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»Magie« des Sammelns

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Wochen vor der Bekanntgabe der WM-Kader legten die Panini-Macher die Auswahl der Nationalspieler fest. Bereits gedruckt sind etwa die Sammelbilder von André Schürrle und Toni Kroos, die auch von Nationaltrainer Jogi Löw nominiert wurden.

Zufrieden blättert Fabrizio Melegari durch das kunterbunte Sammelheft zur Fußball-WM in Brasilien. Gut zwei Monate vor Beginn des Turniers können sich der Leiter der Panini-Redaktion in Modena und sein Team entspannt zurücklehnen. Während die Bundestrainer der 32 teilnehmenden Mannschaften noch an ihren Kadern basteln, hat das italienische Unternehmen schon längst entschieden, wer es zur WM geschafft hat. Seit einigen Wochen sind die berühmten Sammelbilder in den meisten der über 100 Vertriebsländern im Handel.


Die Vorbereitungen haben bei Panini lange vorher begonnen. Die größte Herausforderung war im Januar die Entscheidung, welche 17 Spieler pro Team es ins Heft schaffen. »Wir verfolgen Monate vorher die Mannschaften, die teilnehmen könnten«, erklärt Melegari. Vor dem endgültigen Urteil stehen statistische Analysen, Gespräche mit Experten in aller Welt und kontroverse Diskussionen in der Redaktion. »Wenn man entscheiden kann, wen man in die Nationalelf packt, ist das eine große Verantwortung.«

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Produziert werden die Millionen WM-Sammelbilder ab März in Modena und im Werk in São Paolo in Brasilien. Das Ausgangsprodukt, die Stickerbögen mit 200 Bildern pro Seite, bekommt das Unternehmen von externen Druckereien geliefert. Sie enthalten alle 640 Motive des Albums, sowohl die Bilder der Spieler als auch spezielle Glitzer-Sticker, etwa für die Verbandslogos. Die Bögen werden dann in mehreren Schritten auf die richtige Größe gebracht und durchgemischt, bevor sie verpackt werden. Alle Bilder werden in exakt der gleichen Anzahl produziert, zudem gibt es keine doppelten Bilder in einer Stickertüte.

Seit der WM 1970 in Mexiko bringt Panini alle vier Jahre die Hefte zu den Turnieren heraus. In mehr als 110 Ländern werden die Sticker verkauft, dazu kommen weitere Produkte wie zum Beispiel Sammelkarten. Europa und Südamerika sind die wichtigsten Märkte für das Traditionsunternehmen. dpa