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Der Begriff »Partizipation« wurde lebendig

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Traunstein – »Partizipation« – was bedeutet dieser Begriff konkret und was hat er mit der persönlichen Lebenswelt zu tun? Diesen Fragen gingen 30 Schüler zweier Berufsintegrationsklassen der Staatlichen Berufsschule I in Traunstein nach.


Das Herzstück stellte ein Planspiel als innovative Methode dar. Die Schüler sollten ihre Wünsche und Vorstellungen mitteilen, wie sie sich ein Lebensumfeld vorstellen, in dem gute Bedingungen zum Wohnen, Arbeiten und zur Freizeitgestaltung herrschen. Die einzelnen Facetten von Partizipation – wie teilhaben, sich einbringen, mitbestimmen, mitwirken, Konflikte lösen, Verantwortung übernehmen und mitgestalten – sollten mit Hilfe des Spiels anschaulich und erlebbar werden. Auch sollten die Schüler eine Vorstellung gewinnen, wie Partizipation die Kommunikation, das gesellschaftliche Miteinander und damit auch die Integration fördert. Dafür schlüpften die Schüler in die Rolle von »Gestaltern von einer Stadt oder einem Dorf«.

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Den Ideen und Vorschlägen der Schüler wurden mit Hilfe von Knete Gestalt gegeben. Auf einem Spielbrett mit einem fiktiven Stadtplan entstand eine gemeinsam geplante Stadt. Meinungsaustausch, Diskussion und Bauen wurden zu einem lebendigen Mix. In Gruppen entwickelten sie ihre Vorstellungen.

Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Als erstes Gebäude stand bei drei von vier Gruppen eine Schule. Die Schüler dachten auch an die Bedürfnisse für alle Altersgruppen. Wohnraum in Mehrfamilienhäusern mit Balkon und Garten wurde geschaffen. Geschäfte für Bekleidung und Lebensmittel sicherten gute Einkaufsmöglichkeiten. Rathaus, Gericht, Polizei, Arbeitsamt, Post und Banken boten die notwendige Infrastruktur für alle wichtigen Erledigungen. Arzt und Krankenhaus kümmerten sich um körperliches Wohlergehen und Gesundheit. Ein Gewerbegebiet bot Arbeitsplätze für unterschiedliche Talente und auch an eine Universität wurde gedacht, ebenso an einen Jugendtreff, eine Kita oder ein Altersheim und vieles mehr.

Begleitet von lebendigem Stimmengewirr sprudelten die Ideen. Die Schüler planten und verwarfen, deckten Schwachstellen auf, fanden Lösungen, schafften Kompromisse, entwickelten Kooperationen, vernetzten sich – fühlten sich zuständig für »ihre Stadt«.

Den Schülern gefiel das Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Alle hatten viel Spaß, lernten sich besser kennen und vertieften ihre Kenntnisse über die Möglichkeiten, wie man sich gemeinsam engagiert. Das Spiel ermöglichte zudem, Sprache anzuwenden, und zeigte, Deutschunterricht kann mehr sein als nur Grammatik. fb