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»In meinen Augen ist es der schönste Beruf«

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In der achten Klasse machte Markus Mühlbacher ein Praktikum in einer Schreinerei, nach der Mittelschule entschied er sich dann für eine Schreinerlehre.

Traunstein – Wenn Markus Mühlbacher aus Surberg auf seine Schulzeit an der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule zurück denkt, fallen ihm nur positive Erlebnisse ein. »Ich hatte nie Stress mit Lehrern oder Mitschülern und blicke immer wieder gerne auf die Zeit zurück.«


»Am meisten fehlt es mir, meine Klasse jeden Tag zu sehen, Spaß zu haben in den Pausen und ich dachte nie, dass ich das sage: der Unterricht«, so der 21-Jährige, der sich nach der Mittelschule für eine Schreinerlehre entschieden hat. Markus Mühlbacher kam im September 2006 an die Franz-von-Kohlbrenner-Schule in Traunstein. »Ich hatte einige Freunde, deren Eltern unbedingt in der vierten Klasse darauf gedrungen haben, ans Gymnasium zu wechseln. Ich hatte jedoch in den drei Hauptfächern den Notenschnitt nicht, um ohne Aufnahmeprüfung dorthin zu wechseln. Ich wollte mir den Stress mit der Prüfung nicht antun und ging auf die Kohlbrenner-Schule.« Hilfreich zur Seite gestanden sind ihm dabei seine Eltern: »Sie haben damals einen Informationsabend an der Kohlbrenner-Schule besucht und erfahren, dass einem alle Wege offen stehen, auch wenn man 'nur' auf die Mittelschule geht«, erzählt der 21-Jährige.

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»Bei manchen klickt es nur erst später«

Als »Resterampe« für schlechte Schüler hat Markus Mühlbacher die Mittelschule nie gesehen. »Bei manchen klickt es nur erst später und man versteht, dass man für sich selbst lernt und nicht für andere.« So wurde er auch nie blöd angesprochen, dass er die Mittelschule besucht. »Ich musste mir weder von meinen Freunden, die zum Teil das Gymnasium besuchten, noch von sonst wem anhören, dass ich nicht so schlau bin, wie sie. Im Gegenteil: Heute werde ich um Hilfe gebeten, wenn es um etwas Handwerkliches geht.«

Wie es für den 21-Jährigen nach der Mittelschule weitergehen soll, stand eigentlich schon in der achten Klasse fest. »Ich habe damals ein Praktikum in einer Schreinerei in Ruhpolding gemacht. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und ich wurde gleich nach einer Lehrstelle gefragt.« So besuchte Markus Mühlbacher das Berufsgrundschuljahr im Schreinerhandwerk an der Berufsschule I in Traunstein und machte anschließend noch die normalen beiden Lehrjahre. »Seit eineinhalb Jahren bin ich jetzt Schreinergeselle.«

Für den 21-Jährigen ist es der absolute Traumberuf: »Ich konnte mir nie vorstellen, im Büro meine tägliche Arbeit zu verrichten und handwerklich geschickt war ich schon immer.« Deshalb würde er aus heutiger Sicht auch noch einmal den gleichen Weg gehen. »Ich weiß mir zu helfen. Ich kann Sachen, um die mich schon viele beneidet haben. In meinen Augen ist es der schönste Beruf. Man hat mit einem wunderschönen Werkstoff zu tun und sieht jeden Tag aufs Neue, was man mit seinen eigenen Händen geschaffen hat.«

»Hauptsache ich habe mit meinem jetzigen Beruf zu tun«

Wie es beruflich in Zukunft für ihn weitergehen soll, weiß Markus Mühlbacher noch nicht genau. »Einerseits liebe ich meinen Beruf sehr und könnte mir vorstellen, als Schreinermeister in der Planung und der Fertigung zu arbeiten. Andererseits ist für mich auch denkbar, auf Berufsschullehrer umzuschulen. Hauptsache, ich habe noch mit meinem jetzigen Beruf zu tun.«

Der 21-Jährige würde anderen empfehlen, ebenfalls auf die Mittelschule zu gehen. »Ich war nie jemand, der sich hingesetzt und gelernt hat. Das heißt jetzt nicht, dass man auf der Mittelschule nicht lernen muss, nur fällt es einem leichter, als auf einer höheren Schule.« Auch habe es immer Unterstützung durch die Lehrer gegeben, schwächere Schüler sind sogar speziell gefördert worden. »Die Lehrerin, die wir im letzten Schuljahr hatten, hat sich immer sehr gut darum gekümmert, Nachhilfelehrer für kleine Gruppen zu organisieren, in denen man freiwillig für die Abschlussprüfung lernen konnte.«

Markus Mühlbacher ist inzwischen bewusst, wie wertvoll seine Entscheidung für die Mittelschule war. »Meine Eltern haben zu mir gesagt: 'Dir stehen alle Wege offen!' Das stimmt wirklich. Man kann auf die FOS gehen, eine Ausbildung machen, auf die BOS gehen, seinen Meister machen und dann studieren. Ich glaube, vielen ist gar nicht bewusst, wie viele Wege es für einen Mittelschüler gibt.«

In unserer Serie »Erfolgreich mit Mittelschulabschluss« stellen wir in den kommenden Wochen auf der Jugendseite ehemalige Schüler der Franz-von-Kohlbrenner-Schule Traunstein vor, die es mit ihrem Mittelschulabschluss schon weit gebracht haben im Leben. Es soll gezeigt werden, welche beruflichen Möglichkeiten die Schüler haben, auch wenn sie kein Abitur oder einen Realschulabschluss besitzen. jar

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