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Neue Tourismusstrukturen gefordert

Surberg. Eine Neuordnung der Tourismusstrukturen in Oberbayern hat der Landtagsabgeordnete Klaus Steiner bei einer CSU-Veranstaltung am Donnerstag in Surberg angemahnt. »Wir sollten die Krise bzw. die Situation um den Tourismusverband Oberbayern zum Anlass nehmen, um grundsätzlich über neue Wege der Tourismusförderung und neue Verbandsstrukturen in Oberbayern zu reden«, sagte Steiner.

Dabei gehe es nicht nur um die Zukunft einer Nachfolgeorganisation für den Tourismusverband Oberbayern und deren Ausrichtung und Zusammensetzung, sondern auch um die regionalen Verbände und Strukturen in Oberbayern. Die noch vorhandene Aufsplitterung der Kräfte und Ressourcen sei im modernen Wettbewerb im Tourismus nicht mehr zeitgemäß. »Der Gast hat kein Verständnis für unterschiedliche und manchmal auch konkurrierende Angebote in der gleichen Urlaubsregion. Deshalb muss der Maßstab für eine neue überregionale Verbandstruktur in Oberbayern die Bündelung der Angebote sowie die nationale und internationale Vermarktung sein«, sagte Steiner.

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Es dürfe nicht mehr darum gehen, wie man sich vor Ort die Tourismuslandschaft wünscht. Die Maßstäbe an ein modernes Tourismusmarketing würden vielmehr vom Gast sowie von der nationalen und internationalen Konkurrenz gesetzt. Der aufgesplitterten Tourismuslandschaft in Oberbayern stünden Tourismusregionen wie zum Beispiel Kärnten, Allgäu oder Südtirol gegenüber.

Optisch werde die Zersplitterung zum Beispiel auf der Autobahn im Chiemsee-Bereich deutlich. Hier gebe es auf zwei Kilometern Strecke jeweils Hinweisschilder für die Regionen Chiemsee, Chiemgau und Achental, obwohl es im Prinzip um eine Region gehe.

Die Überlegungen sollten nach Ansicht von Steiner dahin gehen, die verschiedenen Tourismusverbände in Oberbayern auf wenige Organisationen zusammenzufassen. Darüber sollten jetzt alle Beteiligten in Ruhe reden. »Von der Politik können diese Strukturen nicht vorgegeben werden. Vielmehr müssen wir dies in einem breiten Konsens aller Akteure erarbeiten«, sagte Steiner. Allerdings sei es jetzt auch an der Zeit, eine solche Diskussion einzuleiten.

Auch die Frage, ob in Zukunft überhaupt eine neue Dachorganisation notwendig sei, wenn die Regionen gestärkt werden, dürfe kein Tabu sein. Steiner: »Ruhe, sorgfältiges Vorgehen, aber auch konsequentes Handeln sind jetzt angesagt. Die Tourismuswirtschaft in Oberbayern braucht schlagkräftige Organisationsformen und eine Bündelung ihrer Kräfte.«

Auf den Prüfstand müsse dabei auch die Frage der Effizienz der grenzüberscheitenden Zusammenarbeit innerhalb der Euregio-Regionen. »Das Großthema Tourismus ist jetzt auf der Tagesordnung. Wir müssen diese Krise als Chance sehen, besser aufgestellt in die Zukunft zu gehen«, so Steiner abschließend.