weather-image
13°

Verleger Thomas Miller erhält den Herbert-Koch-Preis

»Besonders ausschlaggebend für die Verleihung ist, dass es Thomas Miller zusammen mit der ganzen Familie Miller gelingt, unternehmerisches Handeln in Einklang mit der sozialen Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Geschäftspart-nern und dem gesamten Umfeld des Medienhauses Miller zu bringen«, betonte Landrat Hermann Steinmaßl, Preisträger von 2011, in seiner Laudatio.

Der Traunsteiner Verleger Thomas Miller (2. von links) wurde auf der Traunsteiner Gewerbeschau »Truna 2013« mit dem Herbert-Koch-Preis des »Bundes der Selbstständigen - Deutscher Gewerbeverband Traunstein und Umgebung« ausgezeichnet. Unser Foto zeigt ihn (von links) mit dem Vorsitzenden des Gewerbeverbands, Franz Ober junior, seiner Frau Patricia, Landrat Hermann Steinmaßl und Millers Patenkind Ina Meier, das als Überraschungsgast aus Regensburg gekommen war.

Prominentester Leser ist der emeritierte Papst Benedikt XVI.

Anzeige

Die Druckerei Miller gebe es seit 1835, 20 Jahre später sei die Zeitung dazu gekommen. Mit seinen Vorgängern, die alle »Anton« hießen, eine ihn die Familienphilosophie, dass in der Unternehmensführung das Bewusstsein der Tradition in einem bodenständigen, unabhängigen und gesunden Betrieb im Vordergrund stehe. »Die Wirtschaftlichkeit ist dabei notwendig, aber Gewinnmaximierung ist nicht die Maxime des Hauses Miller«, unterstrich Steinmaßl. Der Preisträger und sein ganzes Mitarbeiterteam dürften stolz darauf sein, dass das Traunsteiner Tagblatt über die Jahre an jedem Werktag zuverlässig erschienen sei, auch wenn es im Hintergrund einmal technische Probleme gegeben habe. Der prominenteste Leser sei wohl der emeritierte Papst Benedikt XVI.

Das Medienhaus Miller habe sich 2010 trotz Finanzkrise und ohne staatliche Förderung ent-schieden, eine mehrere Millionen Euro teure Produktionsanlage zu errichten, um die Weichen für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft des Zeitungsverlags zu stellen. »Vor dem Hintergrund einer sich stark verändernden Medienlandschaft war dies eine Entscheidung mit Mut, Weitblick und Vertrauen«, so der Landrat.

Noch nie eine Kündigung wegen Rationalisierung

Mit fast 400 Mitarbeitern in Zeitungsverlag, Druckerei und Schreibwarengeschäft zähle die »Firmengruppe« Miller zu den größeren Arbeitgebern in der Region. Noch nie habe es eine Rationalisierung gegeben, die zu Kündigungen geführt hätte. Der Erfolg als echter Familienbetrieb werde nicht allein durch Thomas Miller geprägt, sondern auch durch seine Frau Patricia, seinen Zwillingsbruder Martin als Leiter der Redaktion, die Brüder Anton und Peter in der Druckerei sowie seine Mutter Helga und seine Schwester Barbara im Schreibwarengeschäft.

Thomas Miller bringe sich in vielen Bereichen in die Gemeinschaft ein: als Stadtrat und als Vorsitzender der Werbegemeinschaft Traunstein. »Mit der 'Traunsteiner Märchenwelt' und den 'Traunsteiner Rosentagen' setzt Du mit vielen Helfern wichtige Akzente für die Einkaufsstadt Traunstein.« Als Gesellschafter der Stadtmarketing GmbH Traunstein bringe sich das Medienhaus Miller uneigennützig in die Weiterentwicklung der Großen Kreisstadt ein.

»Der Erfolg ruht auf vielen Schultern«

»Der Erfolg unserer Firmengruppe ruht auf vielen Schultern und so verstehe ich den Preis auch als Auszeichnung für all jene, die an verschiedensten Stellen und in unterschiedlichsten Positionen in unserem Unternehmen daran gearbeitet haben und noch arbeiten«, gab sich Thomas Miller bescheiden. Dies fange bei Anton Miller an, der 1835 den Grundstein für die Druckerei und das Schreibwarengeschäft gelegt habe. Selbst der Stadtbrand von 1851, bei dem er sein ganzes Hab und Gut verloren habe, habe seine Tatkraft nicht bremsen können.

Großvater mehrmals von den Nazis verhaftet und enteignet

Auch die nachfolgenden Generationen hätten die Firma selbstbewusst und zielstrebig durch ihre Epochen geführt. Als Beispiel nannte Miller seinen Großvater, der sich von den Nationalsozialisten lieber mehrmals verhaften und zwangsenteignen ließ, als mit ihnen gemeinsame Sache zu machen. »Noch heute ist er für die Redaktion und für mich das große Vorbild, wie man die Unabhängigkeit einer Zeitung zu vertreten hat und auch in schwierigen Zeiten zu seiner Überzeugung stehen sollte«, so der Preisträger.

Sein Vater habe dann die Druckerei und den Zeitungsverlag in den Jahren des größten technischen Wandels in der Druckindustrie sicher in eine gute Zukunft geführt, indem er das Verlagshaus an der Marienstraße und das Druckzentrum an der Hochstraße gebaut ha-be. »Die Familie Miller hat sich nie auf Erfolgen ausgeruht, sondern ist immer mit der Zeit gegangen«, sagte er. »Heute sind wir mit dem klassischen Offset-Druckbereich eine der modernsten Zeitungsdruckereien Bayerns mit zwei Zeitungen und einem großen Anzeigenblatt, mit Angeboten für Internetauftritte und eigenen Internetportalen sowie mit einer Werbeagentur für ein regionales Medienunternehmen gut aufgestellt.« Abgerundet werde dieses Angebot von dem Büro- und Schreibwarengeschäft.

An jedem Arbeitsplatz hängt das Schicksal einer Familie

Miller hob ebenso die Leistung der Mitarbeiter hervor, ohne die die positive Entwicklung seit fast 180 Jahren nicht möglich gewesen wäre. Mit ein »Markenzeichen« der Familie Miller sei zu allen Zeiten gewesen, dass man sehr auf die Belegschaft geachtet habe und sich der sozialen Verantwortung ihr gegenüber bewusst gewesen sei. »Gewinnmaximierung um jeden Preis, wie oft in anderen Unternehmen, war nie und wird nie unsere Maxime sein«, betonte Miller.

Dass an jedem Arbeitsplatz das Schicksal einer Familie hänge, könne einem verantwortungsbewussten Unternehmer nicht egal sein. Natürlich müsse ein Unternehmen Gewinne machen, aber man sollte sich immer vor Augen halten, dass es gerade die engagierten Mitarbeiter seien, die die Produkte herstellen und vermarkten und denen man letztlich zu verdanken habe, dass sich eine Firma im Wettbewerb behaupten könne. »Besonders die klein- und mittelständischen Unternehmer wissen sehr wohl, was sie an ihren Mitarbeitern haben.«

Nur wenn man eine engagierte und motivierte Belegschaft hinter sich wisse, habe man auch die Zeit, sich in anderen wichtigen Funktionen einzubringen. »Besonders das ehrenamtliche Engagement in Verbänden oder Politik ist nur möglich, wenn einem dafür der Rücken frei gehalten wird, sei es von der Belegschaft oder aber auch ganz besonders von der Familie«, so Miller. Bjr