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Zuschüsse für Trachtler und Musikanten

Übersee. Jugendförderung und Brauchtumspflege waren die stärksten Argumente für die Zuschusswünsche aus dem Gemeindesäckel vom Trachtenverein Feldwies und vom Musikverein. Obwohl das Geld wegen anstehender Großprojekte knapp ist, gab der Gemeinderat grünes Licht für eine Förderung. Die Blasmusikanten erhalten 15 000 Euro, die Trachtler können sich über 300 Euro pro Heimatabend und 40 Prozent der Kosten für einen neuen Maibaum freuen.

In der Überseer Vereinsförderung gibt es keine pauschalen Zuschüsse. Nach einem Gemeinderatsbeschluss vom vergangenen Oktober muss das Gremium über jede Förderung einzeln entscheiden. Jetzt sahen sich die Räte mit den ersten beiden Anträgen konfrontiert.

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Trachtenvorstand Thomas Hiendl begründete sein Anliegen in der Sitzung einerseits mit der Wichtigkeit von Heimatabenden für das Dorfleben und andererseits mit den großen Defiziten, die sie dem Verein bringen. »Diese Veranstaltungen dienen nicht nur der Unterhaltung der Urlaubsgäste, sondern vor allem der Pflege unserer heimatlichen Bräuche«, betonte Hiendl. Außerdem bekämen hier die Kinder- und Jugendgruppen Gelegenheit, das Erlernte und Erprobte vor Publikum zu präsentieren.

Der Trachtenvorstand bezifferte die Kosten für einen Heimatabend auf 650 bis 950 Euro. Aus Eintrittsgeldern und Vereinsmitteln sei man in der Lage, rund 50 Prozent der Kosten zu tragen. Es verbliebe ein Defizit zwischen 325 und 475 Euro pro Heimatabend.

Für die Aufstellung des Maibaums, dessen Figuren erneuert werden müssen, hatte Hiendl 24 450 Euro kalkuliert. Durch einen großen Aufwand an Eigenleistungen und Holzspenden sei der Verein in der Lage, rund 60 Prozent dieser Kosten zu schultern. Für die restlichen 40 Prozent – etwa 7000 Euro – erbitte man einen Zuschuss.

In der Diskussion signalisierten die meisten Gemeinderäte Zustimmung zu dem Förderantrag. Lediglich CSU-Fraktionschef Oliver Engels äußerte Be-denken: »Eigentlich dürften wir angesichts unserer kommenden Aufgaben gar keine Zuschüsse bewilligen.« Er appellierte an alle Vereine, künftige Anträge mit »Fingerspitzengefühl« zu formulieren. Dagegen wehrte sich SPD-Fraktionschef Franz Gnadl: »Bei der Vereinsarbeit zu sparen, ist am falschen Ende gespart.«

Einstimmig erhielt der Trachtenverein schließlich die Zusage von 300 Euro pro Heimatabend (maximal drei pro Jahr) und 40 Prozent der Maibaumkosten (maximal 7000 Euro).

Musikvereinsvorstand Thomas Strohmayer begründete seinen Förderantrag mit dem hohen Stellenwert des Vereinsangebots: »Seit mehr als 30 Jahren gewährleisten wir einen hohen Standard in der musikalischen Früherziehung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu äußerst günstigen Bedingungen für die Gemeinde.«

Strohmayer zufolge haben im vergangenen Jahr 59 Schüler einen stundenplanmäßigen Musikunterricht – ähnlich einer Musikschule – von 841 Unterrichtsstunden bekommen. Außerdem musizieren 17 Kinder und Jugendliche in der Jugendblaskapelle und 22 Kinder im neuen Schülerorchester.

»Wir sehen auch beim Musikverein unsere Verantwortung«, betonte Bürgermeister Marc Nitschke. Außerdem rief er in Erinnerung, dass der Verein den für das Jahr 2008 angesetzten Zuschuss von 5000 Euro nicht in Anspruch genommen habe. Bei einer Gegenstimme beschloss das Gremium schließlich einen Zuschuss von 15 000 Euro für 2009. bvd