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»Gastfamilie und ich passen einfach perfekt zusammen«

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Anna (Mitte) zusammen mit ihren Gastschwestern am Strand in Te Awanga, wo sie wohnen.

Traunstein – Eine spannende Zeit erlebt derzeit Anna Öttl. Seit Mitte Juli ist die Traunsteinerin in Neuseeland und verbringt dort zehn Monate als Austauschschülerin. Jetzt hat sie über die ersten drei Monate in der Ferne einen Erfahrungsbericht für die Jugendseite geschrieben:


Der Flug von Deutschland nach Neuseeland war extrem lang und anstrengend. Von Frankfurt nach Singapur habe ich überhaupt nicht geschlafen. Dann haben wir einen Tag in Singapur verbracht und die Stadt angeschaut. Von Singapur nach Sydney habe ich ein wenig schlafen können. Dann hatte ich nochmals drei Stunden Aufenthalt in Sydney, bevor es weiter nach Auckland ging.

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In Auckland hatte ich ein viertägiges »Welcome«-Seminar von meiner Organisation. An diesen Tagen konnten wir uns einfach am Strand in Piha entspannen und an die neue Umgebung gewöhnen. Außerdem haben wir Auckland besichtigt. Dann bin ich nochmals eine Stunde geflogen, bis ich endlich bei meiner Gastfamilie angekommen bin.

Meine Gastfamilie und ich passen einfach perfekt zusammen. Meine Gasteltern sind fast wie meine eigenen Eltern und auch meine neuseeländische Gastschwester Jaime und meine dänische Gastschwester Astrid sind mittlerweile wie echte Schwestern für mich.

Die Schule hier ist komplett anders als in Deutschland. Der größte Unterschied ist natürlich die Schuluniform. Anfangs war es komisch, aber jetzt könnte ich es mir gar nicht mehr vorstellen, keine Uniform in die Schule anzuziehen. Es geht am Morgen viel schneller und man muss nie darüber nachdenken, ob die Kleidung so okay ist oder nicht. Aber auch die Schule selbst ist ganz anders aufgebaut: Es gibt nicht nur ein großes Gebäude, sondern einen Musikblock einen Matheblock oder einen Kunstblock. Außerdem hat die Schule ein riesiges Rugbyfeld, einen Fußballplatz, Schwimmbecken, ein Hockeyfeld und Tennisplätze.

»Das ist fast so wie bei Harry Potter«

Jeder Schüler ist in einem Haus untergebracht – fast so ähnlich wie bei Harry Potter. Die Häuser treten dann in verschiedenen Wettbewerben gegeneinander an. So gab es zum Beispiel schon einen Ruder-Wettbewerb oder einen Cross-Country-Lauf. Jeden zweiten Donnerstag ist außerdem eine Versammlung, wo sich alle Schüler und Lehrer in der Turnhalle treffen und der Direktor die ganzen Erfolge und Pläne vorliest.

Die Schulstunden dauern hier 55 Minuten und der Unterricht fängt erst um 8.45 Uhr an. Man hat erst zwei Stunden Schule, dann ist »Morning Tea« und dann sind wieder zwei Stunden Unterricht. Dann haben wir 20 Minuten lang jeden Tag »Formtime«. Jeder Schüler hat einen sogenannten Formteacher, mit dem man über seine schulischen Leistungen spricht. Nach der Mittagspause, in der man das Schulgelände allerdings nicht verlassen darf, haben wir nochmal eine Stunde Unterricht.

Als Fächer habe ich Mathe, Französisch, Wirtschaft, Textilwarenkunde, Bewirtung und Programmieren gewählt. Die meisten Fächer sind nicht wirklich anstrengend, bloß Mathe und Wirtschaft sind relativ anspruchsvoll. Allerdings ist es wirklich gut, dass ich Wirtschaft habe. Dort lerne ich richtig viel Englisch, weil wir dort ziemlich viele Aufsätze schreiben.

Bei Langeweile werden YouTube-Videos geschaut

Was auch ein riesiger Unterschied zur deutschen Schule ist, dass man hier immer sein Handy benutzten darf und es sogar in der Schule sogar ein eigenes Wlan gibt. Wenn einem hier im Unterricht langweilig ist, ist es ganz normal, dass man einfach YouTube-Videos anschaut. Es macht aber auch Sinn, sein Handy und den Laptop so nutzen zu dürfen: Wenn man etwas nicht versteht, kann man sofort das Wort bei Google suchen oder ein Online-Wörterbuch benutzen.

Nach der Schule habe ich entweder Lauftraining, treffe mich mit Freunden oder nehme den Bus nach Hause und verbringe dort Zeit mit meinen Gastgeschwistern oder gehe mit unserem Hund am Strand spazieren. An den Wochenenden unternimmt meistens meine Gastfamilie etwas mit mir oder ich treffe mich mit Freunden.

Mit meinen Freunden und meiner Familie zu Hause skype ich regelmäßig. Heimweh hätte ich bisher noch nicht und hoffe auch, dass das so bleibt. Aber ich habe einfach viel zu viel zu tun, um Heimweh zu bekomme. Außerdem weiß ich, dass meine Gastfamilie hier mir immer hilft und auch meine Familie zu Hause ist immer für mich da.