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Erste Erfahrungen im Ausland

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Ihre Entscheidung zum Auslandsjahr nie bereut haben Sabrina Denk (von links), Steffi Häger, Lorenz Mayer, Julia Stöger, Georg Holzner und Bea Fiedler. Im Schlechinger Bürgerhaus erzählten sie von ihren Erlebnissen. (Foto: U. Wunderlich)

Schleching. Was tun nach der Schulzeit: Ausbildung, Studium oder doch Auslandsaufenthalt? Mit diesem Thema befasste sich die Veranstaltung »Lehrzeit oder Leerlauf?« im Bürgerhaus in Schleching, zu der Jugendliche und Eltern eingeladen waren. In dem von Dr. Jan Bodo Sperling und Muck Bauer jun. initiierten Treffen stellten sich sechs junge Menschen vor und berichteten von ihren unterschiedlichen Erfahrungen. Durch den Abend führte BR-Fernsehmoderatorin Ursula Heller.


Steffi Häger arbeitete auf einer Farm in Neuseeland

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Den Anfang der Referenten machte Steffi Häger, die nach dem Abitur eine Ausbildung zur Buchhändlerin absolvierte und schon während der Lehrzeit die Auslandssehnsucht spürte. Nach bestandener Prüfung erstand sie ein Flugticket für »einmal um die Welt«. Von Kanada aus ging es ein halbes Jahr quer durch die USA bis nach Neuseeland, wo Steffi auf einer Farm Arbeit fand.

Julia Stöger lebte in einer amerikanischen Familie

Julia Stöger aus Schleching berichtete anschaulich von ihrem einjährigen »Schüleraustausch« in den USA vor neun Jahren. Zur ersten Enttäuschung kam es bei Julia, als sie hörte, dass sie nach Minnesota in ein noch kleineres Dorf als ihren Herkunftsort Schleching kam und die Familie nur eine jüngere Tochter hatte. Es stellte sich jedoch als Glücksfall heraus und Julia fühlte sich bald als Familienmitglied. Heute arbeitet die Schlechingerin als Physiotherapeutin.

Lorenz Mayer entschied sich für »Work & Travel«

Für den Beruf des Lehrers hat sich Lorenz Mayer aus Waging nach ein paar Umwegen entschieden. Nach dem Abitur wusste er nur, dass er sich für Sport interessiert und begann ein Sportstudium, das er jedoch wenig später wieder abbrach. Im Internet recherchierte er über »Work & Travel« und entschied sich dafür nach Australien zu fliegen. Lorenz erzählte den Besuchern von seiner Schüchternheit am Anfang der Reise und von seiner persönlichen Veränderung im »Land der unbegrenzten Möglichkeiten«. Noch heute hat er Kontakt zu vielen Freunden aus aller Welt und bei seinem über dreimonatigen Aufenthalt ist ihm klar geworden, dass der Beruf des Lehrers für sein Leben die richtige Entscheidung ist; denn schüchtern war er nach all den Erfahrungen nicht mehr.

Bea Fiedler half Behinderten in Südafrika

Für Bea Fiedler aus Obing war schon während der Schulzeit und nach dem Abitur 2007 klar, dass sie sich an einem sozialen Projekt engagieren wollte, aber das nicht zu Haus. Mit einem privaten Empfehlungsschreiben kam sie nach Südafrika, in eine Schule für geistig und körperlich Behinderte. Dort wurde nach der anthroposophischen Lehre von Rudolf Steiner gemeinsam mit den Schülern in einer Familie gewohnt und gelebt. Jedes Familienmitglied hatte die gleichen Rechte und Pflichten. »Es gab glückliche und traurige Momente«, berichtete Bea, aber geblieben sind die vielen Kontakte und Freundschaften bis heute. Allerdings empfahl Bea Jugendlichen, die Ähnliches vorhaben, es über eine der vielen Organisationen zu tun, dann lernt man sich untereinander schon vorher der Reise kennen und bekommt ausreichend Informationen über die Situation vor Ort.

Georg Holzner knüpfte Kontakte in Norwegen

Der Maschinenbaustudent Georg Holzner ging für ein Auslandssemester nach Norwegen. Als er im Januar in einem kleinen Dorf in Norwegen ankam, war es wahnsinnig kalt und er tat sich schwer, Kontakte zu knüpfen. Dann entdeckte er den Hallensport Volleyball für sich und fand viele Freunde. Beim Sport lernte er auch einen Lehrer kennen, bei dem er später wohnte. »Die Norweger sind nett aber am Anfang sehr zurückhaltend«, erklärte Georg. Zum Ende hin fühlte er sich aber richtig wohl und ein norwegischer Freund ist heute wie ein Bruder für ihn.

Sabrina Denk wurde zum Au-pair-Mädchen

Auch Sabrina Denk hatte sich für ein Auslandsjahr beworben und war zu einer Familie in einen sehr kleinen Ort im US-Bundesstaat Kansas eingeladen worden. In der Familie hatte sich Sabrina ein Zimmer mit der jüngeren Tochter teilen müssen. Begeistert war sie davon anfangs nicht, später entwickelte sich das Ganze aber zu einem Glücksfall. Zum Schluss wollte Sabrina fast nicht mehr zurück nach Bayern, so wohl fühlte sie sich. Wieder daheim begann Sabrina eine Lehre, ehe sie erneut das Fernweh packte und sie mit 18 Jahren als Au-pair-Mädchen nach Kanada ging.

Nach der Vorstellungsrunde begann eine lebhafte Frage- und Antwortrunde. Als großen Vorteil sahen alle Beteiligten die wesentlich verbesserten Englischkenntnisse. Keiner hatte die Entscheidung bereut und alle waren der Meinung, dass sie viel selbstbewusster und offener geworden sind, viele Freunde in aller Welt gefunden haben und noch lange davon zehren werden. wun