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Klimaschutz steht bei Pasch-Projekt im Mittelpunkt

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Mit diesem Fahrrad wurde Strom erzeugt, um eine Carrera-Rennbahn (unser Bild) und einen Wasserkocher zu betreiben. (Foto: Mix)

Traunreut – »Pasch Jobseek Chiemsee – Baikalsee« heißt ein Projekt, an dem Neuntklässler der Walter-Mohr-Realschule und Schüler des Lyzeum Nr. 3 in Irkutsk in diesem Schuljahr teilnehmen. Eine russische Delegation mit elf Schülern ist derzeit in der Stadt zu Gast. Die Traunreuter machen dann im Januar einen Gegenbesuch in der sibirischen Stadt. Bei dem internationalen Austausch geht es nicht nur um kulturelle Besonderheiten der Länder, sondern auch um Berufsorientierung und Umweltthemen.


Nach ihrer Ankunft wurden die russischen Gäste in der Realschule willkommen geheißen und lernten gleich einmal ein Stück bayerischer Tradition kennen: Buben aus verschiedenen Trachtenvereinen der Region führten Schuhplattler auf. Im Gegenzug sangen die russischen Jugendlichen die Hymne ihrer Heimatstadt Irkutsk. Da es beim Pasch-Projekt auch um das, die ganze Welt betreffende, Thema Klimaschutz geht, führten die Schüler zwei Versuche mit einem Energiefahrrad vor. Zum einen zeigten sie, wie viel Energie man braucht, um im Wasserkocher einen Liter Wasser zu erhitzen. Obwohl sich Lorenz auf dem Rad abstrampelte, so gut es ging, brachte er die Temperatur des Wassers nicht auf mehr als 40 Grad Celsius. Wesentlich weniger Strom verbraucht dagegen eine Carrera-Rennbahn, wie sich im zweiten Versuch zeigte. Hier war das Problem eher, gezielt und nicht zu stark in die Pedale zu treten, weil sonst die Autos aus der Bahn flogen. Mit den beiden Versuchen wollten die Schüler zum Nachdenken anregen: »Man macht sich meistens gar keine Gedanken, wie viel Energie man für alltägliche Verrichtungen aufwendet«, erklärte David vom Pasch-Team, der die Versuche kommentierte.

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Bernd Vilsmaier, Klimaschutzmanager der Stadt Traunreut, begleitet das Pasch-Team und erläuterte den Zweck der Vorführung: »Wir wollen erreichen, dass man ein Gefühl dafür bekommt, wie viel Strom man wofür braucht. Das geht am besten, wenn man die Energie selber generiert, wie hier mit dem Fahrrad.« Seine Aufgabe sei es unter anderem, das Thema Klimaschutz in die Öffentlichkeit zu tragen: »Wir müssen bewusst und sparsam mit unseren Ressourcen umgehen.« Traunreut sei hier auf einem guten Weg. Der Klimaschutzmanager freut sich über die Zusammenarbeit mit der Realschule. Über das aktuelle Engagement der Pasch-Gruppe wird ein Imagefilm gedreht, der dann auf der Internetseite der Schule und der Stadt zu sehen sein wird.

Bürgermeister Klaus Ritter drückte seine Freude darüber aus, dass die Gäste aus dem fernen Sibirien den weiten Weg auf sich genommen haben. Die Besonderheit dieses internationalen Schüleraustauschs sieht er darin, dass sich die jungen Leute mit dem Klimaschutz befassen, der schließlich die ganze Welt betrifft. Für Schulleiterin Cornelia Linnhoff ist der Kontakt mit Schulen aus anderen Ländern besonders wichtig, nicht nur in kultureller Hinsicht, sondern auch in Fragen der Berufsorientierung. Außerdem werde immer ein besonderes Thema im Bereich Umweltschutz ausgewählt und gemeinsam bearbeitet.

Noch bis Samstag sind die russischen Gäste in der Stadt. Die Schüler wohnen in Gastfamilien. Neben Ausflügen nach München und einer Schifffahrt auf dem Chiemsee stehen auch Besichtigungen des Geothermie-Heizwerks und der Firma BSH auf dem Programm. In Berchtesgaden nehmen deutsche und russische Schüler im Haus der Berge an einem Workshop »Wasser weltweit« und »Energie zum Anfassen« teil. mix