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Berufsschüler ließen sich typisieren

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Mit einem Abstrich ihrer Wangenschleimhaut ließ sich auch Lisa Mayer aus Siegsdorf typisieren.

Traunstein. Schüler und Lehrer der Staatlichen Berufsschule III Traunstein führten gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) das Projekt »Leben spenden macht Schule« durch. In diesem Zusammenhang organisierten Schüler der Ausbildungsrichtung »Sozialpflege« eine Typisierungsaktion, um Menschen mit Blutkrebs, besser bekannt als Leukämie, zu helfen. Dabei wurde von den Freiwilligen ein Abstrich der Wangenschleimhaut genommen.


Stellvertretender Schulleiter Dr. Martin Brunnhuber betonte vor den in der Aula versammelten Schülern, dass sie mit einem geringen Aufwand helfen könnten, dass andere weiterleben. Der erste Schritt, die Registrierung in der Spenderdatei verpflichte zunächst zu gar nichts, denn erst später könne sich die Frage nach einer Knochenmarkspende stellen. Dann stelle sich aber auch die Frage, wie es wäre, wenn man selbst auf der anderen Seite wäre und an Blutkrebs erkrankt sei.

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Der Projektverantwortliche Sandro Gelsomino machte deutlich, dass in Deutschland jährlich 11 500 Menschen an Leukämie erkranken würden, wobei Männer mehr betroffen sind. Je mehr Menschen Bereitschaft zeigten, dass sie Stammzellen spenden, desto höher sei für jeden Betroffenen die Lebenserwartung.

Im Rahmen der Projektwochen hatten sich die Schüler der Klasse S 11 der Berufsfachschule für Sozialpflege mit verschiedenen Themen befasst. Diese gaben sie mit Vorträgen an ihre Mitschüler weiter, um sie zu einer Registrierung zu ermuntern. Sie berichteten etwa, wie die Registrierung in der Schule abläuft und wie die Spende durchgeführt wird. Ebenso wurde Wissenswertes über die Krankheit Leukämie dargestellt. Ein weiteres Thema befasste sich mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, in der sich über 4,3 Millionen Freiwillige als weltweit größtem Datenverbund haben registrieren lassen. Grundsätzlich kann jeder im Alter von 18 bis 55 Jahren Stammzellspender werden.

Beeindruckend für die Jugendlichen war der Erfahrungsbericht von Matthias Grundl aus Oberfeldkirchen bei Trostberg, der bereits Knochenmark gespendet hat. Es sei ein schönes und unwahrscheinlich tolles Gefühl gewesen, als er vom Empfänger seiner Knochenmarkspende gehört habe, dass dieser es »geschafft« habe. »Es ist der volle Wahnsinn, wenn man jemand helfen kann«, sagte Grundl. Bei der Entnahme der Knochenmarkspende in Gauting habe er jedoch ein bisschen »Muffensausen« gehabt, gab Grundl zu.

Da jede Registrierung der DKMS 50 Euro kostet, hatte die Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung eine Brotzeit mit reicher Auswahl hergerichtet, deren Reinerlös für die Kosten der Registrie-rung gespendet wurde. Da dies jedoch bei Weitem nicht für alle Registrierungen ausreicht, bittet die DKMS um finanzielle Unterstützung auf das Spendenkonto 2333737 bei der Kreissparkasse Tübingen (BLZ 64150020). Verwendungszweck: SBY 184. Bjr