weather-image
20°

Ruhpolding als »wild-romantisches Naturparadies«

Ruhpolding. Knapp ein Jahr nach seiner Amtseinführung stellte Ruhpoldings neuer Tourismusdirektor Markus Stuckmann bei der jüngsten Gemeinderatssitzung eine neue Tourismusstrategie vor. »Die Grundlage all unseres Handelns«, bestätigte er.

»Unsere Vision: Ruhpolding wird zur bekanntesten und begehrtesten Destination Bayerns«, meinte Stuckmann eingangs seiner Ausführungen. Nach seinen Vorstellungen sollte das innerhalb der nächsten zehn Jahre möglich sein. Dazu müsste sich Ruhpolding künftig als »wild-romantisches Naturparadies für aktive und passive Erholung mit authentischer Lebensart« positionieren. »Wir haben dafür bereits ideale Voraussetzungen, aber das Angebot muss leistungsfähiger werden«.

Anzeige

In diesem Zusammenhang stellte Stuckmann auch die künftige Marktbearbeitung vor. Die Zielmärkte seien Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Tschechien. »Gerade in Tschechien ist Deutschland das beliebteste Urlaubsland«, bestätigte er. Trotz der allgemeinen Sättigung des Marktes dürfe man aber auch weiterhin auf Wachstum setzen.

Aufgrund der Erreichbarkeit gehe der Trend hin zu einem kurzfristigen Kurzurlaub. Auch hier müsse künftig angesetzt werden. In diesen Ländern sei man zum Beispiel bereits auf Tourismusmessen und mit Anzeigen in den Printmedien gut vertreten. Als Zukunftsmärkte, wo man sich positionieren möchte, nannte er zudem die Schweiz, Skandinavien, die USA und Japan.

Anschließend stellte er den Gemeinderäten das neue Gastgeberverzeichnis vor. Es wird in einer Auflage von 50 000 Stück erscheinen und beinhaltet neben Brauchtum und Kultur auch die Aktivitäten, auf die künftig mehr gesetzt werden sollen. Wandern und Mountainbiken im Sommer sowie Langlauf und Alpinsport im Winter kommen hier zum Zuge. Auch den neuen Imagefilm, der ohne Kommentar die Vorzüge Ruhpoldings zeigt, präsentierte Stuckmann den Ratsmitgliedern, die dafür viel Lob aussprachen.

Als Zielsetzung für die künftige Strategie meinte der Tourismusfachmann: »Wir müssen den Gästen die touristische Marke Ruhpolding als Outdoor-Eldorado für Wander-, Radl- sowie Klettererlebnisse mit einem hohen Qualitäts- und Individualanspruch näher bringen.« Ruhpolding habe den Anspruch, ein großer, attraktiver »Abenteuerspielplatz« für naturbegeisterte, aktive Menschen zu sein. Darum müsse die Veränderung der Gästestruktur hin zu einer »jüngeren, aktiveren, Lifestyle orientierten Zielgruppe mit mehr Kaufkraft, die Ruhpolding als Gegenpol zum Alltag und Auszeitoase für Sport, Bewegung und Leben in der Natur erleben soll«, gehen.

Dazu müsse es aber eine Steigerung der Qualität in allen Bereichen geben, wozu er auch die eigenen Bereiche mit einschloss. In diesem Zusammenhang bewertete er auch die Aktion des Chiemgauer Tourismusverbandes zur »Betriebsberatung«, dessen Angebot 51 Betriebe des Chiemgaus, allerdings nur vier aus Ruhpolding, nutzen. Enttäuscht darüber zeigten sich auch die SPD-Gemeinderäte Sepp Konhäuser und Michael Mayer: »Es ist traurig, dass nur vier einheimische Betriebe das Angebot wahrnehmen.« Theo Stegmeier schlug vor, dass die Aktion »von Ruhpolding heraus« mit gesteuert werden sollte und Bürgermeister Claus Pichler betonte, dass die »Kontaktscheue der Vermieter« vielleicht ein Hindernis sei.

In Bezug auf »Onlinemarketing« merkte Stuckmann an, dass hier aus verschiedenen Gründen noch Defizite vorhanden seien. »Hier müssen wir mehr Neugierde wecken.« Neben den Internetseiten der Vermieter gehe der Weg unter anderem auch immer mehr in Richtung Suchmaschinen- und Email-Marketing. hab