weather-image
15°

Die Generationen unter die Lupe nehmen

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Cornelius Kräuter (links) und Benedict Lödermann aus der 11. Klasse des Rottmayr-Gymnasiums nahmen im schuleigenen Aufnahmestudio der französischen Partnerschule einen Beitrag auf.

Laufen. Heuer feiert das Rottmayr-Gymnasium in Laufen sein 50-jähriges Bestehen, Anlass genug, dass sich Schüler neben den vielfältigen Aktivitäten zu den Jubiläumsfeierlichkeiten auch allgemein mit den letzten Generationen beschäftigen.


Mit dem Projekt »Generationen in Europa zwischen Vergangenheit und Zukunft« hatte sich das Rottmayr-Gymnasium zusammen mit sechs weiteren europäischen Schulen um eine von der Europäischen Union geförderte Schulpartnerschaft beworben und den Zuschlag erhalten. Während Spanien, Lettland und Polen abgelehnt wurden, können die Oberbayern zusammen mit den Partnerschulen aus Frankreich (Jaunay-Clan bei Poitiers) und Italien (Valdobbiadene) und den neu gewonnenen Partnern im westschwedischen Falkenberg das Comenius-Projekt beginnen.

Anzeige

Zehnt- und Elftklässler arbeiten zusammen

In Laufen arbeiten ein Projektseminar aus der elften Jahrgangsstufe zusammen mit ihrem Lehrer Thomas Stolz sowie Schüler aus den zehnten Klassen an diesem generationenübergreifenden Thema. Als außerschulischer Projektpartner konnte wiederum die Laufener Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege mit Diplombiologin Evelin Köstler gewonnen werden.

Bei einem ersten Treffen der Projektpartner in Frankreich haben sich die Schüler kennengelernt und gemeinsame Projektaktivitäten geplant. Thema war der demographische Wandel in Europa. Hierzu produzierten die Schüler eine Radiosendung im schuleigenen Sender zu den Auswirkungen des demographischen Wandels in ihrem eigenen Land.

Im weiteren Verlauf des Projektes thematisieren die Schüler wesentliche Unterschiede, Entwicklungen und Vergleichbarkeiten zwischen ihrer eigenen Generation und der ihrer Eltern und Großeltern etwa in Bezug auf Weltbilder, Mentalitäten, Geschichtserfahrungen und Technikverständnis. Ausgangsbasis für Ergebnisse sind eine Umfrage sowie persönliche Interviews mit Vertretern der älteren Generation in allen beteiligten Ländern.

Zudem erforschen die Schüler exemplarisch die Auswirkungen der Lebensweise dieser älteren Generation auf die heutige Zeit, stellen einen kritischen Vergleich zu ihrer eigenen Generation her und formulieren davon ausgehend Zukunftserwartungen. So gehen die Schüler etwa in Italien der Frage nach, wie der Tourismus seit mehreren Generationen eine ganze Landschaft grundlegend verändert hat.

Literatur und Filme werden ausgewertet

Die Generationenunterschiede werden in konkreten Aspekten wie Bedeutung der Familie, Technik, Kommunikationsformen, Zukunftserwartungen, Naturerfahrungen, Mobilität, Lebensgewohnheiten und Ernährung verdeutlicht. Zudem spüren die Schüler diesem Thema in Literatur und Film ihrer Heimatländer nach und zeichnen so in ihren vielfältigen Projektdokumenten ein Bild der vielschichtigen gesellschaftlichen Entwicklungen.

Die im September in Laufen stattfindende internationale Projektwoche thematisiert die Naturerfahrungen von früher und heute und beleuchtet kritisch die städtebaulichen und landschaftlichen Entwicklungen und dörflichen Strukturen der letzten 60 Jahre im bayerischen Voralpenraum. Im Vergleich dazu zeigen die anderen Schülerdelegationen entsprechende Entwicklungen aus ihrer Heimat.

Der Erste Weltkrieg als gemeinsames Thema

Drei der vier Projektpartner eint auch die Teilnahme am Ersten Weltkrieg, dessen Beginn sich 2014 zum 100. Mal jährt, das italienische Valdobbiadene lag ganz dicht an der damaligen österreichisch-italienischen Front. Eine französisch-italienisch-deutsche Schülerarbeitsgruppe wird sich mit dieser Zeit auseinandersetzen. Dabei forschen die Schüler unter anderem in Familienalben und Familienarchiven nach persönlichen Zeugnissen, Bildern und Dokumenten von Vorfahren, die diese Kriegszeit erlebt haben und versuchen so, deren Lebensportrait nachzuzeichnen.

Die Ergebnisse werden in den Projektschulen der drei am Ersten Weltkrieg beteiligten Länder in einer mehrsprachigen Ausstellung präsentiert.