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Schwerer finanzieller Schlag für die Marktgemeinde Grassau

Grassau. Grundlage einer vernünftigen Gemeindepolitik sei eine gesunde Finanzausstattung, betonte Bürgermeister Rudi Jantke beim Dreikönigstreffen der Grassauer SPD. Die Marktgemeinde habe seit 2004 die Schulden um 50 Prozent gesenkt. Man sei auf dem richtigen Weg gewesen, um in wenigen Jahren die völlige Schuldenfreiheit bei fortdauernden sinnvollen Investitionen für die Gemeinde zu erreichen. Im vergangenen Jahr wurde dann Grassau schwer getroffen durch die Rückzahlung von 1,5 Millionen Euro Gewerbesteuer wegen der Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsführung des größten Betriebes.

Nur noch kleiner Spielraum für künftige Maßnahmen

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Auch für die nächsten Jahre sei mit keiner Gewerbesteuer aus diesem Betrieb zu rechnen, sodass der Gemeinde nur noch ein kleiner Spielraum für künftige Maßnahmen bleibe.

Das Ganztagsangebot der Grassauer Schule werde immer besser angenommen, berichtete Marktgemeinderätin Mechthild Faller-Obermeier beim Dreikönigsfrühschoppen der Grassauer SPD. Bis zu 60 Kinder nehmen das Angebot der Schule an. Fünf Fachkräfte bürgen für die qualitativ hochwertige Betreuung. Wegen der großen Nachfrage sei nun ein Anbau an die Schule erforderlich. Mit dem derzeitigen Ausbau der Ganztagsbetreuung sei aber mit Sicherheit noch nicht das Ende der Entwicklung erreicht, so Faller-Obermeier.

Mit der Familienstelle im Rathaus sei es der Gemeinde gelungen, die sozialen Aktivitäten für Kinder, Jugendliche und Senioren in Grassau zu bündeln und auch mit denen im übrigen Achental zu verknüpfen, berichtete Susi Speckbacher. Erste Ergebnisse seien die Kleinkindgruppe und das Treffen für Eltern mit Neugeborenen. Sie erwähnte auch kleinere Maßnahmen wie das Bereitstellen von Müllsäcken für Familien mit Kleinkindern wegen des großen Anfalls von Windeln.

In den nächsten 18 Monaten werden die Bürger viermal zur Wahlurne gerufen. Die örtliche SPD sei gefordert, mit vollem Einsatz für einen Politikwechsel zu arbeiten, betonte SPD-Ortsvereinsvorsitzender Dr. Dieter Hahn.

Beachvolleyballplatz: Voraussetzung geschaffen

Herbert Gschöderer berichtete als neuer Sportreferent von den anstehenden Maßnahmen. So werde heuer der neue Kunstrasenplatz im Sportgelände angelegt. Der Platz werde finanziert durch die langfristige Verpachtung der kaum noch genutzten Eisstockbahnen am Sportgelände an den Golfplatzbetreiber. Dazu sei es nun gelungen, die Voraussetzungen für einen Beachvolleyballplatz im Bereich des Reifinger Sees zu schaffen.

Durch den erhöhten Raumbedarf der Verwaltung sei es erforderlich, den Sitzungssaal im Rathausgebäude in Büroräume umzuwandeln. Mit der Wahl, den erforderlichen neuen Sitzungssaal im Dachgeschoß des alten Pfarrhofs zu schaffen, habe der Marktgemeinderat die richtige Entscheidung getroffen.

Hans Hornberger berichtete über eine Vielzahl von Bauvorhaben in Grassau, welche auch Ausdruck einer aktiven Gemeinde seien. Trotz der angespannten Finanzsituation werde die Gemeinde auch in den nächsten Jahren vorausschauend das Kanalnetz weiter untersuchen und auch sanieren. Eine sehr wichtige Aufgabe stehe Grassau noch für das kommende Jahr mit der Sanierung des Rot-Kreuz-Gebäudes bevor. Der Gemeinderat müsse in den nächsten Monaten entscheiden, ob ein Neubau nicht die bessere Lösung wäre.

Nach der Ortskernsanierung in Grassau und der Fertigstellung weiterer Maßnahmen in Rottau habe sich die Gemeinde vorgenommen, mit der Ortskernsanierung in Mietenkam auch eine Belebung des Ortslebens zu verwirklichen, berichtete Olaf Gruß. Ziel sei es nach Schließung und Abriss des Gasthofes zur Kampenwand, an gleicher Stelle einen Versammlungsraum zu bauen. Wichtig sei es auch, einen kleinen Dorfladen zu schaffen, weil in Mietenkam mit mehr als 800 Einwohnern keine Einkaufsmöglichkeit mehr besteht. Zudem sei beabsichtigt, durch die Verschiebung der Kreisstraße mehr Freiraum um die Kirche zu schaffen. Alle Voraussetzungen für die Verwirklichung dieser Ideen seien geschaffen und der Baukran stehe nun auch schon auf dem Gelände des ehemaligen Biergartens, so Gruß.

Ökomodellregion Achental vorgestellt

Über die Ökomodellregion Achental berichtete Xaver Schreiner. Weitere Schritte seien erforderlich, denn derzeit decke die Region ihren Bedarf an Wärmeenergie erst zu 39 Prozent aus heimischen Quellen und bei Strom erst zu 11 Prozent. Wichtig werde es sein, die Stromerzeugung aus Wasser umwelt- und naturverträglich zu steigern. Aber auch die Nutzung der Windenergie dürfe als eine Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden. Viele Schritte und große Anstrengungen seien noch erforderlich, um wirklich das Ziel der Selbstständigkeit bei der Energieerzeugung 2020 zu erreichen. og