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Von seinem Spiel sind 43 Millionen Menschen begeistert

Staudach-Egerndach. Für viele Eltern sind die sozialen Netzwerke immer noch ein Dorn im Auge. Das Facebook aber durchaus auch zum Erfolg verhelfen kann, beweist der 17-jährige Gymnasiast Manuel Otto aus Staudach-Egerndach. Er hat bereits mit 14 Jahren das Spiel »Stick Run« entwickelt, das nicht nur auf Facebook große Triumphe feiert und zu den beliebtesten Unterhaltungsspielen zählt, sondern nun auch als App weiter auf Erfolgskurs ist. Wie es der Jugendliche geschafft hat mit einem Strichmännchenspiel solch einen Siegeszug feiern zu können, erzählte er bei einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.

Sein Internetspiel führte ihn zum großen Erfolg: Der 17-jährige Manuel Otto ist bereits Jungunternehmer. (Foto: T. Eder)

Weltweit spielen an die 43 Millionen begeistert »Stick Run« und ständig werden es mehr. Viel Zeit und Ausdauer habe er in die Entwicklung des Spiels investiert, insgesamt an die vier Monate, berichtete der Gymnasiast und ständig kamen weitere Elemente hinzu. Der Inhalt: Ein Strichmännchen muss einen Hindernisparcours überwinden und kann dabei Punkte einsammeln. Es gibt weder Grenzen noch ein Ziel, aber einen »Highscore«. Sobald das Männchen aber ein Hindernis übersieht, beginnt das Spiel von vorne.

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Im virtuellen Marktplatz können Gegenstände, die es erleichtern den Parcours zu meistern, getauscht werden. Die Community bestimme laut Manuel Otto den Wert dieser Gegenstände selbst. Aber Vorsicht: Man kann auch abgezockt werden. »Das ist wie in der freien Marktwirtschaft und bereitet auf das Leben vor«, ist der 17-Jährige überzeugt. Für ihn ist auch der Lernerfolg ein wichtiger Aspekt, denn wer hier verliere, werde später kritischer an die Sache rangehen.

Doch wie kam der Jugendliche dazu, ein solches Spiel zu entwickeln? Als Kind habe er gerne Animationsfilme gesehen und am PC selbst kleine Sketche entwickelt, bis er sich an diesem Spiel versucht hatte, erklärt Manuel Otto. Die nötigen Kenntnisse habe er sich selbst angeeignet und durch Ausprobieren sei das Spiel entstanden.

Als er das Spiel 2010 bei Facebook, damals als 14-Jähriger, einstellte, habe er nicht an solch einen Erfolg gedacht. Die Zahl der Spieler wuchs aber ständig. Daraufhin gründete der Jugendliche aus der Gemeinde Staudach-Egerndach seine eigene Firma, die derzeit aber noch vom Vater geleitet wird. Zudem hat er sich den Namen und auch das Logo seines Spiels patentieren und schützen lassen.

Im Laufe der Monate wurde die Fangemeinde immer größer. Kein Wunder, dass auch ein großer russischer Anbieter von Internetspielen auf den jungen Spieleentwickler aus der kleinen Gemeinde aufmerksam wurde und diesem eine Zusammenarbeit anbot. In nur wenigen Wochen wurde das Spiel so aufbereitet, dass es nun auch auf Smartphones gespielt und auf den entsprechenden Internetplattformen heruntergeladen werden kann.

Bevor er sich auf seinem Erfolg ausruhen kann, will sich der zielstrebige und sympathische Jungunternehmer aber erst einmal auf die Schule konzentrieren. In knapp zwei Jahren tritt er zum Abitur an. Und danach steht gleich ein großer Traum an: Er möchte die Welt bereisen. Das nötige Kleingeld für dieses Unterfangen dürfte der Jungunternehmer bis dahin jedenfalls leicht verdient haben. Denn Ideen für neue Spiele hat der 17-Jährige genug. tb