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Mittelschüler im Gespräch mit Asylbewerbern

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Interessiert folgen die Schüler der Klasse 7 b den Schilderungen der drei Asylbewerber Filimon Abraham, Awet Asmelash und Samson Barnebas (von links). Der ehemalige Lehrer Robert Strauß begleitete die drei jungen Männer. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Ein spannendes und informatives Gespräch mit Asylbewerbern führten die Schüler der Klasse 7 b der Franz-von-Agliardis Mittelschule Teisendorf im Rahmen eines Leseprojekts. Es ging um das Buch »Fledermäuse beißen nicht« von Carolin Philipps.


Im Buch geht es um einen Buben namens Moritz, der während eines Urlaubs auf Teneriffa mit der Flüchtlingsproblematik konfrontiert wird. Eines Nachts beobachtet er am Strand, wie Bootsflüchtlinge aus Mauretanien an Land gehen. Er lernt dabei einen Buben namens Ali kennen, der später von der spanischen Polizei aufgriffen und in sein Heimatland zurückgeschickt wird.

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Die Schüler nahmen diese Schilderung zum Anlass, Asylbewerber aus Teisendorf zu einem Gespräch in den Unterricht einzuladen. Begleitet wurden die drei Männer aus Eritrea vom ehemaligen Teisendorfer Lehrer Robert Strauß, der sich nun ehrenamtlich für die Asylsuchenden engagiert.

Die Schüler verfolgten interessiert, was die Flüchtlinge über die Gründe für ihre Flucht, deren Verlauf und Dauer berichteten. In Eritrea herrsche eine der schlimmsten Diktaturen der Welt. Die Männer müssen dort meist lange Zeit im Militär dienen und haben keinerlei persönliche Freiheiten. Ihre Flucht dauerte fünf Monate. Die Überfahrt nach Europa in einem völlig überfüllten Boot war sehr gefährlich. Zum Essen und Trinken gab es dabei nur selten etwas.

Die drei jungen Männer erzählten auch von den Bräuchen in ihrem Heimatland, ihrer Religion und ihren Familien, die noch immer in Eritrea leben. Über das Telefon halten sie regelmäßig Kontakt zu ihren Angehörigen. Sie sprachen auch über ihre Wünsche und Hoffnungen. Sie möchten hier einen Beruf erlernen und – sobald sich die politische Lage in ihrer Heimat ändert – dorthin zurückkehren.

In entspannter Atmosphäre stellten die Siebtklässler viele Fragen und erfuhren so eine Menge über die genaueren Gründe und Umstände der Flucht und das Leben als Asylbewerber in Deutschland. Zudem half die Begegnung auch, Vorurteile abzubauen und das Miteinander zu fördern. vm