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»Jeder kann das Beste aus seinem Leben machen«

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Amanda Wochinger (rechts) arbeitet seit etwa vier Jahren bei der Firma Bioteaque und fühlt sich dort auch sehr wohl.

Traunstein – Dass man auch mit dem Hauptschulabschluss im Berufsleben großen Erfolg haben kann, zeigt sich am beruflichen Werdegang von Amanda Wochinger aus Traunstein. Nachdem sie die Kohlbrenner-Schule verlassen hat, machte sie eine Ausbildung zur Hotelfachfrau, holte ihren Mittelschulabschluss nach und arbeitet jetzt seit vier Jahren im Vertrieb der Firma Bioteaque aus Traunstein.


»Da mein Notendurchschnitt nicht für eine andere Schule gereicht hat, hatte ich keine andere Möglichkeit«, erinnert sich die 26-Jährige. So blieb für sie nur der Weg auf die Hauptschule übrig. »Ich habe es damals nicht unbedingt an die große Glocke gehängt, dass ich auf die Mittelschule gehe.« Oft hat sie während der Schulzeit daran gedacht, an eine höhere, weiterführende Schule zu wechseln. »Ich wollte einfach mehr. Leider war ich zu faul, um mich aktiv darum zu kümmern, um auf eine höhere Schule zu kommen.« So machte Amanda im Jahr 2006 den Quali und ging von der Schule.

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»Dann hat es endlich in meinem Kopf 'klick gemacht', und ich habe mein Leben selbst in die Hand genommen.« Nach dem Quali ging die 26-Jährige an die Staatliche Berufsschule I und besuchte dort den Gastronomischen Zweig. »Das war der perfekte Start für mich in die Gastronomie.« Das Jahr an der Schule wurde Amanda schließlich auch als erstes Lehrjahr angerechnet, sie setzte ihre Ausbildung im Parkhotel unter der Leitung von Martin Schweiger fort. »Außerdem habe ich meine Mittlere Reife nachgeholt.« Aus heutiger Sicht würde sie, was den Quali betrifft, definitiv mehr für die Schule tun, »um mich selbst mehr zu fordern und früher für meine Ziele zu arbeiten«.

»Ich habe in den besten Häusern gearbeitet«

Nach Ende ihrer Ausbildung hat die 26-Jährige beruflich aber schon einiges erreicht. »Ich habe in den besten Häusern gearbeitet«. Dazu gehören zum Beispiel der Bayerische Hof in München, ein Fünf-Sterne-Hotel, oder in Salzburg das Restaurant Ikarus im Hangar 7. »Jetzt habe ich das große Glück, für die Firma Bioteaque im Vertrieb zu arbeiten, das nun schon fast vier Jahre.« Für diesen Beruf hat sich Amanda entschieden, da sie ihre Termine und ihre Touren selbst gestalten und planen kann. »Außerdem bin ich jeden Tag in den tollsten Hotels.« Ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau hilft ihr im Berufsalltag auch weiter. »Ich sehe vor allem in den Hotels, was andere Vertriebler vielleicht gar nicht merken: Organisation, Handling, Umsetzung.« Mit ihrer Firma ist die 26-Jährige auch auf vielen Gastro-Messen unterwegs. »Dort knüpft man viele neue Kontakte zu Menschen aus der Gastronomie.«

Amanda hat sich für diesen Berufsweg entschieden, »weil ich gerne mit Menschen kommuniziere und es mir Spaß macht, Neues zu sehen und kennenzulernen. Egal, ob in der Gastronomie oder im Vertrieb, die Abwechslung ist mir sehr wichtig«. Momentan ist die 26-Jährige sehr zufrieden mit ihrem Beruf. »Auch wenn ich nicht mehr direkt in der Gastronomie arbeite wegen der Arbeitszeiten, bin ich sehr froh, so einen tollen Job in der Bioteaque mit super Chefs und tollen Kollegen gefunden zu haben.« Als Überraschung und als Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung hat ihr Chef sogar eine eigene Tee-Sorte für die 26-Jährige kreiert mit dem Namen »Blumige Amanda«. Was sie beruflich in der Zukunft noch erreichen möchte, kann sie derzeit nicht sagen. »Aktuell passt es gerade so, wie es ist für mich. Aber mal schauen, was noch kommt. Ich bin für alles offen.«

»Man bekommt nichts geschenkt«

Die 26-Jährige würde anderen durchaus empfehlen, die Mittelschule zu besuchen. »Ein Schulabschluss ist immer noch besser als gar kein Schulabschluss.« Sie sagt aber auch: »Studieren wird schon schwierig mit dem Mittelschulabschluss, aber auch das geht bei fleißigem Lernen und dem Besuch von weiteren Schulen.« Jeder Schüler habe das gleiche Potenzial. »Klar gibt es Schüler, die sich leichter lernen, aber jeder kann das Beste aus seinem Leben machen. Dafür muss man sich nur im Klaren sein, was man selbst will und dafür auch arbeiten – auch schon in der Schulzeit. Denn man bekommt nichts geschenkt.« Diese Erfahrung machte auch Amanda. Doch dank der Unterstützung ihrer Familie, die ihr immer den Rücken gestärkt hat, ist sie nun schon so weit gekommen im Leben.

In unserer Serie »Erfolgreich mit Mittelschulabschluss« stellen wir in den kommenden Wochen auf der Jugendseite ehemalige Schüler der Franz-von-Kohlbrenner-Schule Traunstein vor, die es mit ihrem Mittelschulabschluss schon weit gebracht haben im Leben. Es soll gezeigt werden, welche beruflichen Möglichkeiten die Schüler haben, auch wenn sie kein Abitur oder einen Realschulabschluss besitzen jar

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