weather-image
19°
Traunreuter Bauausschuss lehnt Entwurfsplanung für die Kreuzung im Bereich Weisbrunn/Poschmühle ab

Vorschlag der Verwaltung kam nicht an

Traunreut – Mit der vorgeschlagenen Lösung für die Kreuzung im Bereich Weisbrunn/Poschmühle an der Kreisstraße TS 42 zwischen Traunreut und St. Georgen konnte die Verwaltung im Bauausschuss nicht punkten. Mit großer Mehrheit wurde die Entwurfsplanung mit einer Rechtsabbiegepflicht abgelehnt.

Die in der Bauausschusssitzung vorgestellte Lösung für die Kreuzung im Bereich Weisbrunn/Poschmühle an der Kreisstraße zwischen Traunreut und St. Georgen wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Die geplante Verkehrsführung sieht an dem Verkehrskontenpunkt eine Rechtsabbiegepflicht für alle Fahrzeuglenker vor, mit Ausnahme von landwirtschaftlichen Maschinen. (Foto: Rasch)

»Ich kann nicht glauben, was da vorgestellt wird«, äußerte sich Bernhard Seitlinger (CSU) entsetzt. Bürgermeister Klaus Ritter hingegen sprach von einer letzten Lösungsmöglichkeit für eine Erschließung der geplanten Erweiterung des Wohnbaugebiets »Abdecker Feld« in St. Georgen. Die Empfehlung ist mit 7:3 Stimmen zwar eindeutig, das letzte Wort hat aber der Stadtrat, der am Donnerstag nächster Woche eine endgültige Entscheidung treffen soll.

Anzeige

Nur noch rechts abbiegen

Um endlich mit der geplanten Wohnbauausweisung im Abdecker Feld in die Gänge zu kommen, wurde mit den Fachbehörden eine mögliche Lösung für eine Anbindung über den Bahnübergang Poschmühle erarbeitet. Der Entwurf wurde von Johann Althammer vom Ingenieurbüro SAK Traunstein nun dem Bauausschuss vorgestellt. Die Planung sieht eine Rechtsabbiegepflicht für alle Fahrzeuglenker – mit Ausnahme von landwirtschaftlichen Fahrzeugen – vor, die von der Poschmühlstraße und von Weisbrunn in die Kreisstraße einfahren wollen. Wer dann von der Poschmühlstraße in Richtung St. Georgen und auf die Bundesstraße 304 fahren möchte, müsste über den Kreisverkehr an der Traunpassage einen Umweg in Kauf nehmen. Der Verkehr von Weisbrunn kommend darf dann an der Kreisstraße nicht mehr links in Richtung Traunreut abbiegen. Sowohl in Richtung Traunreut als auch aus Richtung St. Georgen kommend, ist südlich der Kreisstraße eine Einfädelungsspur angedacht, damit der Bahnübergang zügig geräumt werden kann. Nach Angaben von Althammer müsste am Bahnübergang, der auch etwas verbreitert werden soll, aus Sicherheitsgründen auch die Zufahrt zum Kiesweg (Radweg Richtung Traunreut) freigehalten werden. Es darf also auch hier nicht mehr in den Kiesweg eingefahren oder gewendet werden. Für Landwirte, die beiderseits der Kreisstraße ihre Felder bestellen müssen, soll es eine Sonderregelung geben. Sie dürfen die Kreuzung mit einer Sondererlaubnis überqueren.

Dass die vorgeschlagene Regelung nicht das Gelbe vom Ei ist, dessen ist sich auch der Bürgermeister bewusst. Sie sei aber die einzige Möglichkeit, um das Vorhaben »Abdecker Feld« ausführen zu können«, sagte Ritter. »Dass die Lösung nicht glücklich sei, dessen sind wir uns bewusst.« Darauf angesprochen, noch einmal nachzuhaken, ob doch eine Ampellösung möglich sei, sprach Ritter Klartext: »Wie wir wissen, ist eine Ampel endgültig vom Tisch. Wir müssen endlich kapieren, dass es keine Büstra-Anlage geben wird.« Er werde kein siebtes Mal im Landratsamt vorstellig werden. »Da hilft alles Betteln und Jammern nichts.« Die Autofahrer müssten sich eben an die neue Verkehrsführung gewöhnen. Er sehe zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine andere Lösung, um das Baugebiet entwickeln zu können. Unterstützung bekam Ritter lediglich von Rosl Hübner und Hans Jobst (beide CSU). Auch Jobst sieht in dieser Lösung die einzige Möglichkeit, das Baugebiet endlich auf die Reihe zu bekommen. »Ich werde ständig von den Leuten darauf angesprochen, wann sie endlich bauen können«, sagte Jobst dem Traunsteiner Tagblatt. »Wir müssen endlich handeln, sonst laufen uns die Leute davon.«

Mehr Verkehr in der Siedlung befürchtet

Die Gegner äußerten sich sehr skeptisch, dass diese Lösung auch funktionieren wird. Bernhard Seitlinger war entsetzt: »Welcher Autofahrer wird nach Traunreut fahren, um nach Trostberg zu kommen?« Durch diese Regelung werde unweigerlich durch die Abdecker-Feld-Siedlung gefahren. »Ich bin für das Abdecker Feld, aber nicht für diesen Preis«, so Seitlinger. Seine Vermutung, dass die Autofahrer die Siedlung als willkommene Abkürzung benützen könnten, teilten auch Günther Dzial (SPD) und Paul Obermeier (FW). »Viele werden die Abkürzung über die Siedlung nutzen und nicht über den Kreisverkehr in Traunreut fahren«, vermutet Dzial. Obermeier bedauerte auch, dass nicht mehr in den Kiesweg eingefahren werden darf und wollte wissen, ob die Straßenumbaukosten, die auf 470 000 Euro geschätzt werden, auf die späteren Bauwerber umgelegt werden. Nach Angaben von Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann könnten die Kosten zum Teil auch eingerechnet werden. »Wir tun damit keinem einen Gefallen, auch nicht denen, die bauen möchten«, sagte zweiter Bürgermeister Hans Peter Dangschat (CSU). »Ich werde den Entwurf zunächst ablehnen. Ich muss das nochmal überdenken.«

Sollte sich der Stadtrat entgegen der ablehnenden Empfehlung für die Lösung aussprechen, wären für die Umbaumaßnahmen zirka 600 Quadratmeter Grund notwendig. Nach Angaben der Verwaltung würden auch schon Gespräche mit den Grundstücksbesitzern geführt. Ein Entwurf einer entsprechenden Vereinbarung mit dem Landkreis Traunstein als zuständigen Straßenbaulastträger liege noch nicht vor. Fakt ist, dass mit der vorgeschlagenen Lösung das geplante Wohnbaugebiet Abdecker Feld III mit rund 40 Häusern an die Poschmühlenstraße angebunden werden könnte. ga