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Elend der Straßenkinder dem Publikum nahegebracht

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Viel Ärger gibt es unter den rivalisierenden Straßenkindern: Sonja Mühlbacher (von links), Franziska Mader, Gina Parzinger, Corinna Zehentner, Johanna Hofmeister, Paula Germayer und Miriam Gebhard. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Eine der 20 Firmgruppen im Pfarrverband Waging–Otting–St. Leonhard hat ein Theaterspiel einstudiert (wir berichteten). Das Stück mit dem Titel »Daheim sein«, das von Straßenkindern in Rio de Janeiro handelt, ist nun im Pfarrsaal von der Mädchengruppe aufgeführt worden und erhielt von den Besuchern Applaus nach fast jeder Szene.


17 Mal hat sich die Gruppe getroffen, um das Stück einzuüben. Es gab viel Text zu lernen und auch die Kulisse erforderte eine Menge Arbeit. Im Stück prallen zwei Welten aufeinander: Nicole (Josefa Wiedemann), das in Luxus aufgewachsene Töchterlein begüterter Eltern, die sich gleichwohl sehr einsam fühlt, und eine ganze Reihe Jugendlicher, die kein Elternhaus mehr haben.

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Alle Jugendlichen werden von ihren Eltern nicht gewollt oder landen durch Schicksalsschläge bedingt auf der Straße. Und weil Rio für die Fußball-WM glänzen soll, werden viele Straßenkinder »umgesiedelt«, teilweise auch einfach umgebracht. Josefa schließt trotz des so verschiedenen, persönlichen Hintergrunds Freundschaft mit Marie (Paula Germayer), einem Mitglied einer Straßengang. Die Zuschauer erlebten das konfliktbeladene Miteinander in der Gang, die von Silvania (Franziska Mader) angeführt wird und der als weitere Mitglieder Maja (Miriam Gebhard) und Sandra (Johanna Hofmeister) angehören. Es gibt Rivalitäten mit anderen Gruppen oder Personen, insbesondere der gefürchteten Dealerin Ricarda (Corinna Zehentner).

Viel Ärger gibt es darum, ob die neu in die Gegend gekommene Angela (Gina Parzinger) in die Gruppe aufgenommen werden soll oder nicht. Am Schluss sind zwei der Gangmitglieder tot, eine von Mitgliedern einer »Todesschwadron«, die andere von Ricarda erschossen. Nicole gelingt es aber schließlich, Flavia (Sonja Mühlbacher), die Schwester von Marie, auf ein Schiff nach Deutschland zu schmuggeln und ihr dort ein gesichertes Leben zu ermöglichen.

Dem Spielleiter-Trio Helmut und Silvia Schmid sowie deren Tochter Magdalena gebührt großes Lob für ihr Engagement, für die, wie Pfarrer Andreas Ager sagte, »gewaltige Leistung«, mit der die Firmgruppe das Stück auf die Bühne brachte. Ager appellierte aber auch an die Besucher, bei Gottesdiensten ein paar Euro in die Sammelkörbe zu legen, denn die Sammlung komme »Menschen aus kriminellem Milieu« zugute. Eine Spende dafür könne zum einen Ausdruck sein für die Dankbarkeit, dass es einem selber besser geht als den Straßenkindern in Brasilien, zum anderen natürlich ein Stück Hilfe für Menschen, die auf der Straße leben müssen und dadurch vielleicht eine Möglichkeit erhalten, aus dieser Situation herauszukommen. he