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Musikalisches Feuerwerk in Mariä Burg

Taching am See. Es war nicht nur die »Feuerwerksmusik« von Georg Friedrich Händel, die ein wahres Feuerwerk entfachte beim Konzert der Musikkapelle Tengling in der Kirche Mariä Burg – leider dem letzten der drei, die sie seit Ende Juni veranstaltet hat. Leider, weil das, was Kapellmeister Armin Maiwälder und die Musikanten der Kapelle in der Kirche mit ihrer hervorragenden Akustik hören lassen, leicht süchtig machen könnte. Jedes Jahr aufs Neue, und das immer mehr, überrascht die Qualität der Konzerte der Kapelle. Alt-Kapellmeister Konrad Waldherr hatte eine hervorragende Idee, als er beschloss, die fantastische Akustik der Kirche auch für weltliche Konzerte zu nutzen – und Nachfolger Armin Maiwälder tat gut daran, diese fortzuführen. Inzwischen sind die Konzerte in der ganzen Region bekannt und beliebt geworden.

Andrea Huber bekam neben dem anhaltenden Applaus vom Publikum auch einen Blumenstrauß von Kapellmeister Armin Maiwälder. (Foto: Alois Albrecht)

Die Konzerte sind nicht übermäßig lang, ohne Pause, aber immer mit einer launigen, gedankenvollen Einlage, diesmal über die entspannenden Einflüsse der Musik, verfasst und vorgetragen von Kathi Kaiser. Das Konzert begann mit einer schönen böhmischen Melodie, dem »Lied eines Musikanten« von Walter Tuschla. Vom ersten Takt an war klar, dass dieses Konzert die Tradition der großartigen Vorgänger fortführen würde. Das Feuerwerk, das die Kapelle dann mit der »Feuerwerksmusik« von Georg Friedrich Händel entfachte, zog sich durch das gesamte Konzert.

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Sehr flott weiter ging es mit dem »Ungarischen Tanz n˚6« von Johannes Brahms, bei dem die Einsätze der Kapelle und die Akzentuierung hervorragend passten. Dass die Kapelle nicht nur erstklassige Musiker in ihren Reihen hat, sondern ebensolche Sänger, bewies Stefan Kühnhauser mit der Arie »In diesen heil´gen Hallen« aus Mozarts »Zauberflöte«. Danach konnten sich schon mehrere der Zuhörer nicht damit zurückhalten, dem Sänger Beifall zu spenden, der eigentlich erst am Ende des Konzertes fällig war.

In der »Meditation« von Kathi Kaiser beschreibt sie, wie die Instrument-bewehrten Englein an der Decke des Altarraumes der Kirche Maria Burg sie daran erinnerten, welch himmlische Gabe Musikanten und ihrer Musik gegeben ist. Musik kann das gute Gefühl bewirken, meinte Kaiser, dass der Zuhörer quasi über den Dingen und ein wenig in Richtung Himmel schwebt. Dieses Gefühl, das viele der Konzertbesucher sicher schon hatten, wünschte Kaiser auch für den folgenden Teil.

Dass die Musikkapelle Tengling auch sehr optimistisch in die Zukunft schauen kann, zeigte die Jungbläsergruppe, die von Christine Waldherr geleitet wird, beim Stück »Adiemus« von Karl Jenkins. Als Nächste im Programm war dann Sopranistin Andrea Huber zu hören, inzwischen ebenfalls eine feste Größe bei den Konzerten der Tenglinger. Mit einem Potpourri aus der romantisch-komischen Oper »Martha« von Friedrich von Flotow und ihrer wunderbaren Stimme nahm Huber auch diesmal ihre Zuhörer sofort gefangen. Bei ihrer nächsten Darbietung, »Gabriella´s Song«, einer Ballade aus dem Film »Wie im Himmel«, für den der schwedische Komponist Stefan Nilsson die Musik geschrieben hat, kamen die Gedanken, die Kaiser in ihrem Monolog formuliert hatte, nämlich durch Hubers Gesang und die Musik der Kapelle dem Himmel etwas näher zu sein, wieder auf. Den offiziellen Abschluss des Konzertes machte die »Serenade opus 22c« von Derek Bourgeois, trotz des französischen Familiennamens eigentlich ein Engländer.

Auch bei diesem sehr rhythmischen Stück waren Einsätze und Synchronisation, das Timing, und das Spiel der Kapelle makellos und mit dem letzten Akkord setzte der Applaus der Zuhörer ein, der so anhaltend und intensiv war, dass Maiwälder und die Kapelle gar nicht anders konnten, als noch zwei Zugaben an das Konzert zu hängen. Die erste war ein »Memory an Ennio Morricone« und Andrea Huber kam nochmals zum Zug mit einer Wiederholung von »Gabriella´s Song«. Beide Zugaben wurden lang und laut beklatscht und die Zuhörer wären sicher noch gerne für mehr davon sitzengeblieben. Als Dank für ihre stete Unterstützung der Kapelle überreichte Kapellmeister Maiwälder Bürgermeisterin Ursula Haas einen Blumenstrauß und bedankte sich auch beim Vorsitzenden des Fördervereins der Kapelle, Hubert Fellner. al