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»Ich freue mich riesig auf die Party!«

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Eines der beliebtesten Festivals für elektronische Musik ist das Exit-Festival in Belgrad. Dort legte DJ Hell zusammen mit DJ Tiga (rechts) vor über 20 000 Menschen auf. »Das war schon beeindruckend«, betont der 52-Jährige im Gespräch mit uns.
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Helmut Josef Geier legt morgen in Altenmarkt auf. Dort ist der bekannte DJ geboren.

Altenmarkt. DJ Hell lebt mittlerweile in Berlin und München. Doch aufgewachsen ist der weltbekannte Techno-DJ und Produzent Helmut Josef Geier in Altenmarkt an der Alz. Dort wird er am morgigen Freitag im Bergwerk auflegen. Einlass ist ab 22 Uhr. Wir sprachen mit dem 52-Jährigen.


Freuen Sie sich, dass Sie mal wieder zuhause auflegen?

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Ja, das ist schon etwas Besonderes. Ich bin dort groß geworden und habe dort vor 30 Jahren angefangen, aufzulegen. Zunächst in der Stiege in Trostberg, dann im früheren Libella in Kirchweihdach. »Schlucki«, der Chef vom Bergwerk, hat mich damals entdeckt.

Was dürfen die Besucher morgen musikalisch erwarten?

Diese Frage stellt sich nicht. Denn es hängt von den Leuten ab, was sie wollen. Aber ich habe viele Freunde eingeladen. Die Party könnte also fast schon ein wenig Privatcharakter bekommen. Ich freue mich riesig drauf!

Wie hat sich Ihre Musik in den vergangenen Jahren verändert?

Erst kürzlich habe ich ein Set von mir von vor 20 Jahren gehört. Meine Vorstellung von dem, was ich damals als gute elektronische Musik empfunden habe, gilt immer noch. Das Set würde ich heute ohne Probleme wieder so spielen. Der große Unterschied ist natürlich, dass damals alles analog war und heute digital.

Sie sind also mit den Jahren nicht weicher geworden?

Doch schon. Mitte der 90-er Jahre war die Zeit der sehr brachialen Techno-Musik, die sehr laut, modern und innovativ war. Im Moment sind es schon eher die softeren Töne, die ankommen. Aber in einem Set ist immer alles möglich. Das mache ich davon abhängig, wie die Leute reagieren. Es kann auch gerne mal härter werden (lacht).

Was sagen Sie dazu, dass die Hauptacts, also die bekannten DJs, oft erst um 4 Uhr morgens auflegen?

Für mich ist das ganz normal. Das ist für mich keine ungewöhnliche Zeit. Vor allem in den Großstädten ist es einfach so, dass die Leute erst um 1 Uhr oder 2 Uhr nachts weggehen. Nach hinten gibt es ja mittlerweile keine Grenze mehr. Das mit der Afterhour ging Mitte der 90-er los, jetzt ist es völlig normal, wenn bis am nächsten Tag Mittag gefeiert wird.

Es stört Sie also nicht, wenn Sie erst so spät dran sind?

Nein, das bin ich gewöhnt. Und das hat mich auch nie gestört. Bei schönem Wetter gehe ich nach dem Auflegen auch mal nicht ins Bett, sondern vom Club gleich zum Frühstücken. Das kann sehr schön sein. Außerdem ist das nicht überall gleich. In Schottland zum Beispiel macht um 2 Uhr nachts alles zu. In Ibiza geht es dafür oft erst um 6 Uhr morgens los.

Wie oft legen Sie denn auf?

Also eigentlich fast immer Freitag, Samstag und Sonntag. Und dann noch ab und zu unter der Woche. Am Freitag war ich zum Beispiel in Zürich, am Samstag in Amsterdam und am Montag hab' ich in München aufgelegt. Demnächst sind Auftritte in Singapur, Dubai und Japan geplant.

Lehnen Sie auch Angebote ab?

Natürlich. Ich würde im Moment zum Beispiel nicht in Moskau spielen.

Aus politischen Gründen?

Auf alle Fälle! Ich bin absolut anti Putin eingestellt. Ich habe viele Freunde in der Ukraine, da erfahre ich soviel, was hier in der Berichterstattung gar nicht vorkommt. Aber ich würde mir im Moment auch sehr gut überlegen, ob ich in Kiew spiele.

Zum Teil werden ja Unsummen für bekannte DJs ausgegeben. Gagen von 50 000 Euro pro Abend sind keine Seltenheit. Was verdienen Sie denn pro Auftritt?

Dazu möchte ich nichts sagen. Außerdem könnte ich das pauschal so eh nicht, denn es macht einen großen Unterschied, ob ich in einem Club auflege oder auf einem Festival. Aber ich mache das jetzt seit über 30 Jahren. Wenn ich keinen Erfolg damit hätte, wäre das traurig. Aber 50 000 Euro habe ich noch nie bekommen. (lacht). Mit DJs wie Paul Kalkbrenner oder David Guetta wird einfach auch ein Riesenumsatz gemacht. Deshalb ist das durchaus gerechtfertigt.

Vielen Dank für das Gespräch! Das Interview führte unsere Redakteurin Klara Reiter.