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Gelebte Integration durch gemeinsame Radtouren

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Dieter Graef, Erwin Höller und Matthias Bauregger (von links) vom Vorstand des RSV freuen sich über die beiden neuen Mitglieder Mihretab und Tesfay. (Foto: Mix)

Traunreut – Der Radsportverein Traunreut (RSV) hat zwei neue junge Mitglieder: Tesfay und Mihretab stammen aus Eritrea und wohnen in der Carl-Orff-Grundschule in Traunwalchen in der Gruppe jugendlicher Asylbewerber der Jugendhilfe Jonathan. Im September 2015 kamen sie zum Verein, wurden nach und nach ausgestattet und sind nun bei den regelmäßigen Ausfahrten und Trainingseinheiten der Radsportler immer mit dabei.


Wer hat noch ein Rennrad übrig?

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»Die Gruppenleitung der Jugendhilfe Jonathan ist letztes Jahr auf uns zugekommen und hat von zwei jungen Männern erzählt, die gerne bei uns mitmachen würden«, erzählt RSV-Vorsitzender Dieter Graef. Er war sofort bereit, die inzwischen 18-Jährigen im Verein aufzunehmen. Aus den Reihen der Mitglieder wurde das notwendige Equipment für die beiden zur Verfügung gestellt: Bekleidung, Fahrräder, Zubehör, Helme – alles, was man so braucht. Allerdings passen die Räder von der Größe her nicht ganz optimal und der Verein würde sich über weitere gespendete Rennräder freuen.

Dieter Graef betont: »Uns ist die Integration der jungen Burschen wichtig, die kann am besten über die Vereine, über den gemeinsamen Sport funktionieren.« Die beiden Eritreer sprechen relativ gut Deutsch und sind in der Gemeinschaft der Radsportler bereits gut integriert. Sie machen alle Ausfahrten mit und nehmen an Vereinsfesten teil. Von den Vereinskameraden lernen sie auch die richtige Technik sowie wichtige Verkehrsregeln für Radfahrer.

Tesfay macht das Radfahren grundsätzlich viel Spaß und »ich habe hier schon viele Freunde gefunden«. Der 18-Jährige erklärt, dass er sehr gerne in Traunreut bleiben würde, vorerst ist sein Aufenthalt allerdings bis Dezember begrenzt. Für den RSV-Vorsitzenden wäre es jammerschade und traurig, wenn die beiden jungen Männer, die sich in der Gemeinschaft der Radsportler so wohlfühlen, die Stadt und damit den Verein wieder verlassen müssten. Er hofft sehr, dass sie auf längere Zeit bleiben können und betont: »Wir setzen uns dafür ein.« Alle Vereinsmitglieder seien den Eritreern gegenüber sehr hilfsbereit. Einen Vereinsbeitrag müssen die beiden nicht bezahlen, sind aber trotzdem über die Sportverbände abgesichert.

Mit dem Rad zur Schule nach Traunstein

Nicht nur bei den Ausfahrten mit dem RSV ist Tesfay auf seinem Rad unterwegs. Für ihn ist es zudem die einzige Möglichkeit, mit seinen Bekannten und Freunden in Trostberg und Tittmoning zusammenzukommen. Und er fährt auch regelmäßig mit dem Rad nach Traunstein in die Schule.

Der Radsportverein Traunreut ist nach den Worten des Vorsitzenden ständig am Wachsen und freut sich immer über jungen Nachwuchs. Jeden Sonntag sind die geführten Ausfahrten. Neu gibt es im Verein seit kurzem neben dem sportlichen Rennradfahren auch »Genussradeln« für alle, die nicht ganz so schnell unterwegs sein wollen, und selbst E-Bike-Fahrer sind willkommen. Alle Informationen zu den Fahrten gibt es auf der Internetseite des RSV. mix