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»Einzig und allein der Wille zählt«

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Daniels beruflicher Weg begann in der Gastronomie. Doch sein Ziel, später einmal Pilot zu werden, hat er nie aus den Augen verloren.

Sein Ziel nie aus den Augen verloren hat Daniel Rouaichi aus Unterwössen. »Mein Traumberuf war es schon immer, einmal Pilot zu werden.« Dieser Traum könnte für den 23-Jährigen schon bald Wirklichkeit werden.


Daniel besuchte die Mittelschule in Unterwössen. »Während ich in der neunten Klasse war und später einen guten qualifizierenden Hauptschulabschluss in der Hand hielt, habe ich mich des Öfteren gefragt: Wie soll es jetzt für mich weitergehen?« Da der Unterwössner in der achten Klasse ein Praktikum in einem Hotel gemacht hat und ihm das auch einigermaßen gut gefallen hat, entschied er sich zunächst für eine Ausbildung zum Hotelfachmann.

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»In der Ausbildung konnte ich jeden Bereich der Gastronomie kennenlernen und fand es für ein eventuelles Berufsleben ganz gut, denn der Beruf ist sehr umfangreich und nicht nur auf eine Tätigkeit, die man sein ganzes Leben macht, spezialisiert.« Doch die Ausbildung war kein Zuckerschlecken. »Da hieß es dann im Service auch mal um 6 Uhr auf der Matte zu stehen.« Dennoch blickt Daniel auf eine schöne und vor allem hochwertige Ausbildung in der gehobenen Gastronomie zurück. »Andererseits blieb mir auch nichts anderes übrig, als eine Ausbildung zu beginnen, da ich keine Mittlere Reife hatte und somit auf keine weiterführende Schule gehen konnte.«

Daniel wusste aber auch, dass die Gastronomie kein Bereich war, in dem er nach der Ausbildung langfristig arbeiten wollte. »Für mich war immer klar, dass ich mein Ziel nie aus den Augen verlieren darf und das war, irgendwann das Abitur in der Hand zu halten.« Da der 23-Jährige seine Ausbildung mit einem Schnitt von 2,5 abschloss, erhielt er auch automatisch die Mittlere Reife. Die Chance für ihn, eine weiterführende Schule zu besuchen. Er entschied sich für die »School of young tourism« in Freilassing, bewarb sich und wurde genommen. »Damals wurde nur die Hälfte der Bewerber genommen und hat es mich wahnsinnig gefreut, zu denen zu gehören, die es geschafft haben.«

Daniel musste viel Schulstoff nachholen

Doch die Schulzeit war alles andere als leicht für den Unterwössner. »Für mich hieß es dann fast jeden Tag büffeln, auch abends und am Wochenende, während Freunde von mir feiern waren. Ich musste das aufholen, was in der Realschule an Mathe oder Englisch gelehrt wurde.« Daniel hatte Zweifel, ob er die Schulzeit durchhalten kann. Doch Motivation gaben ihm die Auslandspraktika in Prag, in Mexiko und in Fuerteventura. »Meine zweite Fremdsprache Spanisch, die ich drei Jahre in der Schule hatte, konnte ich während der Praktika vor allem gut einsetzen und vertiefen, was mir sehr zugute kam.«

Dann standen die Abschlussprüfungen auf dem Programm. Zunächst musste Daniel die beruflichen Fächer der Ausbildung abschließen. »Die Ordner stapelten sich gerade nur so und ich wusste am Anfang gar nicht, wie ich anfangen soll.« Nur wenige Wochen später kamen dann schon die Prüfungen für die allgemeine Fachhochschulreife, »die alles andere als einfach waren, besonders in Mathe«. Der 23-Jährige war »einfach nur froh, als das alles vorüber war und die Nachricht kam, alles bestanden zu haben.« Jetzt durfte ich mich staatlich geprüfter Assistent für Hotel- und Tourismusmanagement mit allgemeiner Fachhochschulreife nennen.« Der Unterwössner durfte in den drei Jahren an der Schule eine sehr hochwertige und praxisorientierte Ausbildung genießen, »für die ich mich jederzeit wieder entscheiden würde«.

Dem 23-Jährigen stehen nun alle Wege offen. »Ich konnte es gar nicht glauben, dass ich meinem Kindheitstraum vom Fliegen nähergekommen bin.« Die erste Zeit nach der Schule ist Daniel dann erst einmal arbeiten gegangen, »denn die Zeiten sind vorbei, wo einem die komplette Flugausbildung von einer Airline finanziert wird«. Schon seit längerer Zeit ist Daniel im Auswahlverfahren bei einer renommierten Airline. Ob er einen Platz bekommt, steht aber noch in den Sternen. Trotzdem ist der 23-Jährige sehr stolz auf das bisher Erreichte.

»Mein Schulweg war der einzig Richtige für mich«

Daniel möchte jedem Mittelschüler mitgeben, dass er es schaffen kann, seine Träume und Ziele zu verwirklichen. »Einzig und allein der Wille zählt.« Der 23-Jährige bereut keine einzige Minute, die er am Wochenende gelernt hat, statt ausgegangen zu sein. »Mein Schulweg war der einzig Richtige für mich und ich würde ihn genauso erneut machen.« Und Daniel erinnert sich sogar noch gut an die Worte seiner Lehrerin an der Mittelschule: »Meine Klassenlehrerin meinte immer, der Daniel ist fleißig und geht schon seinen Weg. Sie hatte vollkommen recht.« jar

In unserer Serie »Erfolgreich mit Mittelschulabschluss« stellen wir ab sofort wieder ehemalige Mittelschüler vor, die mit ihrem Abschluss erfolgreich die Karriereleiter hinaufgeklettert sind. Einige haben studiert, andere eine duale Ausbildung gemacht oder weiterführende Schulen besucht. Hast auch Du den Mittelschulabschluss gemacht und möchtest uns Deine Geschichte erzählen oder kennst jemanden, der für die Serie in Frage kommen könnte? Dann melde dich bei der Redaktion per E-Mail an lokales@traunsteiner-tagblatt.de mit dem Stichwort »Mittelschule«.