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»Mit voller Kraft dem Ziel entgegen«

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Aus elf Furnierschichten zusammengesetzt und mit Intarsien verziert: Diese von Julia Schreckenbauer gefertigen Longboards sind echte Kunstwerke. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Eine junge Nachwuchs-Schreinerin aus Dieperting geht »mit voller Kraft dem Ziel entgegen«: Die 22-jährige Julia Schreckenbauer hat beim jährlichen Wettbewerb der Branchenzeitschrift »Der deutsche Schreiner« (dds) und der Arthur-Francke’schen Stiftung in der Kategorie »Inspirierte Gestalter« einen ersten Platz belegt. 80 junge Schreiner hatten an diesem mit insgesamt 10 000 Euro dotierten Wettbewerb teilgenommen. In den vier Kategorien gab es je zwei Preisträger, Julia Schreckenbauer war die einzige weibliche Siegerin.


Verschiedene Kreationen

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Die engagierte angehende Schreinergesellin hatte dazu eine Palette aus acht Arbeiten eingereicht, die sie teilweise in der Schule – sie besucht im dritten Jahr die Fachschule für Schreiner in Garmisch-Partenkirchen – und teilweise in der elterlichen Schreinerei angefertigt hat. Die von ihr ausgewählte Kategorie »Inspiriert« entspricht ihrem dabei gezeigten Kreativ-Potential wahrhaftig.

Denn Julias sehr ansprechend gestaltete Mappe weist sehr unterschiedliche und fantasievolle Kreationen auf, die sie mit viel Sorgfalt und hohem Zeitaufwand als Zusammenfassung ihrer Arbeiten »komponiert« hat. Das sind zum Beispiel eine »Hängeschaukel«, ganz ungewohnt als »Hängewürfel« ausgeführt oder komplett selbst gebaute, aus elf Schichten zusammengesetzte und mit Intarsien belegte Longboards.

Julia Schreckenbauer hat nach der Grundschule die Realschule in Sparz besucht und ist von dort auf das Chiemgau-Gymnasium übergewechselt, an dem sie 2012 das Abitur gemacht hat. Nach einem Freijahr, das sie mit Reisen unter anderem nach Australien verbrachte, schaffte sie die Aufnahmeprüfung an der »Fachschule für Schreiner der Schulen für Holz und Gestaltung« in Garmisch-Partenkirchen, die sie im Sommer abschließen wird.

Nach dem Abschluss der Fachschule möchte die 22-Jährige wieder nach Australien gehen. Sie hat bereits Kontakt aufgenommen mit einer dortigen Schreinerei und möchte voraussichtlich auch ein Studium »Interior Design« anschließen. Dafür kann sie das Geld, das sie beim Wettbewerb gewonnen hat, gut brauchen. Und dass sie das schaffen wird, daran muss man nicht zweifeln, wenn man die Zielstrebigkeit sieht, mit der Julia bisher bereits gearbeitet hat und mit der sie beim dds-Wettbewerb ganz vorne mit dabei war. »Mit voller Kraft dem Ziel entgegen« war denn auch der Slogan ihrer Bewerbungsmappe.

Gesellenstück wird ein ausgefallener Couchtisch

Bei ihren Arbeiten verwendet Julia Schreckenbauer sowohl Massivholz als auch Furnier und Plattenwerkstoffe und bezieht auch andere Werkstoffe wie Metall, Stoff oder Elektronikbauteile mit ein. Und man darf schon gespannt sein auf ihr Gesellenstück: Das wird ein Couchtisch aus vier einzelnen kleinen Tischchen jeweils in sechseckiger Form, die man dann ganz unterschiedlich zusammenkombinieren kann. he