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»Ich möchte eine gute Architektin werden«

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Antonia Ivankovic wurde 2017 mit dem Münchner Hochschulpreis ausgezeichnet.

In der Mittelschule Teisendorf begann der Bildungsweg von Antonia Ivankovic, inzwischen lebt sie in München und arbeitet als Architektin. »Ich wollte gerne mit meinen Händen arbeiten und einen Beruf finden, in dem ich kreativ sein, zeichnen oder etwas erschaffen kann«, sagt die 28-Jährige.


Bewusst für die Mittelschule entschieden hat sich Antonia nicht. »Vielmehr entstand der Entschluss zum M-Zug aus der Situation heraus. Meine Noten für die Realschule standen auf der Kippe. Ich hätte eine Aufnahmeprüfung machen müssen und da ich damals schrecklich Prüfungsangst hatte, wollte ich es einfach mal mit dem M-Zug probieren«, erinnert sich die 28-Jährige. Da ihre Mutter an der Schule als Putzfrau arbeitete, entschied sich Antonia, zu bleiben, »wo ich alles und jeden kannte und nicht neu beginnen musste«.

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Nach dem Mittelschulabschluss ging es für Antonia nach München, wo sie zwei Jahre die Fachoberschule für Kunst und Gestaltung besuchte und dort 2008 ihr Fachabitur machte. Nach einem kleinen Umweg und einem Jahr als Praktikantin in einem Traunsteiner Architekturbüro begann sie 2011 ihr Architekturstudium an der Hochschule München. »Während des Bachelorstudiums wurde ich in das Begabtenförderungswerk der Hanns-Seidel-Stiftung für ein Stipendium aufgenommen.« 2016 schloss Antonia ihr Studium mit dem Master ab, ein Jahr später erhielt sie von der Landeshauptstadt München für ihre Masterarbeit »Ein Stadtbaustein für Bogenhausen« den Münchner Hochschulpreis. »Seit Oktober 2016 arbeite ich in einem Architekturbüro in München.«

Entschieden hat sich Antonia für diesen Beruf, weil sie schon immer von schönen, besonderen oder einzigartigen Gebäuden fasziniert war. »Auch fand ich, dass die Kombination aus künstlerischer Kreativität und Technik gut zu mir passen.« Ihr Ziel für die Zukunft: »Ich möchte eine wirklich, wirklich gute Architektin werden.«

An ihrem Lebensweg ändern möchte die ehemalige Mittelschülerin nichts. »All diese Entscheidungen und Stationen, die ich bisher getroffen und erlebt habe, haben mich zu der Person gemacht, die ich jetzt bin. Klar könnte man das ein oder andere optimieren, aber ich bin wirklich sehr dankbar und zufrieden für all die Möglichkeiten, die ich hatte.«

Antonia wurde auch nie blöd angesprochen, weil sie die Mittelschule besucht hat. »Aber Professoren oder Kommilitonen waren oft sehr verwundert über meinen Bildungsweg, was mich aber nicht weiter beschäftigte. Ich hatte ja trotzdem meinen Studienplatz genauso erworben wie andere. Manchmal ist es auch nicht schlecht, Menschen überraschen zu können.«

Für die gebürtige Teisendorferin war die Mittelschule die richtige Entscheidung, »obwohl ich damals wirklich kein Überflieger gewesen bin«. Sie würde anderen empfehlen, »sich nicht unnötig Druck zu machen, die Mittelschule ist eine ehrenwerte Ausbildung mit einem guten Grundstein. Und sollte man danach noch Lust haben, mehr zu lernen, stehen einem die Türen noch alle offen.« jar

In unserer Serie »Erfolgreich mit Mittelschulabschluss« stellen wir ab sofort wieder ehemalige Mittelschüler vor, die mit ihrem Abschluss erfolgreich die Karriereleiter hinaufgeklettert sind. Einige haben studiert, andere eine duale Ausbildung gemacht oder weiterführende Schulen besucht. Hast auch Du den Mittelschulabschluss gemacht und möchtest uns Deine Geschichte erzählen oder kennst jemanden, der für die Serie in Frage kommen könnte? Dann melde dich bei der Redaktion per E-Mail an lokales@traunsteiner-tagblatt.de mit dem Stichwort »Mittelschule«.