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Laub sammeln statt Bücher wälzen

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Einen ganzen Anhänger voller Blätter mit Schädlingsbefall sammelten Studierende der Fachakademie, sehr zur Freude von Dozentin Petra Bartsch (Dritte von links) und Markus Haberlander (links) von der Stadtgärtnerei Traunstein. Mit angepackt haben Kevin Rosenegger (von rechts), Julia Strobel, Lisa Hamberger und Konrad Lindlacher.

Traunstein – Kastanienalleen mit altem Baumbestand sind wunderschön anzusehen und haben eine wichtige stadtökologische Funktion. Doch bereits seit Jahren verfärben sich bei vielen Bäumen im Stadtgebiet schon im August die Blätter und fallen ab. Schuld daran ist die Kastanienminiermotte beziehungsweise der Fraß ihrer Larven.


Um deren Verbreitung einzudämmen, muss das abgefallene Laub so rasch wie möglich eingesammelt und fachgerecht entsorgt werden, da die Schädlinge Temperaturen von minus 20 Grad bis plus 40 Grad Celsius standhalten. Daher sammelten Studierende der Fachakademie für Sozialpädagogik des Diakonischen Werks Traunstein einen Tag lang das abgefallene Laub. Die Entsorgung übernahm die Stadtgärtnerei Traunstein.

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Der Anstoß zu der Aktion kam von der Technischen Universität München. Diese habe in Traunstein den Befall der Kastanien durch die Miniermotte begutachtet und die Fachakademie um Unterstützung bei der Schädlingsbekämpfung gebeten. In der Fachakademie ließ sich das Thema gut mit dem Fach ökologische Erziehung verbinden. Das Laubsammeln rundet den theoretischen Unterricht ab. »Was ich kenne und liebe, das schütze ich auch«, erklärt Dozentin Dr. Petra Bartsch. Die Studierenden pflichten ihr bei. Auch in der späteren Tätigkeit als Erzieher möchten sie Kindern ökologische Zusammenhänge erfahrbar machen.

In Traunstein sind vor allem Kastanienalleen mit altem Baumbestand betroffen, wie sie in der Leonrod- und Crailsheimstraße zu finden sind. Die Larven der Kastanienminiermotte haben auch hier ganze Arbeit geleistet. Durch den Larvenfraß wird die Blattoberhaut vom darunter liegenden Blattgewebe und damit von der Wasserversorgung abgetrennt. In der Folge trocknen die Bereiche oberhalb der Minen aus, die Blätter verbräunen und fallen ab. Natürliche Feinde hat der Schädling nicht zu fürchten. Daher müsse das Laub so rasch wie möglich eingesammelt und fachgerecht entsorgt werden, um die weitere Verbreitung einzudämmen.

Genau das übernahmen an diesem Tag im Unterrichtsfach Ökologie und Gesundheitserziehung Studierende der Traunsteiner Fachakademie. Unterstützt wurden sie dabei von Markus Haberlander von der Stadtgärtnerei. »Wir bringen das Laub unverzüglich in die Kompostierablage«, so Haberlander, denn während des Kompostiervorgangs entstünden Temperaturen um die 80 Grad, so sei ein Überleben des Schädlings ausgeschlossen. Alternativ hätte das Laub verbrannt werden müssen. fb