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Jugendliche arbeiten als Nachwuchsjournalisten

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Der 14-jährige Nachwuchsjournalist Lukas Hager hat großen Spaß daran, eigene Beiträge aufzunehmen, zu schneiden und online zu stellen. (Foto: Artes)

Traunstein. Aktuelle Reportagen, coole Fotos, witzige Videos: Bei der Jugendmedienplattform »Jumpla« sind der Kreativität der jugendlichen Nachwuchsreporter keine Grenzen gesetzt. Angefangen als Projekt während der oberbayerischen Kultur- und Jugendkulturtage im vergangenen Jahr, wird es nun fortgesetzt. Seit kurzem finden regelmäßig Redaktionssitzungen im Traunsteiner Jugendtreff statt. Immer mehr Jugendliche wollen als Reporter oder Redakteure arbeiten und dabei ihre eigenen Ideen in Bild-, Text- oder Videomaterial verwirklichen.


Themenfindung in Redaktionssitzungen

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Was Themenfindung und Umsetzung der Beiträge betrifft, haben die Nachwuchsjournalisten viele Freiheiten. Dennoch legen sie in einer wöchentlich stattfindenden Redaktionssitzung im Jugendtreff die Themen, über die berichtet werden soll, gemeinsam fest. Es werden entweder eigene Themenvorschläge abgegeben, die die persönlichen Interessen abdecken oder man orientiert sich an aktuellen Ereignissen.

»Ab und zu kommt es auch vor, dass uns die Themen vorgegeben werden«, erzählt der 13-jährige Valentin Pino. Dazu gehörte zuletzt auch die Bürgermeister- und Landratswahl, über die im Online-Magazin berichtet wurde. Eher selten passiert es, dass ein Thema in der Redaktionssitzung abgelehnt wird. »Das betrifft dann vor allem Musikbeiträge. Sind in den Songtexten zu viele Schimpfwörter oder beleidigende Ausdrücke, darf nicht darüber berichtet werden«, erklärt Medienpädagogin Steffi Pickl, die für das Projekt verantwortlich ist.

Ist das Thema aber erst einmal beschlossen, folgen sofort eine Reihe weiterer Entscheidungen und das Diskutieren unter den Jugendlichen geht wieder von vorne los: Wer darf über das Thema berichten? Wer moderiert die Radiosendung? Wer übernimmt die Technik? Wer schreibt die Fragen für das Interview?

Immer mehr Jugendliche haben inzwischen Spaß daran für »Jumpla« Beiträge zu machen. Alternativ bietet auch das regionale Jugendradio »so!FM« eine Möglichkeit Beiträge zu veröffentlichen und auch im Traunsteiner Tagblatt erscheinen auf der Jugendseite regelmäßig Artikel. Inzwischen kommen fast 20 Nachwuchsjournalisten – vom Geschlecht gleichermaßen gemischt – zu den Redaktionstreffen. Da es sich um eine »offene« Redaktion handelt, kann jeder kommen wann er möchte – es macht also nichts, wenn man mal bei einem Treffen keine Zeit hat.

Schüler Fabian Eschenbrücher ist seit September bei »Jumpla« bzw. »«SO!FM« dabei. Von seinen Redaktionskollegen wird er als »Technikchecker« bezeichnet, da ihn vor allem die technischen Hintergründe interessieren. Deswegen übernimmt er auch gerne das Aufnehmen und Schneiden der Radiobeiträge. »Am Anfang wollte ich es nur einmal ausprobieren, inzwischen macht es mir so viel Spaß, dass ich fast jede Woche komme«, berichtet er.

Jugendliche lernen ihr Können in Workshops

Schon etwas länger dabei ist Lukas Hager aus Kammer. Vor zwei Jahren begann der 14-Jährige Beiträge für die Radio Plattform »SO!FM« zu machen. Sein bisher »coolstes« Interview führte Lukas mit seiner ehemaligen Mathelehrerin, die gleichzeitig auch Schulpsychologin ist. Von ihr wollte er wissen, warum Menschen immer mehr wollen. »Das war mein bisher bestes Interview. Meistens dauert es nur zwei Minuten, dann ist alles aufgenommen, aber sie hat so viel erzählt, dass ich am Ende ganz viel rausschneiden musste.«

Das Schneiden von Beiträgen für Film- und Radiomaterial oder auch richtiges Moderieren und das Schreiben von Artikeln lernen die Jugendlichen in Workshops, die über das »Quartier Medien.Bildung.Abenteuer« – kurz Q3 – angeboten werden.

Wer also neugierig geworden ist oder auch einmal etwas veröffentlichen möchte, kann jederzeit gerne vorbeikommen. Die Redaktionssitzung findet jeden Freitag ab 14.30 Uhr im Traunsteiner Jugendtreff statt. Alternativ kann man sich auch unter www.jumpla.de im Internet über das Online-Magazin informieren. Julia Artes