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Wenn die Wühlmaus ihr Unwesen treibt

Mühselig pflanzt der Gartenbesitzer noch vor dem ersten Frost seine Tulpenzwiebeln ein. Die Vorfreude auf das kommende Frühjahr ist groß, denn dann sollten die Tulpen in voller Pracht erblühen. Doch oftmals gehen diese nicht auf – und der Ärger ist riesig. Der Übeltäter ist schnell ausgemacht: die Wühlmaus. »Sie macht nämlich keinen Winterschlaf und ist immer aktiv«, weiß Georg Unterhauser, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Traunstein.

Auch das richtige Fangen einer Wühlmaus will gelernt sein. Bei einem Wühlmausfangkurs zeigte Georg Unterhauser (vorne, links), Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Traunstein, Tipps und Tricks. Unsere Gartentipps sind auch auf unserer Internetseite unter www.traunsteiner-tagblatt.de/gartenleben abrufbar. (Foto: Unterhauser)

Hat man in seinem Garten erst einmal eine Wühlmaus, kann sie schnell zur Plage werden. »Sie ist der schlimmste Schädling im Garten«, sagt der Experte. Schließlich macht die Wühlmaus vor nichts halt – sie schlägt im Gemüsegarten genauso zu wie im Blumenbeet. Sie frisst mit Vorliebe Gelbe Rüben, Sellerie, Tulpenzwiebeln und zarte Wurzelrinden von Rosen- und Obstbäumen.

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Erst abklären: Maulwurf oder Mühlmäuse?

Zunächst einmal sollte sich der Gartenbesitzer sicher sein, ob er wirklich eine Wühlmaus im Garten hat. Entdeckt man einen Erdhaufen, sollte man erst einmal prüfen, ob er das Werk von Wühlmäusen ist. Es könnte nämlich auch ein Maulwurf sein – und der unterliegt im Gegensatz zu den Wühlmäusen der Bundesartenschutzverordnung. Das bedeutet, dass man Maulwürfe zwar vertreiben, nicht aber fangen oder gar töten darf.

Die Erdhaufen von Wühlmäusen sind meist flach, langgestreckt und unregelmäßig angeordnet. Zudem sollte man die sogenannte »Verwühlprobe« durchführen, betont Unterhauser. Dazu würden mehrere Gänge geöffnet und spätestens nach zwei Stunden kontrolliert. Sind die Gänge von innen her wieder zugeschoben, also verwühlt, handelt es sich eindeutig um einen bewohnten Wühlmausgang.

Ist sich der Gartenliebhaber dann also sicher, dass er eine Wühlmaus im Garten hat, sollte er gezielt dagegen vorgehen. Schließlich ist die Vermehrungsrate der Wühlmaus sehr hoch. Drei- bis fünfmal jährlich – von März bis Oktober – setzt ein Weibchen jeweils fünf bis acht Junge. Ein Weibchen kann damit pro Jahr an die 40 Nachkommen haben. »Ich bin ein Freund des Fangens«, betont Unterhauser. Bei allen anderen Methoden sei schlichtweg der Wirkungsgrad nicht da, fügt der Experte hinzu. Allerdings sei auch das Fangen mit einer Falle – Unterhauser empfiehlt aktuell die aus der Schweiz stammende »Topcat-Wühlmausfalle« – nicht ganz einfach, betont er. »Für manche ist es auch nicht so angenehm, die Maus aus der Falle zu holen und zu entsorgen.«

Pflanzt man einen jungen Baum ein, sollte man laut Unterhauser unbedingt einen Mausschutzkorb rund um die Wurzeln anbringen. »Dann kann die Maus weder von der Seite noch von oben oder unten an die Wurzeln.« Der Nachteil dabei: Nach einigen Jahren verrottet der Korb in der Erde, dann kann die Maus wieder ihr Unwesen treiben. Spätestens dann kommt die Falle zum Einsatz, damit die Wühlmaus nicht noch mehr Schaden anrichten kann. SB