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Buben und Mädchen tauschten die Rollen

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Im Projekt Aeronautik bauten die Mädchen zwei Heißluftballons und ließen sie anschließend im Schulhof steigen. (Foto: Mix)

Traunreut – Buben interessieren sich für Technik und Mädchen für soziale Projekte. Diese Aussage trifft wohl auf den Großteil der Jugendlichen zu. Dass es aber auch interessant sein kann, die Rollen mal zu tauschen, zeigen zwei Spiegelprojekte am Johannes-Heidenhain-Gymnasium in Traunreut. Zwei Tage lang konnten die Buben der siebten Klassen soziale Berufsfelder kennenlernen und ihre Klassenkameradinnen beschäftigten sich währenddessen mit technischen und naturwissenschaftlichen Themen.


Senioren hatten viel von früher zu erzählen

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Mit dem evangelischen Kindergarten in Traunreut und dem städtischen Kindergarten in St. Georgen, dem Seniorenwohnheim Pur Vital und der Küche der Realschule standen interessante Projektpartner zur Verfügung, aus denen die Buben auswählen konnten. »Ich wollte mal sehen, wie es in einem Seniorenwohnheim aussieht und was die Bewohner hier so machen können«, nannte Jakob seine Beweggründe, warum er sich für dieses Projekt entschieden hat. Er war somit auch sehr angenehm überrascht, was alles geboten wird für die älteren Mitbürger.

Einen ganz neuen Zugang zu den Senioren erhielten die Buben während dieser zwei Tage. »Die haben so viel zu erzählen, wie es früher mal war, was sie alles erlebt haben«, zeigte sich Daniel beeindruckt von den Gesprächen mit den älteren Menschen. Und Elias ist der Meinung, dass es auch für die Bewohner des Pur Vital eine schöne Abwechslung war, dass junge Leute im Haus zu Besuch waren. Mit kleinen Kindern spielen und den Tag verbringen, konnten dagegen die Buben, die sich für den Kindergarten entschieden hatten. Und beim Kochkurs »Fitness aus dem Topf« in der Küche der Realschule erhielten wiederum andere Einblick in die längst nicht mehr nur frauentypische Arbeit des Kochens.

Schülerinnen bauten einen Heißluftballon

Um Naturwissenschaft und Technik ging es dagegen an den zwei Tagen bei den Mädchen der siebten Klassen. Sie konnten wählen zwischen den Projekten Aeronautik, Chemie und Geistesblitze. Zusammen mit Mitarbeitern der Agentur »Mädchen machen Technik« der TU München baute eine Gruppe zwei Heißluftballons, die sie am Ende des Projekts zu ihrer großen Freude im Pausenhof steigen ließen. Zuvor lernten sie in der Theorie einiges über Aeronautik und machten lustige Experimente. »Es ist total spannend, was man mit heißer Luft alles machen kann. Das war mal ganz was Neues und voll cool«, freuten sich Anna und Pauline, die mit großem Eifer bei der Sache waren.

Interesse für Naturwissenschaften wecken

Mit dem Schulprogramm »Mädchen machen Technik« soll ein Gegengewicht geschaffen werden zur herkömmlichen Erziehung und Sozialisation von Mädchen. Sie sollen ihre Fähigkeiten und Interessen für Naturwissenschaft und Technik entdecken. Spannend, spielerisch und lustvoll darf die Beschäftigung damit sein und eventuell auch langfristiges Interesse daran wecken. mix