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Scheidende Funktionäre geehrt

Traunreut. Die Milcherzeugergemeinschaft Traunstein - Laufen (MEG) würdigte im Rahmen eines Ehrenabends im Gasthaus Namberger in Hörpolding die ausgeschiedenen Ortsvertreter, Beiräte und Vorstände. Der MEG gehören rund 1000 Milcherzeuger an. Den Festvortrag mit dem Titel »Auf einer Milchfarm in Neuseeland« hielt Sandra Grössinger aus Marquartstein.

Geehrt wurden Franz Aicher aus Teisendorf, der 25 Jahre Ortsvertreter war, Josef Häusl (Waging) Johann Heigermoser (Traunstein), Johann Rehrl (Waging) und Andreas Schachner (Kienberg) für jeweils 20 Jahre; Franz Dorfner (Engelsberg), Ludwig Irlacher (Tacherting), Johann Liegl (Pittenhart), Georg Lohwieser (Surberg), Josef Reiter (Engelberg) und Johann Wagner (Taching) für jeweils zehn Jahre.

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Vorsitzender Paul Obermeier sagte, im Frühjahr sei Bewegung in den Milchmarkt gekommen und der Milchpreis habe sich positiv entwickelt. Der Absatz von Milchprodukten sei nach wie vor gut und so könne man als Milchbauer in das kommende Jahr durchaus mit Zuversicht schauen. Man höre immer wieder, dass junge Leute Auslandserfahrungen sammelten, wenn es die Zeit auf den Betrieben zulasse, so Obermeier. Um einen kleinen Einblick über solche Auslandsaufenthalte von jungen Nachwuchskräften zu bekommen, habe man als Referentin Sandra Grössinger eingeladen.

Die in Österreich geborene Grössinger absolvierte dort die höhere Landwirtschaftsausbildung und sammelte 2005/06 auf einer Milchfarm mit 550 Kühen die ersten Erfahrungen in Neuseeland. Weitere mehrmonatige Aufenthalte folgten 2006/07 und 2010/11. Aus dem Vortrag von Grössinger war zu erfahren, dass die durchschnittliche Milchfarm in Neuseeland 390 Milchkühe hat. Die größeren Farmen haben laut Grössinger durchaus auch mal 1200 Milchkühe und gehören meist mehreren Investoren.

Das Klima an der Ostküste von Neuseeland macht es erforderlich, dass die Weideflächen durch die Entnahme großer Wassermengen aus den Flüssen bewässert werden müssen, um eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung zu ermöglichen. Dies werde durchaus auch kritisch gesehen, da dadurch an anderen Stellen das Wasser in den Flüssen fehlt, so Grössinger. Die Milchfarmen werden in Form der saisonalen Abkalbung bewirtschaftet. So stehen die Kühe in der Winterzeit trocken, also sie geben in dieser Zeit keine Milch und die Kälber werden in das Frühjahr hinein geboren.

Auch über den Winter werden die Kühe überwiegend auf den Weiden gehalten und die Winterfutterflächen bestehen meist aus einem Zuckerrübenacker. Die Kühe müssen sich die Rüben selbst ausgraben und als Zugabe würden noch Heu und Silage gereicht. MP