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Mädchen für Technik begeistert

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Die Siebtklässlerinnen Lucia (links) und Katharina sind gerade dabei, im Chemiesaal des Heidenhain-Gymnasiums Traunreut aus Salzstein weißes Salz herzustellen. (Foto: Mix)

Traunreut – Mädchen für naturwissenschaftliche und technische Berufe zu begeistern, das stand im Fokus des zweitägigen Projekts »Mädchen machen Technik« am Johannes-Heidenhain-Gymnasium. Dabei konnten die Schülerinnen der siebten Klassen in technische Bereiche hineinschnuppern. Ihre männlichen Klassenkameraden erhielten währenddessen wichtige Informationen zur »Medienprävention« und programmierten eine multimediale Erlebnistour durch die Schule.


Die »Agentur Mädchen in Wissenschaft und Technik« der Technischen Universität München hat die Schulprojekte »Mädchen machen Technik« entwickelt, um Mädchen für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern. Dabei können Schülerinnen die Erfahrung machen, dass der Umgang mit Naturwissenschaft und Technik spannend und spielerisch ist, und ihr Selbstvertrauen in naturwissenschaftlich-technischen Fähigkeiten stärken.

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Am Johannes-Heidenhain-Gymnasium gab es für die Schülerinnen drei Projekte zur Wahl. Bei »Salze und mehr« wurde ihnen das Fach Chemie, das sie in der siebten Klasse noch nicht haben, näher gebracht. Die Mädchen erfuhren, wie in einem Labor gemessen, analysiert und »gekocht« wird, lernten einfache Messgeräte kennen und wie man mit dem Bunsenbrenner umgeht. Sie experimentierten mit verschiedenen Stoffen, machten Analysen und durften selbst Gummibärchen und Salz herstellen.

»Hoch hinaus – mit nichts als heißer Luft …« ging es im Bereich Physik/Aeronautik. Hier hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, durch eigene Experimente Entdeckungen rund um das Thema »Luft« zu machen und die Zusammenhänge zu erfahren. Sie entwarfen das Modell eines Heißluftballons, konstruierten die Hülle nach eigenen Vorstellungen und wandten dabei den Rechner als Werkzeug zur Konstruktion an.

»Die Sonne im Brennpunkt« hieß das dritte Projekt im Fach Physik, in dem es um Solarenergie ging. Die Schülerinnen lernten den Unterschied zwischen der konzentrierenden und der nicht konzentrierenden Solarthermie kennen. Sie experimentierten, wie Wärme erzeugt und genutzt werden kann, und entwickelten an Hand alltäglicher Bedürfnisse Methoden und Geräte zur Nutzung der Sonnenenergie. Mangels ausreichender Sonneneinstrahlung erzeugten sie mit starken Lampen Wärme in einer selbst hergestellten »Kochkiste«, die mit Styropor verkleidet und mit einer Glasplatte versehen war, und schmolzen oder erwärmten darin Gerichte.

»Medienprävention für Buben« hieß es für die Mitschüler der Mädchen. Sie erstellten zusammen mit Danilo Dietsch, Geschäftsführer von Q3.Medien.Bildung.Abenteuer in Traunstein, eine multimediale Spiele- und Erlebnistour. Anders als in den Vorjahren war es heuer nicht möglich, die Buben in die Arbeit sozialer Einrichtungen hineinschnuppern zu lassen. Deshalb wurde für sie diese Prävention über riskanten Umgang mit Smartphone und Computer gewählt. »Studien zeigen, dass Jungen mehr als Mädchen gefährdet sind, sich in Spielen und virtuellen Welten zu verlieren. Ohne erhobenen Zeigefinger werden Probleme angesprochen, Lösungsmöglichkeiten thematisiert und Alternativen zum gedankenlosen 'Daddeln' aufgezeigt«, hieß es im Elternbrief zu diesem Projekt.

Bestandteil des Workshops war, die Buben über die Themen Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht und Computerspielsucht zu informieren. Außerdem sollten sie praktisch erleben, wie ein Computer oder Smartphone funktionieren. Um zu zeigen, dass sich auch Lerninhalte über Computerspiele vermitteln lassen, wurde über das Programm Actionbound eine digitale Schnitzeljagd mit den Schülern programmiert. Die Erlebnistour, mit der man die Schule kennenlernen kann, lässt sich am Smartphone oder Tablet-PC spielen. Ein weiteres mobiles Spiel war eine multimediale Erlebnistour zum Thema Stundenplan. Vor den einzelnen Klassenzimmern müssen die Spieler dabei Fragen zu den einzelnen Schulfächern beantworten, etwa Rechenaufgaben lösen oder ein englisches Gedicht mit der App aufnehmen. mix