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Vielseitige Hilfe für Menschen in Ostafrika

Traunstein. Mit einem Fest hatten die Bewohner eines Massai-Dorfes in Tansania im Januar den Abschluss eines Wasserprojekts gefeiert. Zusammen mit den Massai hatte der Traunsteiner Aktionskreis Ostafrika (AKO) bei diesem Projekt eine lange Wasserleitung verlegt und Zapfstellen bei mehreren Dörfern errichtet. Das erspart vielen Frauen den Weg von bis zu acht Kilometer zum täglichen Wasserholen.

Eines von vielen Projekten des Traunsteiner Aktionskreises Ostafrika: der dreistöckige Neubau im Krankenhaus in Kibosho.

Tanzende Massai-Mädchen in ihren langen Kleidern und mit traditionellem Kopfschmuck und Gesang der Dorfbewohner sah man in einem kurzen Film, den der Vortrag des Vorsitzenden Hans Siemer bei der Jahresversammlung des AKO im Alpengasthof auf dem Hochberg begleitete. Mit eindrucksvollen Bildern berichtete er über die zahlreichen Projekte, an denen der AKO derzeit arbeitet: Kindergarten- und Schulprojekte, Projekte zur Landwirtschafts- und Handwerksausbildung, zur Wasser- und Stromversorgung, Solaranlagen im Hospital, und schließlich ein beachtlicher, dreistöckiger Neubau im Kibosho Hospital, der in nur zehn Wochen bis zum Obergeschoß und zur Dachstuhlauflage hochgezogen wurde.

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Vor Jahren hatte der AKO im Kibosho Hospital ein großes Gebäude für die Augen- und Zahnstation gebaut; der Anbau soll Fläche für Erweiterungen schaffen, denn zunehmende Patientenzahl und erweiterte medizinische Leistungen benötigen Platz: für weitere Behandlungsplätze, für die neue HNO-Abteilung, für die Physiotherapiestation, für eine größere Zahnröntgeneinheit, und für ein Zahnlabor, um auch Zahnprothesen herstellen zu können. Dieses neue Projekt soll in zwei Jahren fertiggestellt und von den Abteilungen belegt werden. Während der Bauzeit können über 40 Familien vom Einkommen auf dieser Baustelle vom AKO leben.

Vorstand Klaus Böhme erläuterte den Jahresabschluss 2012 des Vereins. Die Einnahmen aus Spenden und Zuwendungen betrugen 429 490 Euro, die Ausgaben 404 364 Euro, wovon nur sieben Prozent auf Verwaltungskosten und Werbung entfielen. Böhme berichtete, wie schwer es geworden sei, von der Bundesregierung Fördergelder für große Wasserprojekte zu bekommen. Ehrenamtliche Helfer vom AKO haben im vergangenen Jahr etwa 750 Tage in Tansania gearbeitet. Hinzu kommt der große Zeiteinsatz daheim zur Vorbereitung der Projekte, zur Koordination der Aktionen, zum Sammeln von Geldspenden und Spendenmaterial, zum Verladen in Container, und schließlich zur Abrechnung und Berichterstattung.

Sepp Schwankner berichtete über seine jahrzehntelange Tätigkeit für Afrika und verabschiedete sich vom Mitwirken beim AKO. Mit viel Applaus dankten ihm die etwa 100 Teilnehmer für seine Aufbauarbeit. Augenarzt Johann Dillinger aus Traunstein berichtete über die Entwicklung der Augenstation im Kibosho Hospital.

In der Diskussion forderte Paul Schüller den AKO-Vorstand zur rechtzeitigen Einbindung jüngerer Menschen in die Vereinsleitung auf. Viele Mitglieder nutzten die Veranstaltung, um ihre Arbeitsziele bei laufenden und für neue Projekte zu besprechen. In einem bewegenden Abschluss las Gerda KIoske-Schindlbeck aus Landshut ihr in Blindenschrift geschriebenes Essay über Spiegel vor. Vor 50 Jahren erblindet, fühle sie, auch wenn sie nie mehr in einen Spiegel schauen könne, eine intensive Spiegelung durch Begegnung, Gespräche und Freundschaften. Mit dieser Erfahrung engagiert sie sich in Verbänden und sogar in Afrika.