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Mit dem Rollstuhl unterwegs

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Mehrere Anlaufstellen in der Stadt hat beispielsweise Berufsschüler Sandro Gelsomino im Rollstuhl getestet. Er wurde dabei von Stadtrat Karl Schulz begleitet.

Traunstein. Kann man die Große Kreisstadt mit dem Rollstuhl gut durchqueren und inwieweit wurde das Programm »Bayern barrierefrei 2023« in der Modellkommune Traunstein bereits umgesetzt? Diesen Fragen gingen die Schüler der Berufsfachschule für Sozialpflege nach.


Einen Tag lang fuhren sie mit dem Rollstuhl durch Traunstein und absolvierten verschiedene Aufgaben. Mit dabei waren auch die Stadträte Christa Fuchs und Karl Schulz sowie Jutta Schnell, die aufgrund eines Unfalls vor 15 Jahren auf den Rollstuhl angewiesen ist.

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Ausgestattet mit mehreren Alltagsaufgaben ging es gleich früh morgens in die Stadt. Neben einem Einkaufsmarkt, Rathaus, Bahnhof, Apotheke und einem Kaufhaus standen auch die Kirche mit Friedhof und das Landratsamt auf dem Plan. Dabei mussten die Schüler aber bald feststellen, dass sie an ihre Grenzen kommen.

Busfahren und Einkaufen gestaltete sich ungewohnt schwierig. Bei manchen Bussen war die Rollstuhlrampe nicht vorhanden und wenn doch, dann war sie teilweise zu kurz, sodass ein Ein- und Ausstieg ohne Hilfe nicht möglich war. Hat man es schließlich doch irgendwie in den Bus geschafft, war der ausgewiesene Platz für Rollstuhlfahrer viel zu knapp bemessen.

Die Schüler entdeckten zudem Geschäftseingänge mit Stufen, die für jeden Rollstuhlfahrer unüberwindbar sind und Behinderten-WCs, die absolut impraktikabel sind. Außerdem wurden behindertengerechte Umkleidekabinen in einem Modegeschäft vermisst. Traunstein mit seinem Kopfsteinpflaster und den zum Teil riesigen Bordsteinkanten an Fußübergängen stellte für die Projektteilnehmer eine zusätzliche Hürde dar.

Es gibt aber auch Positives aus Traunstein zu berichten. An vielen Stellen wurde das Programm »Bayern barrierefrei 2023« schon umgesetzt. Die Schüler entdeckten Einkaufswägen, die extra für Rollstuhlfahrer konzipiert sind und so das Einkaufen erleichtern. Die getesteten Aufzüge waren sehr geräumig und viele Eingänge hatten bereits einen Schalter zum Türöffnen. Was den Projektteilnehmern zudem besonders positiv aufgefallen ist, war die Hilfsbereitschaft der Traunsteiner.

Am Ende des Tages tauschten die Teilnehmer des Projekts ihre Ergebnisse aus, die von den Stadträten fleißig mitgeschrieben wurden. Laut den Schülern ist Traunstein auf einem guten Weg im Hinblick auf Barrierefreiheit.