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Chiemgau-Panther an sechs heimische Firmen übergeben – Florian Nitschke ist Jungunternehmer 2017

»Respekt, was Sie täglich tun«

Traunreut – Sind Mitarbeiter stolz auf ihre Unternehmen, laufen sie zu Höchstleistungen auf – selbst wenn sie noch in der Ausbildung stecken, wie die Nachwuchskräfte der Unternehmen, die jetzt mit dem »Chiemgauer Panther« ausgezeichnet wurden.

Für die Bergader Privatkäserei Waging nahm Sofia Erlacher einen »Chiemgauer Panther« und eine Urkunde von Landrat Siegfried Walch entgegen. (Foto: Rasch)

Bei der Preisverleihung des Wirtschaftspreises im k1 überzeugten die jungen Mitarbeiter auch als charmante Botschafter ihrer Arbeitgeber. Dabei drückten sie deutlich aus, dass die Betriebe für eine zukunftsorientierte Ausbildung und innovative Förderung von Nachwuchskräften stehen. Und sie dürften dort arbeiten, wo andere Urlaub machen. Dynamisch wie ein Panther legte sich auch die Mundwerk Crew ins Zeug. Die Hip-Hop-Band aus Traunstein brannte ein rappendes und scratchendes Feuerwerk ab. Durch den Abend führte die Chefin der Wirtschaftsförderungs GmbH des Landkreises Traunstein, Birgit Seeholzer.

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Wirtschaftspreis für herausragende Leistungen

Der 2016 von Landrat Siegfried Walch ins Leben gerufene Wirtschaftspreis für herausragende unternehmerische Leistungen wurde heuer in der Kategorie Industrielle Unternehmen und starker Mittelstand ausgelobt. Im Focus stand dabei die Ausbildung. Der Preis soll als Motivationsmotor für junge Unternehmen, aber auch für traditionelle Betriebe im Landkreis Traunstein dienen und die Bedeutung der Wirtschaft für regionale Entwicklung dokumentieren. 17 Unternehmen hatten sich um den Preis beworben.

Der Jury mussten die Nachwuchskräfte in fünf Minuten ihr Unternehmen präsentieren. Zu den Aufgaben zählte auch ein Interview mit der Geschäftsleitung über die Zukunftschancen des Unternehmens. Dass sich die jungen Mitarbeiter kräftig ins Zeug gelegt haben, davon konnten sich die Gäste aus Wirtschaft und Politik anhand von Filmmitschnitten bei der Preisverleihung überzeugen.

Die »Arbeit« neben der Arbeit hatte offensichtlich auch viel Spaß gemacht. »Es war eine schöne Abwechslung und es hat uns noch mehr zusammengeschweißt«, sagte eine angehende Industriekauffrau dem Traunsteiner Tagblatt. »Es ist bewundernswert, wie engagiert und couragiert die jungen Leuten ihre Bewerbungen auf unterschiedlichste Art gemeistert haben«, lobte Jurymitglied Dr. Michael Elsen.

Sechs Unternehmen wurden mit dem Chiemgauer Panther ausgezeichnet. Zudem wurden zwei Sonderpreise ausgelobt und der Jungunternehmer des Jahres 2017 gekürt. Unter die Top 6 schafften es drei Betriebe aus Siegsdorf: Die Adelholzener Alpenquellen, Nowofol und die Brückner Group. Die Adelholzener Alpenquellen mit rund 470 Mitarbeitern ist auch bekannt für die soziale Ausrichtung. Der Mineralbrunnen gehört zur Kongregation der Barmherzigen Schwestern. Ein beträchtlicher Teil der Erlöse aus dem Verkauf der Produkte fließt in die Ordensgemeinschaft.

Die Nowofol-Kunststoffprodukte stellt Spezialfolien aus Polypropylen und anderen Kunststoffen her. Das mittelständische Unternehmen ist in Siegsdorf an drei Standorten vertreten und beschäftigt 150 Mitarbeiter.

Zum Leistungsspektrum der Brückner Group mit über 2000 Arbeitnehmern an 30 Standorten gehören Produktionsanlagen für die Herstellung von Folien für Verpackungsmaterial und technische Anwendungsbereiche, Service für bestehende Anlagen, Serien- und Sondermaschinen für die Verarbeitung von Kunststoff sowie Spezialmaschinen für die Verpackungsindustrie.

Mit der Rosenberger Gruppe und der Hermann Otto GmbH kommen zwei Preisträger aus Fridolfing. Die Rosenberger Gruppe mit weltweit 7500 Mitarbeitern ist ein führender Hersteller von Verbindungslösungen in der Hochfrequenz und Fiber-Optik-Technologie.

Otto Chemie ist einer der führenden europäischen Hersteller hochwertiger Dichtstoffe und Klebstoffe für den professionellen Anwender. Am Standort in Fridolfing sind rund 250 Mitarbeiter beschäftigt und zirka 50 Mitarbeiter sind für Otto Chemie im Außendienst tätig.

Ebenfalls mit einem »Panther« ausgezeichnet wurde die Privatkäserei Bergader in Waging. Wie mehrfach berichtet, baut die über 100 Jahre alte Käserei gerade eine Kindertagesstätte, die vom Mütterzentrum Traunstein ab dem Kindergartenjahr 2018 betrieben werden soll. Das Interesse des Betriebs, einen Betreuungsplatz für Kinder in nächster Nähe zu schaffen, liegt auf der Hand. Das Unternehmen möchte seine Arbeitskräfte langfristig an sich binden und sie dabei unterstützen, sich nicht für oder gegen den Beruf entscheiden zu müssen.

Zum Jungunternehmer 2017 wurde Florian Nitschke aus Wonneberg gekürt. Der 17-Jährige absolviert gerade eine Ausbildung bei der Firma Meindl und hat nebenbei eine eigene Firma gegründet. Die kleine Manufaktur von Doberstein fertigt Brunnen aus hochwertigen Materialien. Bereits mit 14 Jahren habe er angefangen, erste Brunnen zu bauen, sagte der zielstrebige junge Mann. Dem Traunsteiner Tagblatt verriet er auch, dass er auch von seinem Ausbildungsbetrieb unterstützt werde. Einige seiner Exponate, wie schwimmende Kugelbrunnen oder edle Zimmerbrunnen, konnten im Foyer des k1 auch bewundert werden. Sonderpreise für eine starke Ausbildung erhielten die Firma Braukon in Seeon und die Siteco Beleuchtungstechnik in Traunreut.

»Dafür kämpfen, dass die jungen Leute hier bleiben«

Wie wichtig es ist, dass den jungen Menschen in der Region beste Ausbildungsperspektiven eingeräumt werden, stellte der Landrat in einer flammenden Rede heraus. »Wir müssen dafür kämpfen, dass die jungen Menschen hier bleiben und auch Menschen von außerhalb zeigen, dass es bei uns nicht nur schön ist, sondern hier auch ihre Zukunft liegt.« Das Landratsamt sehe sich als Partner der Wirtschaft und versuche, Ansprechpartner zu sein. Die Wirtschaftsregion Chiemgau boome und stehe deshalb so gut da, weil alle angepackt hätten. »Respekt, was Sie täglich tun.« ga