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»Musik ist ganz wichtig in unserem Leben«

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Beim Fotznplattler »Daugn« von Schmidbauer und Kälberer praktiziert Stefan das Plattln mit den Fingern schnipsend und den Wangen als Klangkörper. Pius spielt derweil Gitarre. (Foto: Aßmann)

Wenn die beiden Jugendlichen zu ihren Instrumenten greifen und ganz unbekümmert, aber sehr gekonnt aufspielen, hat man das Gefühl, das Duo macht schon lange gemeinsam Musik. Weit gefehlt! Pius Bauer ist gerade mal 15 Jahre alt, sein Freund Stefan Fenninger ein Jahr älter. Auf der Bühne nennen sie sich »Bauer & Fenninger«. Am Samstag haben sie ab 20 Uhr im Pilspub Hoppala in Otting ihren ersten großen Auftritt.


Pius und Stefan sind wahre Multi-Instrumentalisten. Neben Gesang und Gitarre beherrscht Pius Trompete, Saxofon, Keyboard, Akkordeon, E-Bass, Mundharmonika und Ukulele. »Und ich spiele alles, was Pius während eines Songs gerade nicht selbst machen kann«, ergänzt Stefan grinsend, der ebenfalls singt, Gitarre spielt und zusätzlich mit seiner Cajon – einer Kistentrommel – für den Rhythmus sorgt.

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Beachtliche Fangemeinde bei Facebook und Youtube

Kennengelernt haben sich die beiden Jugendlichen aus St. Georgen und Plattenberg in der Schule – natürlich beim Musizieren. Pius und Stefan sind Mitglieder der Big Band der Walter-Mohr-Realschule in Traunreut. Die Geburtsstunde von »Bauer & Fenninger« war vor knapp einem Jahr. »Am 31. März, um 11.45 Uhr, beim Pius im Keller«, erinnert sich Stefan noch ganz genau. Seitdem hatten »Bauer & Fenninger »diverse kleinere Auftritte, unter anderem in ihrer Schule sowie auf der freien Bühne in Tyrlaching. Auf Facebook und Youtube haben die beiden inzwischen eine beachtliche Fangemeinde.

Für ihren Auftritt am Samstag holen sie sich musikalische Verstärkung: Der 17-jährige Sebastian Kiefersbeck aus Hörgering unterstützt Pius und Stefan mit seiner Ventilposaune unter anderem bei dem Kultsong »Vo Mello bis ge Schnoppernou« von der schrägen Vorarlberger Alpen-Reggaeband Holstuonarmusigbigbandclub, kurz HMBC, genannt. 17 Songs haben die beiden für ihren Auftritt zusammengestellt. Davon sind lediglich vier gecovert, der Rest stammt von den talentierten Nachwuchsmusikern.

In den Liedern geht es um Alltagsgeschichten

»Plötzlich ist irgendwas da«, beschreibt Pius den Moment, wenn ihm eine Melodie einfällt und nicht mehr aus dem Sinn geht. Stefan hat stets ein Aufnahmegerät griffbereit. Das liegt bei dem 16-Jährigen sogar abends am Bett. Viele gute Ideen hätten sie oft auch beim gemeinsamen Improvisieren. »Einer fängt an und dann geht's dahin. Den 'Boarischen Bua' haben wir innerhalb von 30 Minuten geschrieben«, schildert Pius. Die Texte von »Bauer & Fenninger« – übrigens allesamt auf bairisch – erzählen kleine und größere Alltagsgeschichten, absurde Episoden, beschreiben Gedanken und Eindrücke der beiden Teenager. »Meist lassen wir die unterschiedlichen Stimmungen auf uns wirken«, berichtet Stefan. So hat Pius in dem Song »Da Wind in de Baam« die Atmosphäre eines Sommerabends an einem menschenleeren Strand in Kroatien eingefangen und in »Da echte Freind« erzählen sie von ihrer Freundschaft, in der, wie beide betonen, noch nie gestritten wurde.

Einmal mit Schmidbauer und Kälberer musizieren

Viele Songs von den beiden Jugendlichen rocken, wie beispielsweise der »Bavaria Blues«, andere sind leise, unterhaltend, nachdenklich im Stil von Werner Schmidbauer und Martin Kälberer komponiert. Der Liedermacher aus Bad Aibling und der geniale musikalische Alleskönner Kälberer gehören auch zu den ganz großen musikalischen Vorbildern von Pius und Stefan. »Einmal mit den Beiden auf der Bühne stehen, das wäre klasse«, gerät der 15-Jährige ins Schwärmen.

Gerne würden »Bauer & Fenninger« ihr musikalisches Talent und Können eines Tages zu ihrem Beruf machen; noch steht aber ausschließlich der Spaß im Vordergrund. Für ihren Auftritt am Samstag im Hoppala haben Pius, Stefan und Sebastian teilweise bis zu acht Stunden am Tag geprobt. »Musik ist ganz wichtig in unserem Leben«, sagt Stefan. Wie wichtig merkt man spätestens in dem Moment, wenn die beiden ihre Instrumente zur Hand nehmen und loslegen. mia