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Ehemaliger Häftling berichtete über Auschwitz

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Der ehemalige KZ-Häftling Max Mannheimer (Mitte) informierte am Landschulheim Schloss Ising die Schüler über die Zeit in Auschwitz. Eingeladen hat ihn Schüler Luis Sailer (links), Geschichtslehrer Roland Kaschke freute sich über den Besuch. (Foto: Hötzelsperger)

Chieming – Es gibt nicht mehr viele ehemalige Auschwitz-Häftlinge. Zeitzeugen, die zur Nazi-Zeit schon erwachsen waren, noch weniger. Dass einer von ihnen noch in Schulen darüber berichtet, ist wohl einzigartig. Der 95-jährige Max Mannheimer besuchte das Landschulheim Schloss Ising und erzählte von seinem bewegten Leben.


Nach einer glücklichen Kindheit wurde er 1943 nach Auschwitz deportiert und sah dort seine Eltern, seine Schwester und seine Ehefrau zum letzten Mal. Zwei seiner Brüder wurden kurz darauf ermordet. Auschwitz war das schlimmste KZ, weil es ein Vernichtungslager war. Anfangs wurden die Häftlinge noch gefragt, wer zum Arzt müsse. Später meldete sich kaum noch jemand, als man merkte, dass diese nie mehr in die Baracken zurückkehrten. Letztlich verdankte Mannheimer seiner stabilen Psyche und der robusten Gesundheit das Überleben.

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In der gefüllten Aula des Isinger Gymnasiums hätte man eine Nadel fallen hören, so ruhig war es, als der 95-Jährige seinen Ärmel hochkrempelte und die dort tätowierte Nummer 99 728 herzeigte. Auch nach dem Krieg, als er sich ein neues Leben aufbaute, holten ihn die traumatischen Erinnerungen immer wieder ein. So suchte er in Ising gerade das Gespräch mit den Jugendlichen: »Ich erkläre Ihnen, dass Sie nicht die Verantwortung dafür tragen, was geschehen ist, wohl aber dafür, dass es nicht wieder geschieht«; für die eifrigen Zuhörer der oberen Klassen war es eine große Chance, diese authentischen Erinnerungen noch viele Jahrzehnte wachzuhalten.

Der 15-jährige Schüler Luis Sailer, der Max Mannheimer zuvor nach Ising eingeladen hatte, bedankte sich nach dem Vortrag im Namen des gesamten Gymnasiums sehr und machte darauf aufmerksam, was für eine riesige Ehre der Besuch für die Schüler sei. »Es ist eine Ehre für mich, vor so tollen Schülern zu sprechen, die solch intelligente Fragen stellen«, entgegnete Mannheimer. hö