weather-image
10°

»Noch gute Karten für eine Lehrstelle«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Foto: fotolia © industrieblick

Traunstein – Azubis sind im Landkreis Traunstein so gefragt wie selten zuvor, teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Mit 1400 zur Vermittlung gemeldeten Lehrstellen ist das Angebot gegenüber dem Vorjahr um fast fünf Prozent gewachsen, wie aus der aktuellen Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht.


Bayernweit setzt sich der langjährige Trend fort: Von 2009 bis 2016 war die Zahl der gemeldeten Lehrstellen im Freistaat bereits um ein Viertel gestiegen. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der Bewerber um eine Lehrstelle allerdings um 2,3 Prozent. Im Landkreis ist die Anzahl der Bewerber im Berichtsjahr ebenfalls um über drei Prozent gesunken.

Anzeige

»Der Lehrstellenmarkt wird für uns Betriebe jedes Jahr schwieriger – aufgrund der guten Konjunktur und des absehbaren Fachkräftemangels bieten wir reichlich Lehrstellen an, aber der Nachwuchs reicht hinten und vorne nicht. Hinzu kommen Lücken bei der Ausbildungsreife vieler Bewerber, zum Beispiel bei grundlegenden Deutsch- und Mathekenntnissen oder bei der Teamfähigkeit«, beklagen sich die Mitglieder des IHK-Regionalausschusses Traunstein. Viele der Betriebe würden den Schülern mit weniger guten Zeugnissen Chancen und ausbildungsbegleitende Nachhilfe bieten. Den bislang erfolglosen Bewerbern stehen, so die Unternehmer, im Endspurt bis September also noch viele Türen offen.

»Schüler in den Abgangsklassen haben immer noch gute Karten, im September mit der Ausbildung durchzustarten – als erster Schritt bietet sich zum Beispiel ein Schnupperpraktikum in den Sommerferien an«, ermutigt Ausschuss-Vorsitzender Nikolaus Binder. Aktuell sind über 500 Lehrstellen im Landkreis unbesetzt, so die Arbeitsagenturstatistik. Ihnen stehen aber lediglich knapp 300 unversorgte Bewerber gegenüber. Im Vorjahr sind im Landkreis rund 160 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben. Die Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Zuständigkeitsbereiche. Die IHK steht dabei bayernweit für über 55 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse, gefolgt von Handwerk und freien Berufen. fb

Einstellungen