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Alex Diehl startet mit seinem Debütalbum durch

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»Ein Leben lang« steht als Schriftzug auf der Gitarre von Alex Diehl. Es ist das Lebensmotto des 1,91 Meter großen Schwergewichts, der sich ganz der Musik widmen will. Auch sein Debütalbum hat er unter dieses Motto gestellt. (Foto: Tatjana Back)

»Ich will ein Leben lang Musik machen!« Das wusste Alex Diehl bereits als Kind. Für nichts konnte er sich so begeistern, nichts war ihm wichtiger. Als Autodidakt brachte er sich selber Klavier, Schlagzeug und Gitarre bei und begann zudem Songs zu schreiben – nur für sich, mit deutschen Texten, tiefgründig, oftmals auch melancholisch. Jetzt mit 26 Jahren steht Diehl kurz vor seinem Durchbruch in der deutschen Musikbranche.


»Ein Leben lang« – dieser Schriftzug ziert nicht nur die Gitarre von Alex Diehl, sondern auch sein Debütalbum, das am vergangenen Freitag erschien. »Das ist mein Baby. Ich kann es immer noch nicht fassen«, erzählt er im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Ein Plattenvertrag mit Sony Music hat es möglich gemacht, dass der ehemalige Frontmann der Schülerband an der Traunsteiner Reiffenstuel-Realschule seinen Traum verwirklichen konnte.

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Eltern warfen ihn mit 17 aus dem Haus

Aber es liegen harte Jahre hinter dem 1,91 Meter großen Schwergewicht, in denen er jeden Cent zweimal umdrehen musste. Seine Eltern in einem kleinen Dorf bei Otting hatten ihn mit 17 Jahren aus dem Haus geworfen, der Sohn hatte während einer Mathe-Klausur an der Traunsteiner Fachoberschule beschlossen Musiker zu werden und deshalb die Schule kurz vor dem Abitur verlassen.

Alex Diehl zog bei seiner Freundin ein, meldete in der Gemeinde in Waging ein Gewerbe als Gitarrenlehrer an und hielt sich mit Gitarrenunterricht, Gelegenheitsjobs sowie kleinen Auftritten in Bierzelten und bei Hochzeiten über Wasser. In einer Jazzband und mit der Metal-Formation »The Lost Voice« feierte er in der Region Erfolge. Doch deutsche Texte sang er bis dahin nicht.

Erst ein Solo-Auftritt vor knapp 70 Leuten in einem Waginger Pub brachte 2010 die Wende. In seiner einfachen und klaren Sprache vermittelte er Geschichten aus seinem noch jungen Leben. So eindringlich und gefühlvoll, dass die Tische im Pub am Ende voller Taschentücher waren. An diesem Abend verkaufte er seine ersten 100 CDs und der Entschluss stand fest: »Ich wollte mich auf meine deutsche Musik konzentrieren.«

In den darauffolgenden Monaten nahm Alex Diehl in Eigenregie weitere Songs auf, veranstaltete kleine Konzerte und drehte Musikvideos mit seinem Smartphone, um sich im Internet Aufmerksamkeit zu verschaffen. Doch die meisten Plattenfirmen ließen ihn im Regen stehen oder wollten ihm einen anderen Stil aufdrängen. Stattdessen begann Diehl in dieser Zeit Songs für andere Künstler zu schreiben.

Bis Anfang 2013, als er einen letzten Versuch startete und Journalisten und Vertreter von Plattenfirmen zu einem kleinen Konzert in einem Berliner Jugendzentrum einlud. »Ich habe um meine Existenz gesungen«, erinnert sich Alex Diehl. Die ehrlichen Geschichten seiner Songs, weit weg von einfacher Unterhaltungsmusik, haben alle berührt: Sie handelten von der schweren Erkrankung seiner Schwester, vom Freitod seines Bandkollegen oder das bittere Ende einer Liebesbeziehung. Das Publikum war begeistert und unter anderem Sony Music bot ihm einen Plattenvertrag an. »Sie gaben mir das Geld und sagten: Mach, was du willst. Besser konnte ich es nicht erwischen.«

Im März erschien mit »Robin Hood« seine erste Single. Insgesamt über 200 000 Menschen lauschten dem 26-Jährigen heuer bei diversen Konzerten, bei denen er unter anderem als Vorband von Andreas Gabalier begeisterte. Unter den Besuchern war auch jedes Mal ein Teil seines 1400 Mitglieder starken Fanclubs. Auf den Zug »Alex Diehl« aufgesprungen sind auch bereits mehrere Radiosender im Norden von Deutschland. In Niedersachsen und Berlin werden seine Songs täglich bis zu zwölf Mal gespielt.

Ein Jahr lang am Album gearbeitet

Nach einem Jahr Vorlaufzeit ist das Debütalbum mit 13 Songs seit Freitag im Handel erhältlich. »Ich konnte das aber erst glauben, als ich es mit eigenen Augen im Regal stehen sah.« Diehl setzte sich in sein Auto und fuhr noch am Wochenende kurzerhand in einen Traunsteiner Elektronikmarkt und kaufte sich eines der Exemplare.

Seit Dienstag ist der 26-Jährige, der derzeit in Trostberg wohnt, mit einem zwölfköpfigen Team im Tourbus auf Promotiontour durch Deutschland. Zahlreiche Werbeauftritte, Interviews und Konzerte in München, Berlin, Hamburg und Oberhausen stehen auf dem Programm. Auf mehreren Privatsendern läuft in dieser Woche zudem eine einminütige Werbung für sein Album.

Erfüllt sich endlich der Traum des musikbegeisterten Buben aus dem kleinen Dorf bei Otting? Es scheint vieles dafür zu sprechen. Gespannt wartet Alex Diehl nun auf die nächsten Album-Charts. Einem ersten Trend zufolge soll er auf Platz 20 einsteigen. Es wäre ein wichtiger Schritt, um ein Leben lang von der Musik leben zu können. Andrea Poschinger

Wir verlosen 3 Exemplare des Debütalbums von Alex Diehl. Nähere Informationen zum Gewinnspiel gibt es in unserer Rubrik "Mitmachen".