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Ihre Liebe zum Metzgerhandwerk geht unter die Haut

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Manuel Theinl und Stefan Blösl (rechts) aus Siegsdorf sind Metzgergesellen aus Überzeugung. Beide haben sich die Daten zu Beginn ihrer Metzgerausbildung auf ihren rechten Oberarm tätowieren lassen.

Die regionalen Metzgereien kämpfen nicht nur aufgrund des Warenangebots der großen Discounter mit starker Konkurrenz. Auch auf dem Gebiet des beruflichen Nachwuchses haben die Betriebe Sorgen: Immer weniger junge Menschen wollen den Traditionsberuf des Metzgers erlernen.


Zwei, die zu ihrem Beruf stehen und in ihrem Umfeld darauf aufmerksam machen, sind Manuel Theinl und Stefan Blösl aus Siegsdorf. Sie sind quasi »Metzger aus Überzeugung. Beide stehen mit Herzblut und Überzeugung zu ihrem Beruf. Und weil das auch jeder sehen soll, haben sich beide auf ihren Oberarm das Datum ihrer inzwischen erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung als Metzgergeselle tätowieren lassen. Ganz nach dem Motto: »Alter Beruf – hippes Tattoo.«

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»Ich wollte den Beruf lernen, weil er Zukunft hat«

»Der Ausbildungsberuf ist interessant und abwechslungsreich. Das, was man isst, kann man selbst herstellen«, zeigt sich Theinl überzeugt und versteht nicht, warum der chancenreiche Handwerksberuf unter den Schulabgängern so wenig Beachtung findet. So betont der 20-Jährige, dass es ihn damals auch gereizt hat, einen Handwerksberuf zu erlernen, für den sich heute nur noch wenig junge Menschen entscheiden.

»Für mich gab es nur eine Entscheidung. Ich wollte den Beruf lernen, weil er Zukunft hat«, sagt Blösl, der wie Metzgerkollege-Kollege bei der Metzgerei Eicher in Inzell gelernt hat. Der 18-jährige Siegsdorfer will nach seiner erfolgreichen Gesellenprüfung weiter durchstarten. Die Meisterprüfung hat er bereits fest im Blick.

Mit diesem großen Enthusiasmus rühren die beiden Siegsdorfer zusammen mit der Innung derzeit die Werbetrommel. Denn das geringe Interesse der Auszubildenden hatte im vergangenen Berufsschuljahr bereits gravierende Folgen: So musste die neue Metzgerklasse an der Staatlichen Berufsschule I in Traunstein nach Rosenheim verlegt werden – zwölf Berufsschüler, die sich zum Metzger oder zur Metzgereifachverkäuferin ausbilden lassen wollten, waren zu wenig für die Fortführung der Traditionsausbildung in Traunstein (wir berichteten).

Die Berufsschule, die Metzgerinnung Traunstein-Berchtesgadener Land und die Mehrzahl der Betriebe machen seitdem kräftig Werbung für ihr Handwerk und hoffen, in diesem Jahr wieder eine neue Klasse bilden zu können.

Zwar gibt es für das neue Schuljahr bereits einige Meldungen für Metzger und Verkäuferinnen, doch dieses reichen bisher noch nicht aus. »Wir hoffen auf noch unentschlossene junge Menschen, die eine Ausbildung im Metzgerhandwerk beginnen wollen«, betont Oberstudienrat Friedrich Adler.

Über freie Lehrstellen in Metzgereibetrieben in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land können sich Schulabgänger bei Innungsobermeister Rudolf Riedler, Telefon 08686/1237, oder dem Prüfungsvorsitzenden der Innung, Peter Eicher, Telefon 08665/279, informieren. awi