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Einzelne Seen in der Region erforscht

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Unter dem Mikroskop untersuchten die Seminaristen die Wasserproben und waren erstaunt, was sich da so alles tummelte.

Traunreut. Mit dem »Ökosystem See« befassten sich in den letzten eineinhalb Jahren Jugendliche am Traunreuter Johannes-Heidenhain-Gymnasium. Die 14 Teilnehmer des P-Seminars und ihre Lehrerin Petra Hochreiter hatten sich dazu als externen Partner die Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) in München gewählt. Prof. Dr. Herwig Stibor begleitete das Seminar und konnte im Laufe der Zeit die Schüler für die Limnologie, die Wissenschaft der Binnengewässer, begeistern.


Exkursion zur LMU in München

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Bei ihrer Präsentation vor Eltern, Lehrern und Mitschülern im Gymnasium berichteten die Seminaristen über ihre theoretischen und praktischen Arbeiten und die daraus gewonnen Erkenntnisse. Neben einer Exkursion zur Universität, wo sie Einblick in die Arbeit der Limnologen erhielten und selber Versuche durchführen durften, machten sich die Schüler der zwölften Klassenstufe an die Untersuchung von drei heimischen Seen. In den verschiedenen Jahreszeiten entnahmen sie Wasserproben, untersuchten und analysierten sie.

Aufgrund der festgestellten Werte in Bezug auf die Wassertemperatur, den ph-Wert sowie den Sauerstoffgehalt hatten die Seminarteilnehmer eine gute Vergleichsmöglichkeit der unterschiedlichen Gewässer.

Für ihre Versuchsreihe wählten die Schüler den Thalersee in der Eggstätter Seenplatte, den Tachinger See und den Klostersee bei Seeon aus. Anhand dieser Drei erläuterten sie im Rahmen der Präsentation fachmännisch den Unterschied zwischen oligotrophen, mesotrophen und eutrophen Gewässern.

Demnach sind oligotrophe Seen sehr klar und sauber, weil sie nährstoff- und humusarm sind und nur wenig organische Substanzen produzieren. Mesotrophe Seen, wie beispielsweise der Klostersee, würden sich in einem Übergangsstadium von der Oligotrophie zur Eutrophie befinden und hätten schon einen höheren Nährstoffgehalt. Eutrophe Gewässer sind sehr nährstoffreich und weisen eine große Artenvielfalt von Pflanzen und Tierchen auf. Der Thalersee, der rundum von Wald umgeben ist, ist so ein eutropher Binnensee.

Maßnahmen zum Schutz seien dringend notwendig

Probleme sehen die begeisterten Nachwuchsbiologen beim Tachinger See, der nach ihren Erkenntnissen davon bedroht ist, zu kippen. Der beliebte Badesee liege derzeit zwischen mesotrophem und eutrophem Zustand. Aufgrund einer sehr großen Menge abgestorbener Biomasse und Faulschlamms im Wasser, die durch die Landwirtschaft und wohl auch aufgrund des Klimawandels in den letzten Jahren immer mehr wurden, drohe eine Eutrophierung des Gewässers. Maßnahmen zum Schutz und um diesen beliebten Badesee als Naherholungsgebiet zu erhalten, seien laut den Schülern unbedingt notwendig. mix