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»Eine unglaublich bereichernde Erfahrung«

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Bei seinem vierwöchigen Aufenthalt in China war Fabian Steiner auch sieben Tage in Shanghai. Das Foto entstand vor der Skyline der Metropole.

Übersee – Einen Monat war der 26-jährige Student Fabian Steiner im Rahmen eines Studentenprogramms in China. Neben einem Einblick in die Kultur erfuhr er auch mehr über das Unternehmen Huawei, das die Reise organisiert und finanziert hat. Im Traunsteiner Tagblatt berichtet der 26-Jährige über seine Erfahrungen im »Land der Mitte«:


»Im November 2014 hatte ich mich für das Programm 'China Insights' des chinesischen Kommunikationstechnologieherstellers Huawei beworben, um im Rahmen eines einmonatigen Aufenthalts in China Land und Leute besser kennenzulernen. Kurz vor Weihnachten kam dann auch die Zusage, sodass ich mich Ende Februar zusammen mit 20 weiteren Studenten aus dem gesamten Bundesgebiet auf die 8500 Kilometer lange Reise nach Peking begeben habe.

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Schnelle Fortschritte beim Lernen der Sprache

Die ersten zwei Wochen in Peking verbrachten wir neben intensivem Sightseeing in und rund um Peking vor allem an der 'Beijing Language and Culture University', um dort Chinesisch zu lernen und Einblicke in die Kultur zu gewinnen. Trotz anfänglichen Unglaubens waren wir alle am Ende des Kurses überrascht, wie schnell man tatsächlich Fortschritte sehen konnte. Bestellte am Anfang noch immer der Guide für uns das Essen, so konnten wir diese Aufgabe ziemlich schnell selber übernehmen.

Der Sprachkurs an der Universität bot zudem die Möglichkeit, mit den chinesischen Studenten vor Ort sowie unseren Lehrerinnen in Kontakt zu treten und sich mit diesen zum Teil auch über kritische Punkte zu unterhalten. So berichtete unsere Lehrerin von den Folgen der Ein-Kind-Politik auf dem Land und die Möglichkeit, sich durch entsprechende Zahlungen darüber hinwegzusetzen. Als konkrete Folge hiervon haben viele Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren aktuell das Problem, Frauen zu finden, da die Ein-Kind-Politik gerade auf dem Land zu einer Präferenz für Jungen führte.

Portale wie Facebook oder Youtube waren blockiert

Gerade der dortige Umgang mit den Medien war uns besonders fremd, da wir es beispielsweise gewohnt sind, auf jegliche Ressourcen im Internet zugreifen zu können. Bereits am ersten Tag bekamen wir aber die Auswirkungen der großen Firewalls in China zu spüren: Portale wie Facebook, Youtube und Wikipedia waren geblockt und konnten nicht aufgerufen werden.

Nachdem wir vielfältige Einblicke in die chinesische Kultur bereits in der Hauptstadt des Nordens (wörtliche Übersetzung von Peking) bekommen haben, sollte es dann nach zwei Wochen für sieben Tage nach Shanghai gehen. Natürlich durfte bei unserem Aufenthalt auch nicht der Besuch der zahlreichen Wolkenkratzer fehlen: Vom Financial Tower, aufgrund seiner Form liebevoll auch 'Bottle Opener' genannt, überblickt man hervorragend die gesamte Szenerie Shanghais, insbesondere auch die berühmte Uferpromenade 'The Bund' entlang des Huangpu Flusses. Shanghai bot sich ferner als Ausgangspunkt für einen zweitägigen Ausflug nach Hangzhou und Suzhou an, zwei kleinere Städte, die auch als »Garden Cities« bekannt sind und sich im Vergleich zu den anderen Metropolen durch ein paar nette Grünflächen auszeichnen.

In Shenzhen den Hauptsitz von Huawei besucht

Die letzte größere Destination unserer Reise war dann schließlich Shenzhen, wo Huawei seinen Hauptsitz hat und sich mittlerweile auch zahlreiche weitere Firmen aus der IT-Branche niedergelassen haben. Hier besuchten wir mehrere Ausstellungsräume über die drei Produktbereiche (Carrier Networks, Enterprise Solutions, Enduser Smartphone Devices) und bekamen damit auch Einblicke, in welchen Bereichen Huawei außer dem Smartphone-Bereich, für den man das Unternehmen üblicherweise in Deutschland kennt, noch tätig ist.

Rückblickend gesehen waren die vier Wochen eine unglaublich bereichernde Erfahrung, die es mir ermöglicht hat, mir ein eigenes Bild von China zu bilden. Insbesondere der Austausch mit Chinesen half mir, zu verstehen, warum die chinesische Gesellschaft so funktioniert und wie sie mit den Widersprüchen umgeht, die das politische System mit sich bringt. Zu einer persönlichen Reise ins 'Land der Mitte' kann ich somit nur jederzeit raten. »