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Mosambik als großes Abenteuer

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Sarah Benekam zeigt auf einer Karte, wo die »Reise« am 22. August hingeht. Zwölf Monate wird sie in Mosambik verbringen.

Seeon-Seebruck – Für die 17-jährige Sarah Benekam geht schon bald ein Traum in Erfüllung. Nach der bestandenen Abiturprüfung fliegt die Truchtlachingerin am 22.  August für ein Jahr ins ostafrikanische Mosambik. Im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes »weltwärts« wird sie in einer kleinen Stadt in der Provinz Inhambane am Indischen Ozean wohnen und in einer Einrichtung arbeiten, die Kindergarten, Vorschule und Grundschule in einem ist.


»Viele meiner Mitschüler fangen gleich zum Studieren an, aber ich wollte erst was Anderes machen, wovon ich viel fürs Leben mitnehmen kann«, so die Abiturientin. Bereits vor einem Jahr hatte sie überlegt, nach ihrer Schulzeit eine Art freiwilliges soziales Jahr zu machen. Ende 2018 machte sie dann Nägel mit Köpfen und bewarb sich bei der NGO »Welthaus Bielefeld«, die es 18- bis 28-jährigen Freiwilligen ermöglicht, in gemeinnützigen Projekten in Lateinamerika und dem südlichen Afrika mitzuwirken.

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Auf Benekams Bewerbung folgte schon wenige Tage später eine Einladung nach Bielefeld. Dort musste sie sich vorstellen und mit anderen Bewerbern ihre Eignung in Gruppenübungen zeigen. Im April gab es ein Vorbereitungsseminar, in dem sie einiges über Mosambik, die Gesellschaft und Kultur sowie die Mentalitäten und Eigenheiten der Bewohner lernte. Auf dem Programm stand zudem »nonverbale Kommunikation« – vor allem, weil in Mosambik 43 Sprachen gesprochen werden. Laut Benekam wird in der Schule auf Englisch und in der Landessprache Portugiesisch unterrichtet, »was ich in den verbleibenden Wochen noch fleißig lernen muss«. Sie selbst wird den Kindern Englischunterricht geben, sie betreuen und mit ihnen basteln und spielen.

Bis August muss sie noch einige Vorbereitungen treffen und sich unter anderem gegen Typhus, Tollwut und Hepatitis impfen lassen. Sie ist sich bewusst, dass es nicht einfach sein werde, zwölf Monate von zuhause Hause weg zu sein, »aber ich bin dort dank Internet nicht komplett abgeschottet«. Zudem sei sie froh, dass vor Ort ein weiteres Mädchen aus Deutschland sein werde. »Wir haben uns beim Vorbereitungsseminar bereits kennengelernt.«

Unterstützung erhält die 17-Jährige von ihren Eltern Kirsten Benekam und Stefan Zitzke. »Wenn ein junger Erwachsener einen genauen Plan und Wunsch hat, Erfahrungen im Ausland sammeln und dort Gutes tun will, kann man nichts dagegen sagen, auch wenn es vielleicht nicht unbedingt Mosambik hätte sein müssen«, so Mama Benekam. Ihre Tochter vermutet jetzt schon, dass es zu einem »umgekehrten Kulturschock« kommen könnte, wenn sie mit ihren insgesamt neun Kollegen im Sommer 2020 nach Deutschland zurückkehrt. »Ich denke, man wird das, was man hat, wieder viel mehr wertschätzen und sich über jene Menschen wundern, die fast alles besitzen und sich trotzdem ständig beklagen«, so Sarah Benekam.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung übernimmt 75 Prozent der Kosten des 10 000 Euro teuren »weltwärts«-Freiwilligenjahres, die übrigen 25 Prozent sollte der Freiwillige möglichst selbst aufbringen. »Von meinen Eltern kriege ich das Kindergeld, aber natürlich suche ich noch nach Sponsoren«, gibt sich Benekam zuversichtlich. Den Unterstützern werde sie alle drei Monate ihre »weltwärts«-Zwischenberichte per E-Mail zukommen lassen. Darin wird sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse schildern und reflektieren. Wer Sarah Benekam finanziell unterstützen möchte, kann dies über folgende Bankverbindung tun: Welthaus Bielefeld IBAN: DE64 4805 0161 0000 0733 38. Als Verwendungszweck anzugeben ist: »Spende weltwärts«, »Sarah Benekam« und ihre Freiwilligen-Nummer »21905«. Wer weitere Informationen will, kann sich auch direkt bei Sarah Benekam über die E-Mail sarah.benekam@t-online.de oder unter Telefon 0157/71 38 47 64 persönlich melden. mmü