Podcasts oder eigene Websites eingereicht werden.

Die Traunsteiner Schüler des Chiemgau-Gymnasiums entwickelten und produzierten gleich einen eigenen, 30-minütigen Kurzfilm. Es entstanden schnell Ideen für ein Szenario, das im Jahr 2112 angesiedelt ist: Weit über die Hälfte der Bevölkerung hat bereits das 70. Lebensjahr erreicht. Die überalterte Gesellschaft lebt dicht gedrängt in den Randbezirken der Großstädte Deutschlands, die überwiegend zu Slums verkommen sind. Es herrscht hohe Arbeitslosigkeit, die Infrastruktur ist kollabiert und die Menschen leiden unter großer Armut. Der Staat wird von einer jungen, machthungrigen Elite, der Zukunftspartei Deutschlands, im System einer Scheindemokratie beherrscht. Sozial- und Rentensystem sind gänzlich zusammengebrochen, sodass die Bevölkerung auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen ist.

Texte geschrieben und Rollen einstudiert

Basierend auf diesen Ideen wurde recherchiert, wurden Texte geschrieben, Rollen einstudiert und schließlich alles in einem 30-minütigen Kurzfilm festgehalten. Das Ergebnis war eine Tagesschau-Sendung im Jahr 2112, die durch tagesaktuelle Geschehnisse in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft die Lage in Deutschland und der Welt widerspiegelt.

Es ist ein düsteres Szenario für die Zukunft in Deutschland, das die Jugendlichen entwickelten. Dies heißt jedoch nicht, dass sie nicht optimistisch in die Zukunft blicken. Den Seminarteilnehmern war es vielmehr ein Anliegen, mit dem Film auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen.