Das »Pokémon-Fieber« ist auch in Traunstein angekommen

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Unsere Praktikantin Antonia Gattermann begab sich im Stadtpark auf die Suche nach Pokémon.
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Im Traunsteiner Stadtpark befindet sich eine Arena: Das ist das gelbe Gebäude rechts auf dem Handy. (Fotos: Artes)

Traunstein – Jetzt hat das »Pokémon-Fieber« auch Traunstein erreicht: Jugendliche laufen in ihr Handy vertieft durch die Stadt, immer auf der Suche nach dem nächsten Pokémon. Besonders beliebte Plätze sind der Stadtpark, der Maxplatz und der Stadtplatz. Hier scheint es besonders viele der kleinen virtuellen Wesen zu fangen zu geben. Unsere Praktikantin Antonia Gattermann machte den Selbstversuch und begab sich selbst auf die Suche nach Pokémon in Traunstein:


Ich startete meine Suche vor der Redaktion des Traunsteiner Tagblatts. Schnell verstand ich, warum so viele Menschen so begeistert von dem neuen Spiel sind: Man hat die eigene Stadt als Spielwelt und bekommt einen ganz neuen Blick darauf. Ich war gerade auf dem Weg in Richtung Stadtpark, da blinkte mein Handy auf: direkt vor mir war eine Arena. In solchen Arenen, die meist an größeren Orten sind, können verschiedene Pokémon-Trainer gegeneinander antreten und die Arena für sich gewinnen. Jetzt war mir klar, warum der Stadtpark zur Zeit bei Jugendlichen so beliebt ist.

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»Pokéstops« findet man in ganz Traunstein

An einer Eiche habe ich einen sogenannten »Pokéstop« entdeckt. Das sind Orte in der Umgebung, wo man Belohnungen wie Pokémon-Eier oder Pokébälle einsammeln kann. In Traunstein befinden sich solche Pokéstops zum Beispiel am Kulturzentrum oder beim Rupertusbrunnen am Maxplatz. Gerade als ich meine Belohnung einsammeln wollte, habe ich ein Pokémon auf meinem Handy gesehen. Schnell tippte ich darauf und sofort öffnete sich die Kamera. Direkt vor mir saß ein »Hornliu«. Das Pokémon sieht aus wie eine kleine Raupe, mit einer roten Nase und einem weißen Horn auf der Stirn. Dieses Pokémon kann man leicht einfangen, weil es sich kaum bewegt. Also hatte ich gleich bei meinem ersten Versuch Glück.

Nachdem ich im Stadtpark alle Pokéstops gefunden habe, bin ich weiter in Richtung Stadtplatz gegangen. Dort sah ich viele Jugendliche, die alle in ihr Handy starrten und beinahe wie versessen auf ein Pokémon warteten. Sie unterhielten sich lautstark darüber, in welchem Level sie sind, wie weit ihre Pokémon entwickelt sind und ob sie in einem blauen, roten oder gelben Team kämpfen.

Mich hat das »Pokémon-Fieber« inzwischen auch gepackt und ich wollte weitere »Monster« finden. Auf dem Stadtplatz hatte ich zunächst keinen Erfolg, nur zwei Pokéstops habe ich entdeckt: beim Zierbrunnenschacht und bei einer Drachenstatue vor einem China Restaurant. Erst als ich wieder in Richtung Maxplatz ging, tauchte plötzlich ein Pokémon nach dem anderen auf. Fünf Stück fing ich ein: zwei »Taubsis«, das sind kleine gelbe Vögel, zwei »Raupys«, eine Mischung aus einem Wurm und einer Raupe, und ein »Rattfratz«, dieses Pokémon sieht aus wie eine lilafarbene Ratte.

Am Krankenhaus war nur wenig los

Nach einem Abstecher zum Finanzamt, wo ich wieder erfolgreich Pokémon gefangen habe, beschloss ich, die Stadtmitte zu verlassen und machte mich auf den Weg Richtung Krankenhaus. Mir fiel auf, dass dort – anders als in der Stadtmitte – nicht so viele Jugendliche auf der Suche nach Pokémon waren. Ich erwischte mit einem Pokéball auch nur ein »Nebulak«. Es sieht aus wie eine große schwarze Kugel, die von dunklem Nebel umgeben ist. Im Park des Krankenhauses habe ich noch einen Pokéstop entdeckt.

Auf dem Weg zurück in die Redaktion ging ich noch einmal durch den Stadtpark. Dort wurde ich von einem älteren Herren angesprochen – wahrscheinlich, weil ich ununterbrochen auf mein Handy starrte. Er wollte wissen, ob ich auch dieses neue Spiel spiele. Mich hat es ehrlich gesagt ein wenig überrascht, dass auch Rentner von Pokémon gehört haben.

Mein persönliches Fazit: Ich habe mich vor meinem Selbstversuch gar nicht mit Pokémon beschäftigt. Ich habe weder die Serie geschaut, noch habe ich Karten gesammelt. Wenn jemand das Spiel spielen möchte, wäre es jedoch von Vorteil, wenn ein wenig Basiswissen bestehen würde – gerade für die Arenakämpfe ist dieses sehr nützlich. Trotzdem bin ich gut mit dem Spiel zurechtgekommen, da es einfach und übersichtlich gestaltet ist. Es eignet sich also auch sehr gut für Neueinsteiger. Das Spiel ist nicht nur ein guter Zeitvertreib, sondern, wenn man möglichst viele Pokémon sammeln möchte, muss man auch nach draußen und sich bewegen. Was mich persönlich allerdings gestört hat, war der schnelle Verbrauch des Akkus: Er hält höchstens drei Stunden, danach ist er komplett leer.

»Nach dem Selbstversuch hat mich die 'Sucht' gepackt«

Auch wenn ich am Anfang vom Selbstversuch nicht begeistert war, inzwischen hat mich die »Sucht« gepackt und ich gehe auch nachmittags nach dem Praktikum mit meinen Freunden auf Pokémon-Suche – wie viele andere Jugendliche auch. Antonia Gattermann