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»Hoffntlich is dem nix basiert«

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»Es Grattla, es dasoachte«: Bei diesen wilden Ausdrücken zensierte der »Schmid Maris« lieber das wüste Schimpfen der »Stadler Paula« im Theaterstück »Bairisch für Anfänger«. (Foto: Ch. Linner)

Chieming. »Dialekt bedeutet miteinander reden. Dialekt ist nichts für Dumme, im Gegenteil: Dass es keine Dorfdeppen sind, die den bayrischen Dialekt sprechen, das wurde schon längst durch Statistiken bewiesen.« – So begann eine achte Klasse ihren Beitrag zum »Bayrischen Tag«, der für die Klassenstufen 5 bis 9 am Landschulheim Schloss Ising stattfand.


Jede Klasse trug einen Teil zum unterhaltsamen Vormittag rund um das Thema »Dialekt« bei, sodass es ein informatives und lustiges Beisammensein war. So berichteten beispielsweise Sechstklässler in einem langen Gedicht vom Schulalltag, das sie passend mit dem Vers »In na boarischen Schui, do is a so, da moand oiwai jeda, dass jeda was ko« begannen und dann in 27 witzigen Versen aus dem Leben eines Schülers mit allen Schikanen und Freuden erzählten.

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Mit einer musikalischen Umrahmung durch einen Ziehharmonikaspieler ging es dann gleich weiter zu zwei Theaterstücken einer fünften Klasse. »Bairisch für Anfänger« wurde erklärt: Lektion 824 »Ackerbau und Viehzucht« sowie Lektion 1375 »Das bayrische A und O« stand für die gut 150 Zuschauer auf dem Lehrplan. Mit Sätzen wie »Da Odl riacht doch streng bei dem zweng reng« (»Wir hatten dieses Jahr einen Mangel an Niederschlägen«) und »Des is da Hodan vo meim Vodan« (»Das ist das Taschentuch meines Vaters«) wurde die richtige Aussprache gelehrt. Für die passende Umgebung sorgten das Bühnenbild mit Schubkarren und Ackergeräten und die typisch bayrische Tracht.

Darauf folgten bayrisch vorgetragene Witze der Parallelklasse, deren Höhepunkt erreicht war, als zwei Schüler durch einen imaginären Wald wanderten, einzelne Körperteile eines Menschen fanden und mit dem Ausruf »Mei, des is ja da Kopf vom Hansi! Hoffntlich is dem nix basiert!« das Publikum zum Lachen brachte. Eine neunte Klasse hatte einen Ausschnitt aus dem Stück »Tante Frieda« von Ludwig Thoma inszeniert, das von dem Besuch der norddeutschen Schwägerin in Bayern handelt, die durch verschiedenste Streiche dazu gebracht werden sollte, ihren Besuch möglichst schnell abzubrechen. Sechs talentierte Schauspieler brachten dies mit beeindruckenden Kostümen auf sympathische Art und Weise auf die Bühne.

Anschließend zeigte die Theatergruppe auf der Großleinwand einige Szenen aus dem »Brandner Kaspar«, der im letzten Schuljahr am Gymnasium aufgeführt worden war. Die letzte halbe Stunde vor dem Weißwurstfrühstück füllten vier Siebtklässler, die in einem Quiz ihre Sprachkenntnisse unter Beweis stellen mussten. Julia Baumgartner