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Chinesische Schüler zu Gast in Traunreut

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Bei einem Kochkurs in der Realschule verwendeten die Schüler Lebensmittel aus regionalem und biologischem Anbau.

Traunreut – Völlig neue Erfahrungen machten junge chinesische Schüler bei einem Besuch in Oberbayern. Die Jugendlichen vom »Nanjing Technical Vocational College« kamen im Rahmen des sogenannten »Pasch-Projekts« nach Traunreut, das zusammen mit der Walter-Mohr-Realschule durchgeführt wurde. Das Projekt stand unter dem Motto »Ernährung der steigenden Weltbevölkerung und Auswirkung auf die Umwelt«.


Für die jungen Chinesen wurde vieles, was sie von Zuhause kennen und gewohnt sind, beim Besuch in Traunreut auf den Kopf gestellt. In China müssen sie bei schönem Wetter und Sonnenschein aufgrund der hohen Luftverschmutzung im Haus bleiben. Hier gingen sie bei herrlichem Sommerwetter raus in die Natur und an die frische Luft. Zuhause ist das Baden in öffentlichen Gewässern gefährlich und verboten, hier konnten sie unbekümmert in klaren Bergseen schwimmen.

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Besuche bei Rosenberger und BSH-Hausgeräte

Beim Besuch der Traunreuter Realschüler in Nanjing im Mai gab es für die Jugendlichen aus beiden Ländern bereits vielfältige Informationen über zentrale Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes. Sie besuchten in China wie auch in Bayern die Firmen Rosenberger und BSH-Hausgeräte, die das Pasch-Projekt auch als Sponsoren begleiteten. Bei BSH in Traunreut lag ein Schwerpunkt auf Lebensmittellogistik in der Systemgastronomie. Die Jugendlichen erfuhren, wie wichtig Qualitätskontrolle und Einhaltung der Hygienevorschriften in einer Großküche wie im BSH-Werk sind, wo täglich 1000 Personen mit Essen versorgt werden.

Außerdem war die Herstellung von energiesparenden und umweltfreundlichen Hausgeräten ein Thema. Gerade auch in China ist es von großer Notwendigkeit, Geräte zu verwenden, die möglichst wenig Energie verbrauchen, um die Umweltverschmutzung durch die Kraftwerke nicht noch weiter zu erhöhen. Die Chinesen kämpfen täglich um saubere Luft und reines Wasser. Für sie ist es normal, dass sogar das Duschwasser und die Luft in der Wohnung gefiltert werden müssen. Umso größer sei für die Gäste aus dem fernen Land die Erkenntnis gewesen, dass man in Deutschland reine Luft atmen und klares Wasser aus der Leitung trinken kann, erläutert Pedro May, einer der Projektbegleitenden Lehrer an der Realschule.

Zum Thema passte dann auch der Besuch in den Hermannsdorfer Landwerkstätten in Glonn, wo die Schüler viel über biologischen, nachhaltigen Landbau und Lebensmittelproduktion erfuhren. Sie legten in der Gärtnerei selber Hand an, schliefen in Zelten und Wohnwagen und versorgten sich während dieser drei Tage selbstständig. Von Greenpeace-Mitarbeitern in München erfuhren die interessierten Gäste einiges über die globalen Zusammenhänge der Lebensmittelproduktion. Bei einem weiteren Besuch in der Firma Rosenberger in Fridolfing ging es um das Thema Fachkräftemangel, das in beiden Ländern bekannt ist.

Neben all den Besichtigungen sollte auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Die chinesischen Gäste genossen einen bayerischen Brunch und machten eine Almwanderung mit Brotzeit und einen Abstecher zum Dreiseengebiet zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl. Im Zuge des Projektes erstellten die chinesischen und deutschen Schüler außerdem einen Trickfilm mit dem Titel »think global – eat local«, der in Deutsch und in Chinesisch besprochen wurde. Bei diesem Film arbeiteten die Schüler aus beiden Ländern eng zusammen.

Chinesen lebten in Gastfamilien

Deutsche Gastfreundschaft lernten die jungen Chinesen zudem kennen, da sie während ihres Aufenthaltes bei den Familien der deutschen Schüler wohnten. »Die Unterbringung in Gastfamilien ist ein ganz wichtiger Faktor, um das Projekt überhaupt finanzieren zu können«, hebt Pedro May hervor. Auch im kommenden Jahr wird es an der Walter-Mohr-Realschule ein Pasch-Projekt zusammen mit einer anderen Schule geben. Welches Land es dann wird, steht laut Pedro May noch nicht fest. mix