weather-image
16°

Ein Kettcar mit allem drum und dran

4.7
4.7
Bildtext einblenden
Johannes Winkler aus St. Georgen zeigt stolz sein Kettcar und den ganzen Fuhrpark, den er eigens für den Fototermin vor der Garage seines Elternhauses aufgebaut hat. ( Foto: Mix)

Traunreut – Johannes Winkler aus St. Georgen ist ein leidenschaftlicher Bastler und technisch sehr interessiert. Er hat sich selber sein Kettcar mit allerlei Zubehör aufgemotzt und dazu einen ansehnlichen Fuhrpark geschaffen.


Der elfjährige Gymnasiast wünschte sich schon lange ein Kettcar. Im vergangenen Sommer war es dann endlich soweit: Sein älterer Bruder Seppi Winkler, Geschäftsführer beim Maschinenring Ebersberg, hatte über einen Kunden ein günstiges Gefährt aufgetrieben und ihm geschenkt. Johannes erinnert sich noch genau an diesen Tag: »Es war am 7. August. Als ich vom Baden heimkam, stand es auf einmal da.« Damals war es noch ein ganz normales Kettcar, seitdem hat Johannes Winkler viele Details und allerlei Zubehör dazu gebaut.

Anzeige

Los ging es mit einem großen Scheinwerfer und einem Rundumlicht, die er fachmännisch installierte. Eine große Hilfe war ihm Opa Hans Bretz, ein gelernter Bergwerkselektriker, der dem Buben alles in Sachen Elektronik beibrachte und ihm auch das Löten gelernt hat. Im Laufe der Zeit kamen dann Blinker, LED-Front- und Rücklichter und eine Seilwinde hinzu. Die vielen Kabel für die unterschiedlichen Beleuchtungssysteme hat der Schüler in Kabelkanälen verstaut, denn »es soll ja auch ein bissel ansehnlich sein«, auf einem Holzbrett sind die einzelnen Schalter angebracht, unter dem Sitz befinden sich der Verteiler und ein Verbandskasten.

Nach und nach kam weiteres Zubehör dazu. Das Kettcar verfügt nun über ein Schneeschild, das Johannes in der Fronthydraulik einhängen kann. Für den Winter hat er sogar Schneeketten für die Hinterreifen, denn »ich bin da schon manchmal ziemlich gerutscht«. Einen Kran, der bis 4,20 Meter ausfahren und mit dem er Gewichte bis 30 Kilogramm heben kann, baut der Schüler bei Bedarf hinten ans Kettcar an.

Johannes hat auch einen alten Niederfluranhänger für sein Kettcar, mit dem er den Balkenmäher der Familie transportieren kann. Oder er befestigt auf dem Bollerwagen ein ehemaliges Ölfass, gefüllt mit Wasser, um das Gemüsebeet der Großeltern zu gießen. Für die unterschiedlichen Anhänger hat der Tüftler entsprechende Vorrichtungen und Stecker angebracht und jedes seiner Fahrzeuge hat auch ein Nummernschild. Am Kettcar selber prangt ein grünes Schild für landwirtschaftliche Fahrzeuge mit dem Kennzeichen TS-JW 05. Darin enthalten sind seine Initialen und sein Geburtsjahr.

Da Johannes nicht nur in St. Georgen unterwegs ist, gibt es an seinem Gefährt auch eine Halterung für ein Navi. Zur Einweihung des neuen Bauhofes in Traunreut fuhr er selber und suchte sich so den besten Weg, um auf Nebenstraßen und Wegen dorthin zu gelangen. Mittlerweilen wurde das Gefährt durch die vielen Anbauten gewaltig schwer, es wiegt rund 250 Kilogramm.

»Es gibt eigentlich immer was zu basteln«, erzählt der Elfjährige eifrig und gerade jetzt in den Ferien verbringt er viele Stunden damit, noch Verbesserungen an seinem Kettcar anzubringen. Ganz fertig wird es vielleicht nie. Johannes schwebt vor, eine Sitzheizung einzubauen und er braucht noch Lautsprecher, um ein altes Autoradio anbringen zu können. Seine beiden Freunde Moritz Holzner und Simon Kordick aus Hörpolding sind auch begeisterte Kettcar-Besitzer und mit ihnen tauscht er bei Bedarf die Anhänger oder das Zubehör aus. - mix

Einstellungen