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»Noce Bávara« für junge Bolivianer in Teisendorf

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Diese jungen Bolivianerinnen klatschten bei einem Plattler des Trachtenvereins Teisendorf begeistert mit. (Foto: Mergenthal)

»Was wäre, wenn du in Bolivien geboren wärst? Was würdest du über die Welt denken, und wie in ihr handeln? Und was würdest du über Deutschland denken?« Zu diesem Perspektivenwechsel inspirierte das Landjugend-Projekt »Intercambio 2015 – Bayern und Bolivia begegnen sich«. Junge engagierte Leute aus Bayern und Bolivien feierten gemeinsam eine »Noce Bávara«, eine »Bayerische Nacht«, im Pfarrheim Teisendorf und verbrachten einige spannende Tage im Rupertiwinkel miteinander.


Seit über 40 Jahren pflegt die Katholische Landjugend München und Freising eine Partnerschaft mit Bolivien. Um dieser ein Gesicht zu geben, verbrachten zehn Jugendliche aus Bolivien 16 Tage in der Erzdiözese. Im Fokus stand unter anderem der Austausch über verschiedene Lebenswelten. Rege wurde über kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten und die eigene Verantwortung, etwa beim Thema Umweltschutz und Müllverwertung, diskutiert.

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Auseinandersetzung mit dem Klimawandel

Zwei Nächte schliefen die Jugendlichen in einem Jugendhaus in Wonneberg. Am dritten Abend ging es nach einem Ausflug ins Haus der Berge in Berchtesgaden auf die Stoißer Alm, wo sich bayerische und bolivianische Jugendliche und junge Erwachsene mit dem Thema Klimawandel auseinandersetzten. »Wir haben schon überlegt, ob wir auf den Blaueisgletscher gehen. Aber das wäre doch zu aufwändig gewesen«, erklärte Thomas Fürmann, Ortsmitglied der KLJB Teisendorf, der das Programm im Rupertiwinkel mitorganisierte. Die Übernachtung auf der Stoißer-Alm, wo es einen feinen Kaiserschmarrn gab, war einer der Höhepunkte des lokalen Programms.

Bestens kam auch der interkulturelle Abend in Teisendorf an. Für einige Stunden spielte die Sprachbarriere (die Gäste sprechen kein Englisch und die Kommunikation war nur mit Dolmetschern möglich) keine Rolle mehr, wenn die Bolivianer zu den Plattlern und Tänzen des Trachtenvereins Teisendorf klatschten und alles auf dem Handy aufnahmen, wenn der Teisendorfer Jugendchor mitreißende Lieder sang oder die Bolivianer mit ihren Tänzen und Rhythmusinstrumenten Farbe und Feuer in den Pfarrsaal brachten. Bei Schweinsbraten mit Knödel, Gemüselasagne und heimischen Getränken wurde noch lange miteinander gelacht.

Zum ersten Mal in einem See geschwommen

Auf die Frage, was ihn beim Bayern-Besuch am meisten beeindruckt, sagt Victor Hugo Zarate Coaquira (23) aus der Jugendgruppe einer ländlichen Universität, wo er Erziehungswissenschaften studiert: »Dass hier in der Jugendarbeit immer in Gruppen gearbeitet wird – und wie pünktlich alles abläuft.« Mit Begeisterung schwamm der erstklassige Schwimmer im Chiemsee. »Für mich war das das erste Mal in einem See und das erste Mal auf einem Schiff.« Besonders beeindruckten ihn auch das Münster und der Äbtissinnen-Gang im Kloster Frauenwörth. »Vor allem geht es mir darum, was zu lernen und es in der katholischen Jugendarbeit bei uns anzuwenden, zum Beispiel neue Methoden«, ergänzt er. Beim Tanz spielte er eine Ratsche, die wegen ihres Geräusches »Reque, Reque« heißt. vm