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»Keine Gaudifotos für die Bewerbungsmappe«

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Mit viel Humor würzte Christian Reiter seine Ausführungen bei einem Bewerbungstraining mit den Neuntklässlern des M-Zweiges an der Waginger Mittelschule. (Foto: H. Eder)

Waging am See – »Mir derbarmen's oft«, sagte Christian Reiter bei einem Bewerbungstraining mit den beiden M-Klassen des neunten Jahrgangs an der Mittelschule in Waging und meinte damit all die vielen Bewerber, mit denen er es bis zu 80 Mal im Jahr zu tun hat. Reiter ist Dritter Bürgermeister in Waging, aber Bewerbergespräche führt er in seinem Hauptberuf als geschäftsleitender Beamter der Stadt Trostberg. Und da berichtete er aus seinem Erfahrungsschatz, gab den Waginger Schülern Tipps und gute Ratschläge und bekannte, dass ihm die jungen Leute, die da zu Bewerbungsgesprächen kommen, in all ihrer Nervosität oft Leid tun.


Damit aber die Bewerber überhaupt die Chance bekommen, sich in einem Bewerbungsgespräch zu bewähren, sind schon in der Bewerbungsmappe die Voraussetzungen zu schaffen, betonte Reiter in seinen kurzweiligen, mit viel Humor vorgetragenen Ausführungen vor den Schülern. Das beginne schon mit so einfachen Dingen, wie dass die Blätter in der Mappe ordentlich fixiert sein sollten. »Wenn die Papiere gleich rausfliegen, ist das schon ein erster Negativeindruck«, so Reiter. Fotos beizulegen sei nicht mehr verpflichtend, so Reiter weiter, »aber die Personalleiter haben gern eine optische Vorstellung von den Kandidaten«. Dabei solle man sich auf den Fotos authentisch abbilden lassen: Weder sich in eine Krawatte zwängen noch Gaudifotos abliefern.

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Eine ordentliche, zumindest in Ansätzen lesbare Unterschrift sei anzuraten, Verzierungen auf den Blättern dagegen eher weniger. Schreibfehler sollte man tunlichst ganz vermeiden; wofür gebe es schließlich die Korrekturprogramme auf den Computern. Natürlich sei es auch möglich, Bewerbungen zu mailen – aber auch das verursache in den Firmen zusätzlichen Aufwand, was nicht immer gern gesehen werde. Das Beste sei es nach wie vor, so riet Reiter, »the good old Bewerbungs-Map« persönlich abzugeben.

Die äußere Form ist das eine, aber natürlich ist auch der Inhalt wichtig, so Reiter weiter in seinen Ausführungen. Von daher empfahl er den Schülern dringend, die Noten nicht als etwas Nebensächliches zu betrachten. Besonders auch nicht die Noten in den Lernfächern. Den gerade hier könne ein möglicher künftiger Lehrherr Schlüsse daraus ziehen, wie fleißig der Schüler ist.

Generell empfahl Reiter den Schülern, alle Möglichkeiten für Praktika zu nutzen und sich, wenn man eine solche Gelegenheit bekommen hat, dies auch aktiv auszunützen. Wenn man in einem Praktikum einen guten Eindruck hinterlassen habe, würden die Chancen, bei einer späteren Bewerbung genommen zu werden, deutlich steigen.

Reiter hatte im Vorfeld von allen Schülern der beiden M-Klassen Bewerbungsunterlagen bekommen, anhand derer er dann mögliche Fehler und Defizite nochmals aufzeigte. Dann wurden mit einzelnen Schülern noch zur Übung einige Bewerbungsgespräche geführt. he